DFB-Pokal
FC Bayern: Die Abwehr wackelt - doch das Kernproblem ist ein anderes
Aktualisiert:
von Justin Kraftran Fußball Bundesliga
DFB-Pokal: FC Bayern im Dusel! "Skandal-Szene" lässt Netz eskalieren
Videoclip • 02:32 Min
Der FC Bayern München erreicht die zweite Runde des DFB-Pokals – allerdings deutlich knapper als erwartet. Fünf Erkenntnisse nach der Achterbahnfahrt gegen den SV Wehen Wiesbaden.
Von Justin Kraft
Schon nach wenigen Sekunden war klar: Der FC Bayern München wird den SV Wehen Wiesbaden in der ersten Runde des DFB-Pokals nicht unterschätzen. Luis Diaz tauchte in der ersten Szene des Spiels frei vor Torhüter Florian Stritzel auf – und scheiterte.
Was wäre wohl gewesen, hätte der Kolumbianer bereits so früh die Dämme brechen lassen? Vielleicht wäre es ein ähnlich deutliches Ergebnis geworden wie am vergangenen Wochenende in der Bundesliga gegen Leipzig.
Doch es kam eben anders. Aus dem Spiel heraus vergaben die Bayern beste Chancen und waren dann darauf angewiesen, dass Harry Kane per Strafstoß für die schmale 1:0-Führung sorgte, die bis zur Pause Bestand hatte.
Im zweiten Durchgang wurde es dann wild. Zwar bauten die Münchner ihre Führung durch Michael Olise aus, doch hinten ließen sie sich zweimal vom Drittligisten abkochen. Schon stand es 2:2. Ehe Kane nach verschossenem Elfmeter dann doch noch für die späte Erlösung sorgte.
Es scheint das Drehbuch eines Pokalabends gewesen zu sein, das beim FC Bayern für Sorgenfalten sorgen müsste. Aber ist dem wirklich so? Fünf Erkenntnisse aus der schwierigen Pokalnacht in Wiesbaden.
FC Bayern: Sand im Offensivgetriebe
Dass sie so schwierig war, ist aber nicht vorrangig an der Defensive festzumachen. Das Narrativ nach der zweiten Halbzeit war schon fertig, bevor die Partie überhaupt abgepfiffen wurde: Die Wackelabwehr bleibt das große Problem von Vincent Kompany.
Dabei ist das Gegenteil der Fall: Die Offensive bleibt das Problem von Vincent Kompany. Denn auch wenn die Bayern in der vergangenen Saison starke Werte im Angriff zu bieten hatten, so waren sie viel zu inkonstant. Immer wieder gab es Spiele wie gegen Feyenoord, Aston Villa, Leverkusen (Hinspiel, Bundesliga), Borussia Dortmund oder auch Celtic Glasgow, in denen die vorletzte oder letzte Aktion zu ungenau war. In denen aus der tollen Offensivanlage viel zu wenig Ertrag mitgenommen wurde.
Bayern kann in den ersten beiden Dritteln und bis zu einem gewissen Punkt auch im Angriffsdrittel überragenden Fußball spielen. Aber wenn es darum geht, den berühmten Sack zu schließen, fehlen zu oft entscheidende Prozentpunkte. Noch bevor Wiesbaden am Mittwochabend sein erstes Tor geschossen hat, hätten die Münchner schon mit drei oder vier Toren führen können.
Dass man mit der offensiven Herangehensweise hinten für den einen oder anderen Konter anfällig ist, überrascht kaum. Das wird sich nicht komplett abstellen lassen. Bayern muss es dennoch schaffen, gerade in solchen Spielen früher deutlich in Führung zu gehen.
FC Bayern: Defensivprobleme sind nicht systembedingt
Wobei auch dahingehend eine Einschränkung notwendig ist: Die beiden Gegentore gegen Wiesbaden fielen nicht, weil das System von Kompany zu einer dünn besetzten Restverteidigung geführt hätte. Beim ersten Treffer ist es eine Flanke, auf die Jonathan Tah schlecht reagiert.
Eigentlich muss der Innenverteidiger mit herausrücken, um seinen Gegenspieler ins Abseits zu stellen. Doch Tah schläft und hat dann noch das Nachsehen. Ein individueller Fehler. Der zweite Treffer fällt schon eher in die Erzählung des vermeintlich risikoreichen Kompany-Fußballs.
Beim Blick auf die Details wird aber deutlich, dass die Bayern ausreichend Absicherung hatten. Dass Min-jae Kim das Kopfballduell nach dem langen Ball verliert, kann passieren. Was den Münchnern aber nicht passieren darf, ist, dass sowohl Tah als auch Raphael Guerreiro die Tiefe nicht absichern. Beide erkennen den Ernst der Lage zu spät, vertrauen zu sehr darauf, dass Kim den Kopfball gewinnt.
Gerade Guerreiro hatte eine gute Position, um Fatih Kaya noch abzusprinten. Dass der Stürmer überhaupt durchkommt, ist kein Systemproblem, sondern eines der Entscheidungsfindung auf individueller Ebene.
Luis Diaz mit einer Ode an Leroy Sane
Hoffnung macht den Bayern in den ersten Wochen Luis Diaz. Der 28-Jährige konnte seine starken Leistungen in den ersten Spielen auch gegen Wiesbaden wieder bestätigen. Mit Dribblings, klugen Tiefenläufen und einer sauberen Ballbehandlung gibt er dem Spiel eine wichtige Qualität.
Nur erinnerte er mit seinem Auftritt an einen gewissen Leroy Sane, der es auch gut verstand, sich in vielversprechende Abschlusspositionen zu bringen, um sie dann nicht zu nutzen. Diaz vergab teilweise kläglich aus kürzester Distanz, brachte sich und seine Teamkollegen an den Rand der Verzweiflung.
Sieben Abschlüsse hatte er, der Expected-Goals-Wert von 1,23 sieht angesichts der hohen Qualität seiner Chancen aus wie eine Untertreibung. Mindestens zwei Tore hätte er machen müssen – und dann wäre die Diskussion über das Spiel auch eine andere gewesen.
Bundesliga-Transfergerüchte: Kim rückt in den Fokus des FC Chelsea

