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WM 2026

DFB: Folgt Jürgen Klopp? Die wichtigsten Fragen und Antworten nach dem Aus von Julian Nagelsmann

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

ran Fußball

WM 2026: So heftig reagiert das Netz auf Nagelsmann

Videoclip • 01:09 Min


Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer. Der 38-Jährige hat dem DFB seinen Rücktritt erklärt. Wird sein Nachfolger Jürgen Klopp? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Am Freitagmorgen sickerte die Meldung so langsam durch, dann wurde es schnell offiziell: Julian Nagelsmann wird nach der enttäuschenden WM 2026 nicht mehr an der Seitenlinie des DFB-Teams stehen. Zuvor soll ihm der DFB einen Rücktritt nahegelegt haben.

Dem Wunsch kam er jetzt nach. Doch warum hat das so lange gedauert? Und wird Jürgen Klopp wirklich der Nachfolger?

ran hat die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Geschehnissen rund um den Bundestrainer-Stuhl der deutschen Nationalmannschaft.

Warum ist Julian Nagelsmann zurückgetreten?

Der DFB hatte beim fünften Turnier in Folge keinen Erfolg und spielte unter Nagelsmann zuletzt keinen guten Fußball mehr. Noch im Frühjahr 2025 verlängerte der DFB den Vertrag des damaligen Bundestrainers bis 2028. Deutschland blickte auf eine Heim-EM 2024 zurück, bei der man nur knapp am späteren Sieger Spanien scheiterte.

Außerdem zeigte das Team starke Leistungen in der Nations League und in Testspielen. Viele Probleme schienen gelöst, doch bei der WM und im Vorfeld zeigte sich, dass das nur ein temporärer Zustand war. Das frühe Ausscheiden war nicht nur verdient, sondern konnte unter anderem auf klare Fehlentscheidungen des Trainers bei der Nominierung und im taktischen Bereich zurückgeführt werden.

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Wird Jürgen Klopp jetzt Bundestrainer?

Jürgen Klopp ist der Favorit auf den Job als Bundestrainer. Der DFB hat sich in einem Statement sehr offensiv dazu geäußert. "Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert", heißt es darin.

Ist Jürgen Klopp derzeit verfügbar?

Aktuell ist Jürgen Klopp bei Red Bull als "Global Head of Soccer" angestellt. Diesen Job übernahm er im Januar 2025, sein Vertrag läuft bis 2029. Das bedeutet auch, dass Red Bull eine Ablösesumme für ihn verlangen kann. Mit seinem Statement hat der DFB bereits leichten Druck auf den Brausehersteller ausgeübt, indem er vermerkte, dass es grundsätzliches Interesse von Klopp an diesem Job gebe.

Ist Jürgen Klopp der Richtige für den DFB?

Jürgen Klopp bringt immense Erfahrung mit. Als Trainer war er mit dem FSV Mainz 05, dem BVB und dem FC Liverpool über viele Jahre erfolgreich. Bei Red Bull hat er nun auch wichtige Einblicke in Managementstrukturen erhalten, die ihm beim DFB helfen könnten, Strukturen zu verändern.

Auch seine Verhandlungsposition mit dem Verband ist gut. Sportlich und finanziell geht es dem DFB nicht gut, mächtige Persönlichkeiten wie Rudi Völler oder Andreas Rettig stehen ebenfalls vor dem Abgang. Dieses Vakuum kann Klopp nutzen, um seine Kompetenzen über den normalen Job als Trainer auszuweiten.

Der 59-Jährige bringt zudem das Ansehen mit, das es in Deutschland braucht, um mehr zu sein als derjenige, der nur die Aufstellungen zu den Länderspielen zusammenbaut. Mit Strahlkraft, Kompetenz und Charisma wird ihm zugetraut, dass er den DFB ernsthaft voranbringen kann.

Ein Grund dafür ist auch, dass er es bei seinen bisherigen Stationen immer gut verstand, sich mit Leuten zu umgeben, die nicht aus seinem Dunstkreis kommen. Klopp ist gut darin, Positionen um sich herum mit Expertinnen und Experten zu besetzen, die neue Blickwinkel mitbringen. Etwas, was der DFB gebrauchen könnte.

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Welche Vorteile verspricht sich der DFB von Jürgen Klopp?

