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DFB-Team: Warum die Nominierung von Lennart Karl kein bisschen zu früh kommt - ein Kommentar
Veröffentlicht:
von Justin Kraftran Fußball
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Videoclip • 02:04 Min
Lennart Karl feiert sein Debüt bei der Nationalmannschaft – zumindest erstmal im Kader des DFB-Teams. Eine Nominierung zum richtigen Zeitpunkt, denn das Top-Talent des FC Bayern kann auch für Julian Nagelsmann den Unterschied machen. Ein Kommentar.
Wenn ein junger Spieler sein Debüt beim DFB-Team feiert und erstmals für den Kader der A-Nationalmannschaft berufen wird, dann gibt es hierzulande oft eine mindestens kleine Diskussion darüber, ob das nicht zu früh käme.
Bei Lennart Karl war das von Anfang an ein bisschen anders. Ein Großteil der Expertinnen und Experten, die in Deutschland die großen Medien dominieren, ist sich hier einig: Der 18-Jährige muss zur WM.
Und damit liegen sie goldrichtig. Gut, ob er zur WM muss, das muss er nun bei seinen Chancen beweisen, die er im DFB-Team bekommt. Aber zumindest der erste Schritt, ihn zu nominieren, ist richtig von Julian Nagelsmann.
Denn der Bundestrainer hat ein großes Problem in der Offensive, das in den vergangenen Jahren eigentlich viel zu wenig beleuchtet wurde: Ihm fehlen Spielertypen, die mit Mut, Tempo und Dribblingstärke die Tiefe attackieren. Nagelsmann hat einige Spieler, die andere in die Tiefe schicken können, aber eben kaum einen wie Karl.
Lennart Karl ist eine gute Ergänzung für den DFB-Kader
Der Linksfuß ist ein Zocker. Einer, der mutig in jeder Situation versucht, den Gegner unter Druck zu setzen. Er bringt exakt die Straßenfußballermentalität mit, die der oft zu braven Offensive des DFB-Teams fehlt.
Karl hat das bereits in der Champions League bewiesen, wo er einige seiner stärksten Auftritte hatte. Er ist schnell, dribbelstark und hat einen richtig guten Abschluss. Und natürlich ist da das Argument, dass er all das erst mal konstant auf höchstem Niveau zeigen sollte.
Er hatte einige Spiele in dieser Saison, wo er kein Land sah und viel Lehrgeld bezahlte. Aber warum warten? In der Nationalmannschaft gibt es genug vermeintlich erfahrene Spieler, die in ihren Leistungen ebenso springen wie Karl, aber ein deutlich geringeres Gesamtpotenzial haben.
Die Erstbesetzung in der Offensive steht sowieso. An Musiala, Wirtz und wohl auch Havertz wird kaum ein Weg vorbeiführen. Die einzige Frage ist, wer auf der Neun starten wird. Anschließend geht es darum, wer von der Bank noch frischen Wind bringen kann.
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Nagelsmann kann mit Karl mehr gewinnen als verlieren
Karl ist unbekümmert und macht Dinge, die unkonventionell sind. Das bedeutet einerseits, dass er noch einige Fehler macht, auch mal Bälle verliert und nicht immer den Einfluss auf ein Spiel nimmt, den man sich als Trainer vielleicht erhofft.
Es bedeutet andererseits aber, dass er an seinen besten Tagen Dinge macht, die kein anderer im Nationalteam so liefern kann. Wenn es bei der WM in einem K.-o.-Spiel kurz vor dem Ende nochmal Power, Tempo und Mut von der Bank braucht, um den Druck zu erhöhen, dann kann Karl das liefern.
Will man dann lieber jemanden, der unermüdlich etwas probiert und nach vorn marschiert oder jemanden, von dem man zwar exakt weiß, was man bekommt, genau das aber den Rhythmus nicht mehr wirklich verändert?
Am Alter darf eine Nominierung Karls jedenfalls nicht scheitern. Was wäre der für beide Seiten schlimmste Fall, wenn er dabei ist? Dass er das gesamte Turnier über auf der Bank sitzt. Selbst dann wird der 18-Jährige aber Erfahrungen mitgenommen haben, die seine Karriere prägen können.
Zumal dieses Argument für jeden Spieler gilt. In der Offensive hat Nagelsmann genug Spieler, von denen er genau weiß, was er bekommen wird. Deutschland braucht endlich mal wieder einen Spieler, der alle überraschen kann. Warum also nicht wenigstens eine Wundertüte nominieren, die dem Spiel im besten Fall etwas gibt, was so aktuell nicht vorhanden ist?
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