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Fußball

Nach Krebserkrankung: Kevin Keegan ist verstorben

Aktualisiert:

von SID

Trauer um Kevin Keegan.

Bild: Imago


Der ehemalige englische Fußballprofi und späterer Nationaltrainer Kevin Keegan ist verstorben. Anfang des Jahres hatte er seine Krebserkrankung öffentlich gemacht.

Kevin Keegan brachte Glanz und Glamour in den rauen Norden, wie es vor ihm kaum jemand geschafft hatte. Mit rasanten Dribblings, feinen Pässen und wuchtigen Kopfbällen, seiner Lockenpracht und einer gefühlvollen Stimme. Nur drei Jahre machte der Weltstar in Hamburg Station, doch hätte es Uwe Seeler nicht gegeben, die englische "Mighty Mouse" wäre bis heute der populärste Fußballer, der je das Trikot des Hamburger SV getragen hat.

Am Montag verlor Keegan den Kampf gegen den Krebs. Wie seine Familie mitteilte, verstarb der zweimalige Ballon-d'Or-Gewinner im Alter von 75 Jahren. Anfang des Jahres hatte er eine Krebserkrankung öffentlich gemacht, am 1. Juni folgte die Nachricht, die Krankheit sei im finalen Stadium. Nun ist Keegan tot.

Der frühere Weltklassestürmer sei in seinen letzten Augenblicken "von seiner Frau und seinen Töchtern umgeben" gewesen, hieß es in dem Statement: "Kevin war ein sehr geliebter Ehemann, Vater und Großvater. Die Familie möchte Kevins großartigem medizinischen Team für all seine Unterstützung danken." Die Familie bittet um Ruhe und Privatsphäre.

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Kevin Keegan wurde dreimal englischer Meister mit Liverpool und spielte drei Jahre beim HSV

Der HSV trauert "um einen der besten Fußballer, die jemals die Raute auf der Brust getragen haben". Der Klub werde "seinem ehemaligen Meisterspieler und zweifachen Ballon-d’Or-Gewinner stets ein ehrendes Andenken bewahren", teilten die Hamburger mit.

1977 war Keegan nach Hamburg gewechselt, ein damaliger Transfercoup in der Bundesliga. Zuvor hatte er mit dem FC Liverpool drei englische Meisterschaften und den Europapokal gewonnen. Als Keegan im Volkspark auflief, war er bereits ein Star. In der Hansestadt prägte der charmante Keegan, der mit Hilfe seiner deutschsprachigen Frau Jean erstaunlich schnell die neue Sprache lernte, eine der erfolgreichsten Perioden der Vereinsgeschichte.

In einer Zeit, als Fußball-Profis eigentlich nur Fußball spielten, war Keegan ein Pop-Star - und das war durchaus wörtlich zu nehmen. Zusammen mit Smokie nahm er den Titel "Head over heels in love" auf, ein Ohrwurm weit über die Hansestadt hinaus. 15 Wochen lang hielt sich der Song in den deutschen Charts, Höchstnotierung Rang zehn.

"Das war eine Zeit, in der alles gelang. Wir wurden deutscher Meister, ich wurde Europas Fußballer des Jahres, und die Single war ein Hit in Deutschland", erzählte Keegan, der 1978 und 1979 den Ballon d'Or gewann, später.

Nach einem Jahr der Eingewöhnung entpuppte sich das nur 1,69 m große Ausnahmetalent nicht nur als kompletter Fußballer. Tausende von neuen, mehrheitlich weiblichen Fans, die bis dahin mit Fußball wenig anfangen konnten, strömten nur wegen des knuddeligen Wuschelkopfs in die ungemütliche Betonschüssel am Volkspark.

Als Trainer blieben die großen Erfolge aus

Keegans Nationalmannschafts-Laufbahn konnte mit seiner märchenhaften Vereinskarriere nicht Schritt halten. Zwar kam er zwischen 1972 und 1982 auf 63 Einsätze, doch bei Welt- und Europameisterschaften spielte er bei den "Three Lions" nur eine Nebenrolle.

Und auch als Trainer blieben die ganz großen Erfolge aus. Bei Newcastle United, dem FC Fulham und Manchester City, aber auch als Nationalmannschafts-Manager. Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet die Mannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einem 1:0-Sieg im alten Wembleystadion dafür sorgte, dass Keegan auch bei der Auswahl Englands vorzeitig seinen Platz räumen musste.

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