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DFB-Team - Bundestrainer Jürgen Klopp: Woran der Deal noch scheitern könnte
Aktualisiert:
von Martin Volkmarran Fußball
WM 2026: Jürgen Klopp gibt Update zur Bundestrainerfrage
Videoclip • 01:06 Min
Noch ist eine Einigung zwischen Jürgen Klopp, dem DFB und Red Bull ein Stück entfernt. Zwar zeigen sich die Beteiligten zuversichtlich, aber ein Selbstläufer wird die Bundestrainer-Lösung trotzdem nicht.
Jürgen Klopp wird Bundestrainer – das steht für Fußball-Deutschland praktisch seit der Trennung von Julian Nagelsmann fest.
Denn in der Pressemitteilung des DFB wurde der 59-Jährige bereits als potenzieller Nachfolger vorgestellt, der "bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert" hat.
Das wiederum animierte den sogenannten Transfer-Insider Fabrizio Romano am Sonntag zur offenkundigen Falschmeldung, dass zwischen Verband und Wunschtrainer schon alles klar ist – was Klopp am Abend bei "Magenta TV" dementierte: "Nein, nichts zu berichten. Sobald es etwas gibt, erfahrt ihr es zuerst."
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Jürgen Klopp: Verhandlungen mit DFB noch am Anfang
Wie ran erfuhr, stehen die Verhandlungen ziemlich am Anfang. Bei Red Bull verweist man darauf, dass man sich erst konkrete Gedanken machen will, wenn tatsächlich Klarheit zwischen ihrem "Head of Global Soccer" und der DFB-Spitze besteht.
Zu diesem Zweck wollen Präsident Bernd Neuendorf und sein Vize, der Bundesliga-Boss und langjährige Klopp-Vertraute Hans-Joachim Watzke, im Laufe der Woche nach New York fliegen. Dort ist der Umworbene bekanntlich bei der WM als TV-Experte im Einsatz.
Erst danach soll es möglicherweise rund um das Finale am 19. Juli ebenfalls in den USA zu finalen Gesprächen zwischen Verband und Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff kommen. Watzke trat gegenüber dem "ZDF" auf die Euphorie-Bremse: "Das ist definitiv noch nicht abgehakt, das muss man alleine schon vor dem Hintergrund des RB-Engagements so sehen." Trotzdem bezifferte der BVB-Boss die Wahrscheinlichkeit für eine Verpflichtung Klopps "größer als 50 Prozent".
Woran aber könnte der Klopp-Deal noch scheitern? ran nennt drei mögliche Hürden.
1. Geld: Das Klopp-Paket dürfte mehr als 50 Millionen kosten
"Wirtschaftliche Vernunft wird auch in Zukunft die Basis für unser Handeln sein", hatte Neuendorf vor seiner Wiederwahl 2025 angekündigt. Allerdings reißen das frühe WM-Aus, die Nagelsmann-Abfindung im Bereich von angeblich knapp unter sieben Millionen Euro und vor allem das Klopp-Paket ein Millionen-Loch in die DFB-Kassen.
Zum einen dürfte Red Bull wegen Klopps noch bis 2029 laufenden Vertrags auf einer Ablöse bestehen, die derzeit bei rund fünf Millionen Euro vermutet wird. Zum anderen hat der Umworbene mangels Alternativen alle Karten in der Hand bei seinen Gehaltsforderungen.
Insider gehen davon aus, dass der Erfolgscoach mindestens sein aktuelles Salär von angeblich zehn bis 15 Millionen Euro anstreben wird, auch mit Verweis auf seine deutlich höheren Bezüge beim FC Liverpool (geschätzt rund 20 Millionen Euro).
Damit wäre er der mit Abstand bestbezahlte Bundestrainer der Geschichte vor Nagelsmann (rund sieben Millionen Euro im Jahr), Hansi Flick (6,5 Millionen Euro) und Joachim Löw (vier Millionen Euro). Watzke wird versuchen, den Preis zu drücken. "Wir haben natürlich unsere Schmerzgrenze", sagte er und fügte schmunzelnd an, er erwarte "einen leichten Patriotismusabschlag" von Klopp.