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Der FC Chelsea beschäftigt sich laut Bayern-Insider Christian Falk mit einer möglichen Verpflichtung von Abwehr-Star Minjae Kim. Zwar liege noch kein konkretes Angebot vor, jedoch haben die "Blues" angeklopft. Der FC Bayern würde sich demnach ab 30 bis 40 Millionen Euro gesprächsbereit zeigen. Auch Tottenham, AC Mailand und Inter Mailand seien am Südkoreaner interessiert, ...RHR-Foto

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Schlug in Leipzig voll ein: Yan Diomande
Yan Diomande (RB Leipzig)
Leipzig-Youngster Yan Diomande zählt zu den großen Entdeckungen der Saison. Dies hat offenbar auch Manchester United festgestellt, die laut der spanischen Zeitung "Sport" Interesse am 19-Jährigen haben sollen. Demnach hätte der Flügelspieler die ManUnited-Bosse mit seiner "Schnelligkeit und Dribbelfähigkeit" beeindruckt. Allerdings läuft sein Vertrag bei RB bis Sommer 2030, sodass die mögliche Ablöse sehr hoch ausfallen dürfte.AFP/SID/RONNY HARTMANN

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Victor Osimhen (Galatasaray Istanbul)
Victor Osimhen steht nun wohl doch auf dem Zettel des FC Bayern. Der Rekordmeister prüft laut "FussballTransfers", ob ein Transfer des nigerianischen Torjägers möglich sein könnte. Osimhen wurde dem FC Bayern bereits im Winter angeboten, allerdings lehnte Max Eberl einen Transfer damals noch ab. Nun beschäftigen sich die Münchner Verantwortlichen erneut mit dem Angreifer. Auch Osimhen selbst kann sich einen Wechsel nach München offenbar gut vorstellen. Neben dem FC Bayern zeigen allerdings auch andere Klubs Interesse - darunter mehrere Vereine aus Saudi-Arabien.IMAGO/Buzzi

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Luka Vuskovic (Hamburger SV)
Kann der HSV Innenverteidiger Luka Vuskovic halten? "Ich bin Überzeugungstäter. Natürlich glaube ich auch fußballromantisch an Dinge, die schwer vorzustellen sind", sagte Hamburgs Trainer Merlin Polzin der "Bild". Der Kroate ist von Tottenham Hotspur ausgeliehen und liegt bei einem Marktwert von 40 Millionen Euro. Dabei wähnt sich Polzin mit einem Trumpf in der Hand. "Wir wissen auch, was im November passiert..." Dabei spielt Polzin auf das Comeback von Lukas Bruder Mario Vuskovic nach Doping-Sperre an.IMAGO/HMB-Media

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Said El Mala (1. FC Köln)
Köln-Juwel Said El Mala steht bei einigen Klubs auf dem Zettel, einer wirbt aber wohl besonders intensiv um die Dienste des 19-Jährigen: Brighton & Hove Albion mit Trainer Fabian Hürzeler. Laut "Sky" plant der Premier-League-Klub im kommenden Sommer einen weiteren Vorstoß. Schon in den vergangenen beiden Transferfenstern hat der Klub demnach erfolglos wegen eines möglichen Transfers angefragt. Sein Vertrag in Köln läuft noch bis 2030.IMAGO/Revierfoto

