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England

FC Liverpool - Florian Wirtz: Ein Wechsel darf kein Thema sein - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Andreas Reiners

ran Fußball

DFB: Jürgen Klopp über Wirtz-Situation - "ungünstiger Zeitpunkt"

Videoclip • 03:07 Min


Sollte Florian Wirtz beim FC Liverpool die Reißleine ziehen und einen Wechsel forcieren? Das Zeichen wäre fatal. Ein Kommentar.

Florian Wirtz ist kein Mann der großen Worte.

Kein Lautsprecher oder Sprücheklopfer. Was grundsätzlich kein Problem ist, schließlich soll der Nationalspieler auf dem Fußballplatz brillieren und nicht in den Interviews danach. Man merkt ihm an, dass sie eher lästige Pflicht als ein Vergnügen sind.

Deshalb wurde in der vergangenen Saison in den Gesprächen sehr deutlich, dass ihn die Fragen zu seinem Stotterstart in der Premier League irgendwann genervt haben.

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Florian Wirtz: Immer wieder Kritik und Nachfragen

Auch wenn seine Leistungen nach einer gewissen Eingewöhnungszeit besser wurden – ganz los wurde er die Nachfragen nie, weil seine Auftritte diese rechtfertigten.

125 Millionen Euro hat sich der FC Liverpool die Dienste des 23-Jährigen kosten lassen, wirklich warm wurde er mit Klub, härterer Gangart und schonungslosem Umgang aber bislang nicht.

Talent hin oder her – nicht jeder ist für die Premier League mit all ihren Besonderheiten und Nebengeräuschen gemacht. Es kann vorkommen, dass ein Spieler genau dort nicht so funktioniert wie in einer anderen Mannschaft und Liga.

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Florian Wirtz: Heftige Kritik als Herausforderung

Zu den Herausforderungen gehören auch die Analysen und Kommentare der Ex-Stars, die auf der Insel schon mal in Richtung Gürtellinie gehen können. Jamie Carragher, Wayne Rooney und Co. nehmen grundsätzlich kein Blatt vor den Mund. Es weht nochmal ein anderer Wind als hierzulande.

Das muss man abkönnen.

Gewöhnungsbedürftig ist es zudem, wenn man aus dem medial beschaulichen Leverkusen nach Liverpool wechselt, dazu als Meister und Pokalsieger, also als bejubelter Held.

So oder so: Wirtz hat die (sehr hohen) Erwartungen bislang nicht erfüllt. Auch in dieser Spielzeit bleibt die Kritik-Taktzahl hoch, auch wenn er oft schlechter geschrieben wird als er tatsächlich war.

Darauf kann man unterschiedlich antworten: Mit einem vorzeitigen Wechsel für einen Neustart anderswo. Lothar Matthäus hatte diese Option ins Spiel gebracht, sollte es für Wirtz nicht besser werden. Es wäre aber deutlich zu früh, im Winter oder nach der Saison die Segel zu streichen und zu flüchten.

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Florian Wirtz: Flucht als Karriere-Makel

So würde es ihm nämlich vermutlich ausgelegt werden nach gerade einmal anderthalb oder zwei Saisons. Nach dem Motto: Wenn es unbequem wird, wirft man hin und geht damit den Weg des geringeren Widerstands.

Es wäre ein unnötiger Makel, denn die Qualität des Mittelfelddribblers ist unbestritten. Und es sind genau solche Situationen, die man als junger Spieler erleben muss. Nicht jede Hürde erfordert sofort einen Vereinswechsel.

Sonst hätte er auch in Leverkusen bleiben können.

Florian Wirtz: Warum nicht der unbequemere Weg?

Wirtz hat aber noch eine andere Möglichkeit: Er kann sich der Kritik stellen und beweisen, dass er auch in Liverpool den Unterschied machen kann. Dass er nicht nur dann glänzt, wenn die Umstände passen, sondern auch dann, wenn es schwierig wird.

Es wäre der unbequemere Weg. Aber einer, der ihn als Spieler und Persönlichkeit weiterbringen kann. Denn die Qualität, die ihn in Leverkusen zu einem der begehrtesten Fußballer Europas gemacht hat, ist nicht plötzlich verschwunden. Er muss nur einen Weg finden, sie auch in England konstant auf den Platz zu bringen.

Und vielleicht passt das sogar ganz gut zu ihm. Er war schließlich noch nie ein Mann der großen Worte. Warum sollte er also ausgerechnet jetzt anfangen, seine Zukunft zu erklären?

Er sollte stattdessen lieber Taten sprechen lassen.

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