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Jürgen Klopp dürfte freiwillig nicht auf Geld verzichten
Dass Klopp freiwillig auf viel Geld verzichtet, halten Kenner aber für eher unwahrscheinlich. "Weggefährten urteilen, Klopp sei bisweilen hinter dem Geld her wie der Teufel hinter der armen Seele", schreibt die "Süddeutsche Zeitung":
"Das kann man auch daran ablesen, dass er ungefähr für alles Werbung macht, auch für einen Finanzdienstleister, den unabhängige Verbraucherschützer eher nicht empfehlen."
Immerhin: Der DFB könnte sich die weit mehr als 50 Millionen Euro für das Gesamtpaket bei einer mehrjährigen Vertragslaufzeit für Klopp und seinen neuen Trainerstab leisten. Der neue Ausrüstervertrag mit "Nike" soll rund 100 Millionen Euro im Jahr einbringen.
Trotzdem bleibt die Frage, ob die hohen Forderungen der Klopp-Seite irgendwann zu viel für die DFB-Verantwortlichen werden könnten, zumal diese ja noch von den auch von den eher skeptischen Vertretern des Amateurfußballs in Präsidium und Vorstand akzeptiert werden müssen.
2. Macht und Kompetenz beim DFB: Alleinherrscher Klopp?
Auch im Fall der sportlichen Verantwortlichkeit ist die große Frage, wie viel Macht der neue Mann einfordert und wie viel Macht man ihm bereit ist zu geben.
Das gilt zum einen für die Frage der Besetzung und Größe seines Stabs, neben langjährigen Vertrauten wie Peter Krawietz und Pepin Lijnders könnte Klopp auch auf weitere Coaches, Spezialisten und Vertraute in allen Bereichen drängen, ähnlich wie Jürgen Klinsmann vor der WM 2006.
Sogar der Posten von Rudi Völler könnte, falls der Routinier aufhören will, mit einem Gefährten besetzt werden, etwa dem früheren Dortmunder Sportchef Michael Zorc. Watzke stellte indes klar, dass "Jürgen Klopp niemals eine carte blanche fordern würde", und erklärte, er wolle "gerne" mit Völler "weitermachen.
Zum anderen hören sich Klopps Aussagen nach dem WM-Debakel danach an, als ob er nicht nur die A-Nationalmannschaft betreuen, sondern auch bei der grundsätzlichen Ausrichtung mitreden, wenn nicht sogar diese bestimmen will.
Klopp will angeblich auch Einfluss auf Nachwuchsarbeit
"Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen", sagte Klopp:
"Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern. Ob das am Ende ich sein werde oder wer auch immer – das ändert nichts daran, dass die Veränderungen notwendig sind."
Angeblich will der designierte Bundestrainer auch Einfluss auf die Nachwuchsarbeit haben, für die sein einstiger Dortmunder Vertrauter Hannes Wolf als DFB-Direktor zuständig ist. Eine solche Machtfülle sollen einige Verantwortliche kritisch sehen. Für Watzke sei es aber auch klar, dass es ein Fehler wäre, "wenn du nicht jemanden mit der Kompetenz (...) von Jürgen dann auch einbindest".
3. Red Bull und Klopp: Veto aus Thailand möglich
Die DFB-Bosse und auch der Kandidat sind zuversichtlich, dass es trotz fehlender Ausstiegsklausel eine Einigung mit Oliver Mintzlaff geben wird.
"Es ist ja schwierig, Gesprächen vorzugreifen. Aber wir haben natürlich auch schon Dinge angetextet", gab sich Klopp optimistisch.
Schließlich sei Mintzlaff, damals Geschäftsführer von RB Leipzig, schon nach der WM-Pleite 2022 Mitglied der Task Force gewesen, verstehe sich gut mit Watzke und habe Interesse an einem Turnaround im deutschen Fußball.
Zudem könne sich Red Bull den Imageverlust nicht erlauben, dem Land den Wunschtrainer vorzuenthalten, weil man auf einen gültigen Vertrag poche. Wenn sich da nicht so mancher täuscht.
Denn die Mehrheitseigner des Brausekonzerns sitzen nicht im österreichischen Fuschl am See, sondern in Thailand: 51 Prozent von Red Bull gehören der Familie Yoovidhya. Und die interessieren die eigenen wirtschaftlichen Interessen bei der Höhe der Klopp-Ablöse deutlich mehr als das Wohl des deutschen Fußballs.
Ein Selbstläufer werden die Verhandlungen also keineswegs werden.
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