Bundesliga
Ex-Bundesliga-Profi packt aus: "Zwei DFB-Stars zahlen Schutzgeld"
Veröffentlicht:
von Mike Stiefelhagen:newstime
DFB-Team im WM-Quartier angekommen
Videoclip • 32 Sek • Ab 12
Ex-Bundesliga-Spieler Yanni Regäsel spricht in einem YouTube-Interview über die Schattenseiten des Profifußballs. Der einstige U-Nationalspieler gibt brisante Einblicke und kritisiert seinen ehemaligen Frankfurt-Coach Niko Kovac.
Yanni Regäsel hat im Profifußball früh viel erlebt.
Der Berliner wurde bei Hertha BSC ausgebildet, wechselte später zu Eintracht Frankfurt und spielte auch für deutsche Nachwuchsnationalmannschaften.
Der frühere Bundesliga-Profi sorgt mit einem YouTube-Interview für Aufsehen. Im Talk mit Content Creator und Fußballer Bilal Kamarieh zeichnet Regäsel nach eigener Darstellung ein düsteres Bild der Branche.
Es geht um Geld, Macht, falsche Freunde und ein Umfeld, das für junge Profis gefährlich werden könne.
Demnach sollen sogar Spieler aus dem Umfeld der deutschen Nationalmannschaft Schutzgeld zahlen.
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Ehemaliger SGE-Profi: "Fußaller sind die schlimmsten Leute"
Mittlerweile ist der Verteidiger in der Oberliga Niedersachen (5.Liga/ SV Wilhelmshaven) aktiv. Er durchlief bis zur U19 alle Nationalmannschaften Deutschlands, kommt auf fünf Zweitliga- und 16 Erstligaspiele für Hertha und Frankfurt.
Dann der plötzliche Einbruch. Vereinslosigkeit und weitere Abstürze. Der 30-Jährige gibt sich selbstkritisch: "Ich habe viele falsche Entscheidungen getroffen. Ich habe nichts zurückgelegt oder sinnvoll investiert. Ich habe gelebt. Das bereue ich heute."
Nach Regäsels Darstellung würden Fußballer nicht nur sportlich unter Druck stehen. Rund um manche Profis entstünden auch Abhängigkeiten, in denen Geld, Status und dubiose Kontakte eine Rolle spielen sollen: "Meiner Meinung nach sind Fußballer die schlimmsten Leute. Egal, ob es um Drogen, Alkohol oder Escort-Damen geht. Oder ob sie treu sind. Ich habe alles gesehen."
Auf Nachfrage gibt Regäsel Einblicke: "Nach jedem Sieg wurde in der Kabine geraucht und getrunken. Teils sind wir Freitag feiern gewesen, obwohl Samstag ein Spiel anstand."
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Regäsel: "Zwei DFB-Stars zahlen Schutzgeld"
Bei Eintracht Frankfurt spielte er gemeinsam mit dem mexikanischen Nationalspielern Marco Fabian und Carlos Salcedo. Auch an ihnen lässt er kein gutes Haar: "Hauptsächlich die Mexikaner oder Spieler aus exotischen Nationen. Die waren die wildesten. Die haben sich Escort-Damen gerufen, obwohl sie eine Freundin in ihren Ländern hatten."
Regäsel beließ es aber nicht mit Anekdoten zur Frankfurt-Zeit. Er sei sich "zu einhundert Prozent sicher, dass das sehr verbreitet sei" - und holt nochmal aus: "Ich kann jetzt keine Namen sagen, aber ich weiß von zwei aktuellen DFB-Nationalspielern, dass die momentan Schutzgeld an gewisse Leute zahlen, damit die so sein können, wie sie sind."
Regäsel selbst spielte nur mit vier aktuellen DFB-Stars mal zusammen. Und zwar in der U19. Das waren Joshua Kimmich, Nadiem Amiri, Leroy Sane und Jonathan Tah. Wen er mit seiner Aussage genau meint, bleibt verborgen.
Regäsel: Wechsel nach Frankfurt ging schief
Bei Hertha BSC kam Regäsel immer wieder unter Trainer Pal Dardai zum Zuge. Wurde sogar für seine Mentalität vom Ungar gelobt. Im Februar 2016 wechselte er zur Eintracht. Vereinsikone und Stürmer Alex Meier lobte Regäsel ebenfalls öffentlich.
Er kam zunächst auf Einsatzzeit, spielte unter Trainer Niko Kovac aber bald kaum noch eine Rolle. Schon damals machte Regäsel öffentlich deutlich, dass er mit seiner Situation unzufrieden war. Über Kovac sagte er: "Ich erwarte ein Feedback. Ich erwarte, dass er zu mir kommt. Er spricht ja auch mit anderen Spielern."
Zugleich wollte Regäsel nach eigener Aussage nicht selbst beim Trainer vorstellig werden. "Ich bin keiner, der zum Trainer rennt und fragt: Was ist los? So was mache ich nicht." Sollte Kovac ihm sagen, "ich baue nicht auf dich", wäre seine Reaktion klar gewesen: "Dann tschüss."
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Regäsel: Hätte Kovac "kaputt schlagen können"
Fatale öffentliche Aussagen, wie sich herausstellte. Denn Regäsel offenbarte jetzt: "Ich durfte ab einem gewissen Punkt gar nicht mehr mit trainieren. Einfach so. Ich durfte auch nicht mit ins Trainingslager. Am besten hätte ich mich vom Gelände fernhalten sollen."
Eine Situation, die ihm zum Handeln zwang: "Ich hab das nicht verstanden. In meinen Augen habe ich nichts getan. Dann bin ich zu ihm in der Kabine in einem ruhigen Moment hin und habe ihn darauf angesprochen, als er allein war. Ich wollte wissen, was los war."
Seine Reaktion laut Regäsel: "Yanni, du bist der beste Spieler hier, den ich habe. Aber ich mag dich nicht. Du wirst bei mir keine Rolle spielen."
Seitdem wisse Regäsel, "dass es im Fußball nicht nach Leistung geht. Ich war kurz davor zu platzen und ihn kaputt zu schlagen. Kovac ist ein Mensch, der gern im Mittelpunkt steht. Er hat es ja nicht nur mit mir gemacht. Er hat irgendwann Frankfurts Fußballgott Alex Meier rausgeschmissen. Kovac präsentiert sich gern und will immer der Krasseste von allen sein. Wir wissen auch alle, was er damals mit Max Kruse gemacht hat. So ein schlechter Kicker war er nicht, auch wenn er nicht immer fit war. Kovac hat sich immer die besten Spieler in der Kabine gesucht, die auch was zu sagen haben und hat sie aussortiert."
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