Borussia Mönchengladbach v VfL Wolfsburg - Bundesliga
Rocco Reitz (Borussia Mönchengladbach)
Borussia Mönchengladbach könnte im Sommer 2026 wohl Rocco Reitz verlieren. Laut "Sky" soll RB Leipzig großes Interesse am 23-Jährigen haben. Dem Bericht nach hat Reitz in seinem Kontrakt offenbar eine Ausstiegsklausel in Höhe von 28 Millionen Euro. Zudem gibt es wohl auch weitere Interessenten wie Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und Brighton & Hove Albion. Reitz' Vertrag bei den "Fohlen" läuft noch bis Sommer 2028.2025 Getty Images

Leicester City v Wrexham AFC - Sky Bet Championship
Jeremy Monga (Leicester City)
Beim englischen Zweitligisten sorgt der erst 16-jährige Jeremy Monga für Aufsehen. Entsprechend sind schon einige Topklubs auf den Teenager aufmerksam geworden. Laut "Teamtalk" gehören auch der FC Bayern und Borussia Dortmund zu den Interessenten an Monga. Demnach sollen auch beide Klubs schon Gespräche mit dem Offensivspieler geführt haben, ...2025 Getty Images

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Jeremy Monga (Leicester City)
... der aufgrund der Statuten aber erst im Jahr 2027 nach Deutschland wechseln dürfte. Die Konkurrenz im Werben um den Engländer ist aber wohl riesig. Juventus Turin, Real Madrid und PSG haben wohl ebenfalls schon Kontakt zu Monga aufgenommen, auch die englischen Topklubs Liverpool und Tottenham seien hinter dem Toptalent her, heißt es.2025 Getty Images

Borussia Dortmund v Bayer 04 Leverkusen - DFB Cup: Round of 16
Julian Ryerson (Borussia Dortmund)
Landet ein BVB-Stammspieler beim FC Barcelona? Wie "Sky" berichtet, hat Barca offenbar ein Auge auf Julian Ryerson geworfen. Der Norweger soll demnach ein günstiger Ersatz für Jules Kounde sein, der in Katalonien vor dem Abgang steht. Erste Gespräche sollen demnach bereits stattgefunden haben. Ob der BVB einem Abgang jedoch zustimmen würde, ist offen.2025 Getty Images
Nun muss man den Chancenwucher bei Diaz auch nicht zu hoch hängen. Aber auch beim FC Liverpool gab es immer wieder Spiele, in denen er diesen letzten entscheidenden Schritt in Richtung Weltklasse nicht gehen konnte, weil ihm die Nerven im Abschluss versagten.
Um die 75 Millionen Euro Ablöse zu rechtfertigen, muss er gerade in diesem Bereich noch besser werden. Dass es in ihm steckt, hat er aber auch oft genug gezeigt.
Lennart Karl: Ein gutes Tempo für ihn
Besser werden will auch Lennart Karl. Der 17-Jährige feierte in Wiesbaden sein Startelfdebüt. Unter dem Strich bleibt ein meist unauffälliger Auftritt, der aber bis zu seiner Auswechslung gefühlt alle zehn Minuten besser und mutiger wurde.
Ein Abseitstor, ein paar gute Kombinationen mit seinen Mitspielern und vor allem ein sehr aktives Freilaufverhalten zeigen, dass er sich nicht versteckt. Zudem machte der Offensivspieler kaum Fehler.
Und doch zeigt seine ordentliche, aber keinesfalls überragende Leistung, dass das aktuell vom FC Bayern vorgegebene Tempo für ihn richtig ist. Hier mal 20 Minuten in der Bundesliga, dort 60 Minuten gegen einen unterklassigen Gegner im Pokal. Karl deutet an, dass er für mehr bestimmt ist. Überstürzen muss man es in München aber keinesfalls. Sammelt er weiter so beständig Minuten, wird ihn diese Saison weit nach vorn bringen.
Augsburg wird ein Härtetest für den FC Bayern
Am Ende war die Leistung des FC Bayern in Wiesbaden nur halb so dramatisch, wie es der Verlauf der zweiten Halbzeit auf dem Papier wirken lässt. Die Spielanlage passt, die Chancen waren da und am Ende zieht man verdient in die nächste Runde ein.
Ein Pflichtsieg, der aber auch sowohl offensiv als auch defensiv das Verbesserungspotenzial aufgezeigt hat. Wie so oft wird vor allem das nächste Spiel zeigen, wie schwer die Makel vom Mittwochabend wiegen.
Besonders brisant: Für die Münchner geht es nach Augsburg. In den vergangenen acht Auswärtsspielen dort kassierten sie fünfmal zwei Gegentreffer. Der FCA hat zudem starken Aufwind durch Sandro Wagner. Umso wichtiger für die Bayern, dass es in Wiesbaden nicht in die Verlängerung ging.
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