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DFB-Kader für WM-Testspiele: Julian Nagelsmann geht bewusst ins Risiko – Kommentar
Veröffentlicht:
von Martin Volkmarran Fußball
DFB-Team - Fans wüten nach Nominierung und fordern VfB-Star
Videoclip • 01:57 Min
Goretzka, Sane oder Vagnoman statt Stiller oder Mittelstädt: Der Bundestrainer macht sich mit einigen Personalentscheidungen für die letzten Spiele vor der WM-Nominierung angreifbar. Ein Kommentar.
Wie sollte es anders sein bei mehr als 80 Millionen Bundestrainern: Julian Nagelsmanns Aufgebot für die beiden WM-Tests gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) gibt reichlich Anlass zu Diskussionen.
Etwa die Tatsache, dass im Kader sieben Profis des FC Bayern stehen, so wie bei den WM-Triumphen 2014 und 1974 sowie dem EM-Sieg 1996.
Nachvollziehbar bei Shootingstar Lennart Karl und dem als Neuer-Vertreter trotz seiner 22 Jahre bisher äußerst souveränen Jonas Urbig, vor allem mit Blick auf die Zukunft.
Nagelsmann: Begeisterung für Goretzka bleibt fragwürdig
Fragwürdig bleibt hingegen die wiedergewonnene Begeisterung für den vor der EM noch ausgebooteten Leon Goretzka, der im Verein nur zweite Wahl ist, in der Nationalelf aber offenbar beste Aussichten auf einen WM-Startplatz hat.
Gleichzeitig fehlt Stuttgarts Mittelfeldregisseur Angelo Stiller ebenso wie Maximilian Mittelstädt, was angesichts der überraschenden Berufung von deren VfB-Teamkollege Josha Vagnoman noch seltsamer wirkt.
Auch sonst sind einige Nominierungen leistungsgemäß schwer nachvollziehbar. Etwa die von Anton Stach vom Premier-League-Abstiegskandidaten Leeds United oder von Leroy Sane, der selbst nach seinem Wechsel zu Galatasaray keine Stammkraft ist und auch in der Türkei keinen Unterschied macht.
Leistungträger wie Bisseck oder Prömel werden ignoriert
Die Liste ließe sich noch fortsetzen, während umgekehrt Leistungsträger in ihren Klubs wie Yann-Aurel Bisseck vom italienischen Meister Inter Mailand oder der laut Fachblatt "kicker" notenbeste deutsche Bundesligaspieler, Hoffenheims Joscha Prömel, von Nagelsmann ignoriert wurden.
Allerdings hat der DFB-Chefcoach die Pressekonferenz in Frankfurt genutzt, um die Zuhörer in seine Gedankengänge mit Blick auf die WM mitzunehmen. Demnach plant er mit einem Kernteam von 14, 15 Spielern, das auch schon so gut wie feststeht.
DFB-Team: Darum ist Pascal Groß dabei
Die restlichen zehn oder elf Akteure sieht Nagelsmann hingegen vor allem als Ergänzungs- und Rollenspieler für bestimmte Situationen und Positionen – und auch für die Stimmung und den Teamspirit beim bis zu sechs Wochen dauernden Turnier.
Ein wesentlicher Grund, warum Pascal Groß trotz seiner bald 35 Jahre und der durchwachsenen Hinrunde in Dortmund nach der Rückkehr nach Brighton plötzlich wieder gute Aussichten auf eine WM-Teilnahme hat.
Zudem handelt Nagelsmann nicht mehr ganz so radikal wie vor der Heim-EM 2024, als sein März-Aufgebot schon weitgehend identisch mit dem späteren Kader beim Turnier sein sollte.
Nagelsmann will nicht die 26 besten Spieler mit zur WM nehmen
Jetzt lässt er einige wenige Hintertüren offen für die aussortierten Kandidaten, so dass ihm niemand unerwartete Meinungsänderungen im Mai wird vorwerfen können.
Gleichzeitig machte Nagelsmann einmal mehr klar: Ihm geht es nicht um die besten 26 Spieler, sondern um diejenigen, die am besten zusammenpassen.
Schon jetzt scheint also festzustehen, dass bei der WM einige formstarke Topspieler im deutschen Team fehlen werden. Der Bundestrainer nimmt dieses Risiko bewusst in Kauf – und wird bei einem Misslingen seiner Personalpläne dafür verantwortlich gemacht werden.
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