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Regionalliga

Regionalliga-Reform: Politik, Macht und gereizte Stimmung! Spielen alle mit offenen Karten?

Veröffentlicht:

von Andreas Reiners

ran Fußball

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Videoclip • 01:54 Min


Am Mittwoch könnte in Sachen Regionalliga-Reform ein wichtiger Schritt erfolgen. Rund um das favorisierte Kompassmodell sorgen aber politische Spielchen für Probleme.

Von Andreas Reiners

Als die Regionalligen zuletzt reformiert wurden, verlor der FC Bayern das "Finale dahoam", der BVB wurde letztmals Meister und Michael Schumacher trat endgültig von der Formel-1-Bühne ab.

2012 war das.

Seitdem schwelt der Zoff um eine gerechte und vernünftige Ausrichtung. Denn bei fünf Ligen und vier Absteigern aus der 3. Liga ist klar, dass ein Meister auf der Strecke bleibt. Einen jährlich festen Aufsteiger stellen nur die Staffeln West und Südwest, die Staffeln Nord, Nordost und Bayern rotieren.

"Meister müssen aufsteigen": Die Forderung nach einer sportlichen Selbstverständlichkeit soll endlich erfüllt werden.

Und jetzt sind die Beteiligten wohl so nah dran wie nie zuvor: Am Mittwoch könnte es einen Durchbruch bei der Sitzung der zuständigen DFB-Arbeitsgruppe geben. Viele hoffen zumindest darauf.

Rund um den Termin hat die Aufstiegsreform-Initiative verkündet, dass inzwischen 70 Vereine aus den ersten fünf Ligen eine Veränderung unterstützen. Was zeigt, wie dringend eine Einigung wäre.

"Es schließen sich immer mehr Vereine unserer Reforminitiative an. Der Druck von der Basis wächst. Irgendwann wird er so groß sein, dass man im Sinne des Fußballs Lösungen finden muss. Deshalb bin ich überzeugt, dass sich die Anstrengungen am Ende auszahlen werden", sagte Tommy Haeder im ran-Gespräch. Er ist Geschäftsführer des Chemnitzer FC und dazu auch Initiativen-Sprecher.

Regionalligen: Das ist das Kompassmodell

Die Lösung, die dem Vernehmen nach aktuell am nächsten an eine tragfähige Mehrheit herankommt, ist das sogenannte Kompassmodell. Dabei sollen die Regionalligen künftig in vier Staffeln à 20 Mannschaften spielen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz soll die Einteilung so vorgenommen werden, dass die Mannschaften die geringstmöglichen Fahrstrecken haben. Ein Effekt: Einzelne Mannschaften könnten dadurch die Staffeln wechseln.

"Ein entscheidender Punkt bei der Lösungsfindung ist: Jede Regionalliga-Staffel muss ihren Beitrag leisten und sich ein Stück bewegen. Nur so entsteht ein Modell, das die unterschiedlichen Interessen fair und ausgewogen berücksichtigt – und niemanden benachteiligt", sagt Haeder.

Doch der Mittwoch wird kein Selbstläufer.

Das Kompassmodell ist zwar "ein Konzept, bei dem es vergleichsweise wenige überzeugende Gegenargumente gibt", so Haeder. Was aber nicht bedeutet, dass die Sitzung einen Durchbruch garantiert.

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Regionalliga-Reform: Politische Spielchen im Hintergrund

Denn bei fünf Regionalligen, 90 Vereinen und einer DFB-Struktur mit fünf Regional- und 21 Landesverbänden kommt es unweigerlich zu Streit um Macht und Besitzstände. Heißt: Hinter den Kulissen sorgen politische Bestrebungen für Widerstände, die zum Bremsklotz für die ganze Reform werden.

So sollen Medienberichten zufolge die Verbandschefs Peter Frymuth (Westen), Ralph-Uwe Schaffert (Norden) und Dr. Christoph Kern (Bayern) die Umsetzung angeblich torpedieren, auch aus dem Südwesten soll es offenbar wenig Unterstützung geben, dafür deutlich mehr Skepsis.

Es wird so versucht, bestehende Strukturen zu erhalten, Einfluss zu sichern und die eigene Liga in der bisherigen Form weiterzuführen. Denn klar ist auch: Sollte eine Reform kommen, könnte sich die Trägerschaft verändern, zum Beispiel stärker in Richtung DFB. Und das würde automatisch bedeuten, dass einzelne Verbände möglicherweise weniger direkten Einfluss haben.

Regionalliga-Reform: Wenig Argumente dagegen

Für Haeder ist die Politik "ein zentraler Punkt, auch wenn er öffentlich selten so klar benannt wird". Er räumt ein, anfangs "ziemlich naiv" gewesen zu sein: "Ich dachte, es geht in erster Linie um Lösungen im Sinne des Fußballs in unserem Land. Aber der sportliche Aspekt hat tatsächlich den kleinsten Anteil."

Das Problem: Das DFB-Präsidium besteht aus den Regional- und Landesverbänden, und genau die sitzen auch mit am Tisch und haben Einfluss. Ein Grund, warum es von DFB-Präsident Bernd Neuendorf kein Machtwort gibt.

Hinzu kommt: "Viele Entscheidungen müssen im Konsens entstehen, und genau das macht den Prozess so komplex und langwierig", sagt Haeder. Auch der nicht selten geäußerte Vorwurf, viele Entscheidungsträger seien schlicht nicht mehr nah genug an der Basis, ist offenbar ein echtes Hindernis.

