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Jürgen Klopp nominiert ersten DFB-Kader - eine Position ist offen wie nie: Aus 57 mach 20 plus 3 - oder mehr?
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von SIDran Fußball Bundesliga
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Jürgen Klopp beruft erstmals ein Aufgebot für die deutsche Nationalmannschaft. Überraschungen sind dabei vorprogrammiert.
Jürgen Klopp setzte sein breitestes Zahnpastalächeln auf, der Bundestrainer fühlte sich inmitten der vielen jungen Gesichter sichtlich wohl.
Ganz so jugendlich wie auf dem Gruppenbild beim Besuch in seiner alten Schule in Dornstetten wird es bei der ersten Kadernominierung des Heilsbringers zwar nicht zugehen. Doch das Foto mit der Gymnasiums-Großbaustelle im Hintergrund gibt die Richtung vor: Altes muss weg, neue Helden braucht das Land!
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"Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die noch gar nicht damit rechnen", hatte Klopp bei seiner Vorstellung angekündigt und den Kandidatenkreis für die neue Fußball-Nationalmannschaft auf "57 Feldspieler", nun ja: eingegrenzt. Überraschungen? Ja, bitte! "Weil ich gerne mutig sein werde. Das war ich schon immer und werde ich auch bleiben."
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DFB-Team: Jürgen Klopp sieht "unglaublich viel Talent"
Er sehe "unglaublich viel Talent", sagte Klopp, er betonte: "Wir sind bei der U17 Welt- und Europameister geworden. Die müssten jetzt 20 sein. Jetzt, mit Führerschein, können wir sie gebrauchen." Seinen Anwärtern versprach er: "Jeder, der berechtigt ist, für das Nationalteam zu spielen, sollte sich anstrengen - denn ich werde gucken."
Das hat er getan, auf seiner Deutschland-Tour zu mehreren Bundesliga-Standorten hat er zig Bewerber gesichtet und beim Training besucht, er hat Dutzende Vier-Augen-Gespräche oder Telefonate geführt. Und jetzt: Tabula rasa?
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"Er sieht durchaus Potenzial, sagt, dass er mehr und mehr andere Spieler in den Blick nehmen möchte", kündigte DFB-Präsident Bernd Neuendorf an. Eine personelle Revolution ist dennoch nicht zu erwarten, wenn Klopp seinen Kandidatenkreis am Donnerstag (10.00 Uhr) von 57 auf 20 plus drei Torhüter einschränkt (sofern er nicht mehr Profis beruft, als er bei seinem Debüt am 24. September in den Niederlanden melden darf).
Es gibt einige frische Bewerbungen neuer Gesichter wie Paris Brunner, Yann Bisseck, Tom Bischof, Finn Jeltsch, Philipp Treu oder Nicolo Tresoldi. Die Ausnahmetalente Francis Onyeka und Kennet Eichhorn, der allerdings gesundheitliche Probleme hat, wurden gerade erst mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold geehrt.
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Jürgen Klopp nominiert wohl XXL-Kader
Auch deshalb dürfte der erste Kader deutlich größer als die üblichen 23 Spieler ausfallen. Das berichten "Sky" und die "Sportschau".
Vor der anstehenden Länderspielpause, die gleich vier Spiele in der Nations League umfassen wird, tendiere Klopp dazu, einen großen Trainingskader zu berufen. Die Regularien der UEFA legen Klopp dabei keine Steine in den Weg, theoretisch kann er so viele Spieler nominieren, wie er will.
Allerdings muss bis Mitternacht vor jedem Nations-League-Spiel eine Liste mit 23 Spielern, darunter mindestens drei Torhüter, gemeldet werden, die den Spieltagskader bilden. Die restlichen Spieler würden dann auf der Tribüne sitzen.
Diese Kaderlisten können von Spiel zu Spiel aber angepasst werden, weshalb Klopp wohl plant, jeweils kräftig durchzurotieren, auch aus Gründen der Belastungssteuerung. Gleichzeitig hätte er in diesem Fall die Möglichkeit, sich von möglichst vielen Spielern im täglichen Training ein Bild zu machen.
Deutschland unter Klopp: Torwartfrage offen wie lange nicht
Andere junge Hoffnungsträger wie Younes Ebnoutalib oder Dzenan Pejcinovic sind nach Kracherstarts schon wieder etwas aus dem Blickfeld geraten, an ihrer Stelle sind einst Aussortierte plötzlich wieder top: Karim Adeyemi, Jonathan Burkardt, Matthias Ginter, Kevin Schade. Sogar Niclas Füllkrug trifft wieder.
Sicher ist: Nach dem endgültigen Abschied von Manuel Neuer, neben Antonio Rüdiger der einzige Rücktritt nach dem WM-Desaster, ist die Torwartfrage offen wie lange nicht. Marc-Andre ter Stegen, Oliver Baumann, Jonas Urbig, Alexander Nübel, Noah Atubolu und sogar Klopps alter Liverpool-Schüler Loris Karius haben alle Argumente - keiner aber erscheint als der logische Kandidat.
Als WM-"Opfer" drängen sich der angeschlagene Leon Goretzka, Leroy Sané oder Nick Woltemade auf. Alte und neue Kandidaten wie Serge Gnabry, Assan Ouédraogo, Angelo Stiller oder Rocco Reitz kommen aus Verletzungen oder fallen aus, andere wie Jamal Musiala, Lennart Karl, Nico Schlotterbeck oder Felix Nmecha sind rechtzeitig fit.
Bundestrainer Jürgen Klopp
Bild: AFP/SID/Alexandra BEIER
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Joshua Kimmich "Fahnenträger" und "toller Kapitän"
Dass Klopp trotz des neuerlichen Turnierdesasters auf einen breiten Stamm aus WM-Fahrern bauen dürfte, ließ er bei allem Drang zur Erneuerung auch schon durchblicken. "Wir hatten viele gute Spieler bei der WM, die nicht sonderlich gut gespielt haben", sagte der Bessermacher, der genau darin seinen Auftrag sieht.
Joshua Kimmich, vielleicht das prägende Gesicht der "Generation nix", die drei WM-Pleiten in Serie zu verantworten hat, dürfte der Anführer bleiben. Sportchef Rudi Völler adelte ihn als "Fahnenträger" und "tollen Kapitän".
Der Münchner soll eine Elf anleiten, die die darbende Nation wieder begeistert. "Ich möchte erreichen", sagte Klopp, "dass die Leute nach dem Spiel nach Hause gehen und sagen: 'Wow'." Der erste Wow-Effekt soll jetzt vom Chef persönlich kommen.
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