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FC Bayern vs. PSG: die Schlüsselduelle im Halbfinal-Rückspiel
Veröffentlicht:
von Carolin Blüchelran Fußball Bundesliga
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Das 4:5 aus dem Hinspiel zwingt die Bayern im Rückspiel zum Angriff. Doch genau darin liegt die Gefahr. Während PSG auf Konter lauert, dürfte sich dieses Königklassen-Halbfinale nicht im Spektakel, sondern in entscheidenden Schlüsselduellen entscheiden.
Mit einer 4:5-Hypothek geht der FC Bayern ins Rückspiel des Champions-League-Halbfinals gegen Paris Saint-Germain am Mittwoch in der Allianz Arena (ab 21 Uhr im Liveticker).
Das Hinspiel war ein Spektakel, ein Augenschmaus: neun Tore, Tempo, Zungenschnalzer-Momente auf höchstem Niveau.
Und doch legte dieser Fußballabend schonungslos offen, wo beide Teams verwundbar sind: in der Defensive. Ob aus purer Offensivgewalt oder strukturellen Schwächen, klar ist: Ein offener Schlagabtausch wie in Paris dürfte es im Rückspiel nicht werden.
Thomas Müller deutete es in seinem Newsletter an. Tenor: Wer führt, wird tiefer stehen. Und da PSG mit einem Vorsprung anreist, liegt die Statik des Spiels auf der Hand. Bayern wird dominieren müssen, Räume bespielen, Lösungen finden. Gleichzeitig wird die Kontergefahr groß sein.
ran wirft einen Blick auf die Schlüsselduelle, die nach 90 oder 120 Minuten den Unterschied machen könnten.
Schlüsselduell Nr. 1: Stanisic vs. Kvaratskhelia
Bayerns größte Baustelle. Dieses Duell kippte schon das Hinspiel. Stanisic fand gegen Kvaratskhelia keinen Zugriff: zu passiv, zu weit weg, zu spät, zu ausgetanzt. Der Pariser Linksaußen zeigte dem Bayern seine Grenzen auf und nutzte Freiräume gnadenlos. Mehrfach musste Dayot Upamecano in letzter Not absichern. Trotzdem schnürte Kvaratskhelia einen Doppelpack.
Im Rückspiel ist die Aufgabe klar: Stanisic muss sich fangen, er muss früher in die Zweikämpfe kommen und die Räume enger halten. Gelingt das nicht, droht Bayern erneut genau dort wieder zu zerbrechen.
Schlüsselduell Nr. 2: Upamecano vs. Dembele
Upamecano gehörte zu den wenigen Bayern-Verteidigern mit konstantem Zugriff. Zweikampfstark, aufmerksam, oft auch als Absicherung auf den Außen gefragt - und dennoch immer wieder exponiert, weil vor ihm im Mittelfeld zu große Räume entstanden. Dembele nutzte diese Situationen konsequent und traf doppelt.
Im Rückspiel wird Upamecano noch stärker als Organisator der Abwehr gefragt sein. PSG dürfte tiefer stehen. Umso wichtiger wird es, Konter früh zu unterbinden und die Kette kompakt zu halten.
Schlüsselduell Nr. 3: Olise vs. Mendes
Olise ist Bayerns X-Faktor: kaum zu kontrollieren, dynamisch, kreativ, ständig in Bewegung. Selbst wenn Mendes wusste, was kommt, konnte er es selten verhindern. Dabei ließ Olise im Hinspiel sogar noch einige Chancen ungenutzt.
Steigert er seine Effizienz, könnte er im Alleingang zum Matchwinner avancieren. Vorausgesetzt, Mendes findet trotz großem Engagement wieder kein Gegenmittel.
Schlüsselduell Nr. 4: Diaz vs. Zaire-Emery
Luis Diaz war der wohl beste Bayern-Spieler in Paris. Robust, dribbelstark, kaum zu halten. Zwar konterte Zaire-Emery mit Laufstärke und physischer Präsenz, besonders gegen den Ball. Aber in den entscheidenden Momenten setzte sich der Münchner durch.
Dieses Duell wird wohl auch im Rückspiel über Intensität entschieden - und darüber, wer seine Stärken öfter durchbringt.

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Schlüsselduell Nr. 5: Kane vs. Pacho
Im Hinspiel interpretierte Harry Kane seine Rolle variabel, ließ sich fallen, band Verteidiger, bereitete vor. Eigentlich war er zeitweise mehr Spielmacher als Mittelstürmer. Das könnte im Rückspiel anders werden. Ex-Frankfurter Pacho dürfte es egal sein, wer der offensivgewaltigen Münchner auf ihn zustürmt. Im Hinspiel hatte er mit jedem Probleme. Unter Druck offenbarte er Unsicherheit, leistete sich leichte Fehler und verursachte einen Elfmeter. Damit war er immer noch besser als Nebenmann Marquinhos, der völlig von der Rolle zu sein schien.
Die Innenverteidigung ist wohl die größte Schwäche bei PSG. Genau hier liegt Bayerns Ansatzpunkt: Kane in Position und Pacho in Bedrängnis bringen und ihn damit zu Entscheidungen zwingen.
Schlüsselduell Nr. 6: Kimmich gegen Vitinha
Kein direktes Duell, aber eines der Masterminds. Die Frage lautet: Wer führt besser Regie? Im Hinspiel wurde das Mittelfeld beider Teams mehrfach überspielt, mit offenem Schlagabtausch als Folge. Kimmich fand gefühlt erst spät so richtig Zugriff, als PSG ein wenig die Kräfte verließen. Doch defensiv konnte er sein Mittelfeld häufig nicht kompakt halten.
Vitinha lenkte das Spiel mit Tempo und Übersicht auf der anderen Seite, wenn er dazu kam. Das war allerdings nicht all zu oft.
Im Rückspiel wird es vermutlich taktischer zugehen. Dann schlägt die Stunde für einen der beiden. Wer den besseren Überblick und das bessere Timing hat, wird den Rhythmus bestimmen und den Weg zum Erfolg ebnen.
Schlüsselduell Nr. 7: Neuer vs. Safonov
Beide Torhüter standen im Hinspiel selten im Fokus. Neuer bekam überhaupt keine Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Alle fünf Gegentore gehörten zur Kategorie "unhaltbar". Safonov hatte immerhin ein paar Paraden.
Besonders auffällig war jedoch, wie beide Keeper in der Spieleröffnung Präzision vermissen ließen. Bei Neuer kamen beispielsweise nur 43 Prozent seiner Pässe auch wirklich beim Mitspieler an. Kann er diese Fehlerquote herunterschrauben, könnte das ein Knackpunkt sein.
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