Die Vereine in den Regionalligen kämpfen täglich mit großen wirtschaftlichen, strukturellen und sportlichen Herausforderungen. Vorgebracht werden dann aber Argumente, die an den tatsächlichen Themen und Problemen vorbeigehen, so die Kritik. Argumente, die eher der eigenen Sache dienen als dem großen Ganzen. Die Stimmung ist gereizt.

"Es geht den Blockierern offensichtlich nur um Macht und persönliche Interessen, dafür arbeiten sie gegen die Interessen des Fußballs und der Vereine", sagte Daniel Meyer, der Sportchef des Halleschen FC, dem "kicker". Rot-Weiß Erfurts Geschäftsführer Franz Gerber mahnt: "Die Reform darf nicht scheitern, nur weil drei Verbandspräsidenten um ihre Pfründe fürchten. Deshalb dürfen die Bemühungen jetzt nicht torpediert und damit aufs Spiel gesetzt werden."

Er rechnet vor: "Die jetzige Regelung ist für 85 Prozent der Regionalliga-Vereine eine Katastrophe, weil sie ungerecht ist und dem Fair-Play-Gedanken widerspricht, den sich der DFB auf die Fahnen geschrieben hat. Das 'Kompassmodell' wäre zu 95 Prozent gerecht. Eine Lösung, die alle zu 100 Prozent zufriedenstellt, wird es nie geben."

Regionalliga-Reform: Klubs sind gut vernetzt

Was Mut macht: "Die Klubs sind mittlerweile sehr gut vernetzt, tauschen sich intensiv aus und treten zunehmend geschlossen auf. Das ist ein entscheidender Unterschied zu früher", betont Haeder.

Ein gutes Beispiel ist die jüngste Entwicklung in Niedersachsen: Dort wurde Verbandspräsident Schaffert trotz fehlender Gegenkandidaten im ersten Wahlgang nicht wiedergewählt. Erst im zweiten Durchgang kam es doch noch zur Wahl – allerdings mit deutlich reduziertem Rückhalt.

Eine echte Ohrfeige.

"Das zeigt, wie stark sich die Kräfteverhältnisse aktuell verschieben. Und genau das könnte auch in anderen Verbänden passieren, wenn die Verantwortlichen den Reformwillen der Vereine nicht ernst nehmen", glaubt Haeder. Diese neue Geschlossenheit der Klubs sei ein echter Faktor geworden und könne "am Ende sogar der entscheidende Hebel sein, um Bewegung in die Sache zu bringen". Parallel dazu erhöhen auch die Fans mit Protesten die Schlagzahl, üben so zusätzlichen Druck aus.

Trotzdem: Der vielzitierte Showdown wird es am Mittwoch nicht werden. Falls nötig, gibt es danach weitere Termine.

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Regionalliga-Reform: Es gibt mehrere Optionen

Allerdings wäre es weder hilfreich, sich im Kreis zu drehen, noch dass sich die Fronten verhärten. "Es wird wichtig sein, dass wir in der nächsten Sitzung deutliche Schritte nach vorne machen, vor allem auf Seiten der Verbandsvertreter. Wenn das nicht passiert, wird es schwierig", sagt Haeder: "Wir sollten jetzt endlich einer Lösung näherkommen, ohne dabei die notwendige Sorgfalt zu verlieren."

Denn das Kompassmodell mag eine aussichtsreiche Lösung sein, es ist aber nicht der einzige Vorschlag. So steht eine Aufstockung der 3. Liga weiter im Raum, auch eine zweigeteilte vierte Profiliga wurde schon diskutiert. Eine gewisse Unberechenbarkeit scheint bei den Sitzungen immer auch mitzuschwingen.

Klar ist aber: Die Arbeitsgruppe muss eher früher als später ein Votum abgeben. Danach geht der Vorschlag an die zuständige Instanz, die je nach Lösungsmodell entscheidet. Haeder hofft, dass man eine klare Entscheidungsvorlage liefern kann. "Und aus meiner persönlichen Sicht wäre es auch sinnvoll, diese Entscheidung offen und namentlich festzuhalten. Damit transparent wird, wer in diesem Prozess welche Position vertritt. Das würde dann nicht nur für Klarheit sorgen, sondern auch dafür, dass Entscheidungen langfristig nachvollziehbar bleiben."

Erhält der Vorschlag grünes Licht, gäbe es 2026/27 oder 2027/28 eine Qualifikationssaison für das neue Modell, eine Saison später würde dann der Spielbetrieb unter der neuen Struktur starten.

Regionalliga-Reform: Es kann schnell gehen

Haeder hält einen Durchbruch grundsätzlich für möglich: "Wenn wirklich alle einen Kompromiss wollen, kann es schnell gehen."

Er glaube nicht, dass sich eine Lösung auf Dauer blockieren lasse. "Dafür ist das Thema mittlerweile zu präsent und zu wichtig geworden. Wir erleben einen Rückhalt, den wir so nie für möglich gehalten hätten. 70 Vereine bundesweit haben ihre Unterstützung bereits öffentlich zum Ausdruck gebracht – das zeigt, wie groß der Reformwille an der Basis ist."

Zugleich mahnt er: "Ich weiß nicht, ob derzeit alle mit offenen Karten spielen. Der gemeinsame Wille zur Veränderung ist aus meiner Sicht noch nicht in jedem Verband in gleichem Maße erkennbar. " Als Reforminitiative werde man weiter entschlossen Überzeugungsarbeit leisten – ohne dabei etwas übers Knie zu brechen. "Entscheidend ist, dass am Ende alle Regionalliga-Meister aufsteigen können und damit eine gerechte Lösung für den Fußball entsteht."

Und nach 14 Jahren kommt es auf ein paar Wochen auch nicht mehr an, um den Streit endlich zu beenden.

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