Abseits der sportlichen und fachlichen Qualitäten gilt Jürgen Klopp als Menschenfänger. Julian Nagelsmann stand zuletzt vor allem wegen seiner Kommunikation in der Kritik. Klopp hingegen werden genau in diesem Bereich große Stärken nachgesagt. Bei all seinen Stationen gelang es ihm, eine Art Wagenburgmentalität zu erzeugen. Womöglich genau das, was das verunsicherte deutsche Team braucht.

Damit und mit seiner emotionalen Art reißt der ehemalige BVB-Trainer auch viele Fans mit. Wie schnell das bei ausbleibendem Erfolg verpuffen kann, zeigte Nagelsmann. Aber das Potenzial für einen echten Aufbruch sieht wohl nicht nur der Verband.

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Welche Baustellen hat der DFB sportlich?

Der neue Bundestrainer wird das Team für die Zukunft ausrichten müssen, und dafür braucht es personelle und taktische Veränderungen. Zum einen wird es darum gehen, die Mannschaft weiter zu verjüngen und Talente rund um eine erfahrenere Achse aufzubauen.

Zum anderen ist Nagelsmanns Idee vom sehr auf das Zentrum fokussierten Offensivspiel gescheitert. Zuletzt gab es kaum noch Stabilität und Sicherheit im Spiel. Allerdings wird auch der neue Bundestrainer an Grenzen stoßen, wenn er die Problempositionen auf der rechten Defensivbahn, auf den offensiven Flügeln und im Sturmzentrum besetzen muss.

Jemand wie Klopp ist bekannt dafür, jungen Spielern Chancen zu geben und auch Spieler auf Positionen einzusetzen, auf denen man sie nicht erwartet hatte. Vielleicht gelingt es ihm so, die eine oder andere Schwäche des Kaders zu verstecken.

Reicht es aus, nur den Bundestrainer zu wechseln?

Der DFB sollte nicht denken, dass es mit dem Austausch von Julian Nagelsmann und Rudi Völler getan ist. Die Probleme, die Nagelsmann bei der WM hatte, hatten auch Hansi Flick und Joachim Löw in seiner Endphase als Bundestrainer. Keiner von ihnen ist ein schlechter Trainer, und trotzdem scheiterten sie.

Die Gründe dafür sind tiefgreifend. DFB-Nachwuchsdirektor Hannes Wolf hat bereits einige Reformen für den Jugendfußball auf den Weg gebracht, stieß und stößt aber auch immer wieder auf großen Gegenwind jener konservativen Kräfte, die Veränderungen gegenüber negativ eingestellt sind.

Generell scheint der deutsche Fußball ein Ausbildungsproblem zu haben. Die Dichte an Top-Talenten ist deutlich geringer als in Spanien, England oder Frankreich. Hier muss der Verband weiter ansetzen. Ebenso wird es darum gehen, an der Basis mehr Unterstützung zu leisten.

Wie bekommt man mehr Leute ins Ehrenamt? Wie belohnt man den Aufwand? Wie schafft man Anreize für das Engagement? Wie stärkt man die Amateurvereine? Fragen, die auch das in Deutschland föderale System infrage stellen. Statt vieler Landesverbände, die in unterschiedliche Richtungen regieren, könnte eine zentrale Linie wie in Frankreich ein Zukunftsthema sein.

Der DFB hat den Ruf, unreformierbar und unregierbar zu sein, weil alte Strukturen nicht aufzubrechen sind. Es braucht aber progressive Ideen und den Mut zur Veränderung. Und das betrifft letztlich die gesamte Spitze des Verbands.

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Welche finanziellen Auswirkungen hat das Nagelsmann-Aus auf den DFB?

Für den DFB hat der Wechsel auf der Trainerposition allein bereits erhebliche finanzielle Auswirkungen. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, liegt allein die Abfindung von Julian Nagelsmann bereits bei sieben Millionen Euro.

Hinzu kommt, dass Jürgen Klopp bei Red Bull einen Vertrag bis 2029 hat. Eine Ausstiegsklausel gibt es laut "Bild" nicht. Fabrizio Romano berichtet hingegen das Gegenteil: Nur für den DFB soll es eine Exit-Möglichkeit geben.

So oder so: Es wird wohl mindestens ein einstelliger Millionenbetrag fällig, die "Süddeutsche Zeitung" hält sogar eine zweistellige Summe für möglich. Bisher hat der DFB noch nie eine Ablösesumme für einen Bundestrainer bezahlt. Zudem gab es in den letzten Jahren immer wieder Berichte, dass der Verband finanzielle Sorgen hat.

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