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Regionalliga: Der Fall Unterhaching muss Konsequenzen haben - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Tobias Wiltschek

ran Fußball

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Videoclip • 03:34 Min


Der Rückzug der SpVgg Unterhaching aus dem Aufstiegsrennen kurz vor Saisonende wirft ein schlechtes Licht auf das Lizenzierungsverfahren zur 3. Liga und muss den DFB zum Umdenken bringen.

Seit Dienstag ist es also amtlich: Die SpVgg Unterhaching hat sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, trotz guter sportlicher Aussichten auf einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga zu verzichten.

Das wirtschaftliche und sportliche Risiko, so ist dem Statement des Klubs zu entnehmen, ist zu hoch für die Münchner Vorstädter.

Es ehrt die Verantwortlichen um Präsident Manfred Schwabl, dass sie ihren Verein in der 3. Liga nicht sehenden Auges vor die Hunde gehen lassen wollen und sich stattdessen lieber auf die weitere Förderung der Nachwuchsarbeit konzentrieren.

Für den DFB aber muss die Kapitulation des einst stolzen Bundesligisten ein Alarmzeichen sein. Denn durch den Rückzug der Hachinger ist das Rennen um die Aufstiegsspiele in die höchste vom DFB verwaltete Liga zu einer Farce verkommen.

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Hachings Rückzug ist ein Freifahrtschein für Würzburg

Die Entscheidung der Spielvereinigung kurz vor Saisonende bedeutet nämlich, dass damit dem einzig verbliebenen Rivalen Würzburger Kickers ein Freifahrtschein für die Aufstiegsspiele in die 3. Liga ausgestellt wurde.

Die Franken stehen zwar bei drei noch ausstehenden Spielen nur auf Platz drei der Regionalliga Bayern. Neben ihnen und Haching haben aber nur noch der FC Bayern II und Wacker Burghausen einen Lizenzantrag für die 3. Liga gestellt. Beide Klubs liegen in der Tabelle so weit zurück, dass sich Würzburg selbst mit drei Niederlagen für die Aufstiegsspiele qualifizieren würde.

Oder um es anders auszudrücken: Die Kickers können sich bereits jetzt für den Showdown Ende Mai schonen, während der Konkurrent aus der Regionalliga Nordost – Stand jetzt Lok Leipzig – bis dahin noch dreimal hart um jeden Punkt kämpfen muss.

DFB muss sich Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen

Bei solch krassen Unterschieden in der Vorbereitung auf so wichtige Spiele, muss sich der Organisator des Wettbewerbs – und auch das ist letztlich der DFB – den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen.

Dabei wäre diese Situation zu vermeiden gewesen, indem der Verband und auch die Vereine früher für klare Verhältnisse gesorgt hätten. Zu so einem fortgeschrittenen Stadium der Saison muss feststehen, wer sich den Aufstieg leisten kann und wer nicht.

Stattdessen ist die Lizenzierung durch den DFB für die 3. Liga Ende April immer noch nicht offiziell abgeschlossen. Das ist viel zu spät und muss sich mit Blick auf die Zukunft unbedingt ändern.

Einen so kurzfristige Entscheidung wie in Haching darf sich nicht wiederholen

Mit der anvisierten Regionalligareform sollen ab 2028 zwar die lästigen und unfairen Aufstiegsspiele zwischen den Meistern der Regionalligen Nord, Bayern und Nordost wegfallen.

Doch bis dahin werden die Vertreter dieser drei Ligen weiterhin um nur zwei Aufstiegsplätze spielen, während die Meister aus dem Westen und Südwesten direkt aufsteigen.

In diesem verflochtenen Konstrukt ist Transparenz und Planungssicherheit für alle Vereine das oberste Gebot. Einen so kurzfristigen wie folgenschweren Rückzug wie den aus Unterhaching darf es deswegen nicht noch einmal geben.

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