Weltmeisterschaft
Gianni Infantino muss jetzt als FIFA-Boss gehen! Gegner sollten das Momentum nutzen und seine Ära beenden – Kommentar
Aktualisiert:
von Martin Volkmarran Fußball Bundesliga
Hoeneß über FIFA-Boykott: "Kannst du in die Tonne treten"
Videoclip • 02:00 Min
Die Boykottdrohung der UEFA zeigt Wirkung, eine Mehrheit gegen einen Investoreneinstieg steht. Doch die Ablehnung der FIFA-Pläne kann nur der erste Schritt sein. Ein Kommentar.
Uli Hoeneß hat mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen.
"Ich persönlich glaube, dass die Europäer noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern am Donnerstagabend: "Einen Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten."
Beide Aussagen sind richtig, und sie könnten nun nicht nur Gianni Infantinos wahnwitzige WM-Verkaufspläne an Investoren aus dem Dunstkreis von Donald Trump verhindern.
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Infantino baute seine Macht immer weiter aus
Trotz Filzvorwürfen, Vetternwirtschaft und einer Über-Kommerzialisierung der Wettbewerbe hat der FIFA-Präsident seine Macht in den zehn Jahren seit der Amtsübernahme immer weiter ausgebaut.
Vor allem mit finanziellen Geschenken machte er die Mehrheit der 211 Verbände gefügig, so dass seine letzte Wiederwahl per Applaus zur Farce verkam. Daher konnte Infantino den wenigen Kritikern, vornehmlich aus der UEFA, immer erzählen, sie hätten ohnehin keine Chance gegen ihn – und das Rad weiter überdrehen.
So schluckten die Europäer jahrelang eine Kröte nach der anderen, ehe sie erst durch die Verkaufspläne endlich aufwachten und mit der einzig möglichen Eskalation reagierten. Und siehe da: Plötzlich kippen auch die anderen Kontinentalverbände, die angeblich fest auf Infantinos Seite standen.
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Es ist das eingetreten, was Hoeneß gesagt hat
Durch die Absagen von Nord- und Mittelamerika (35 Verbände) sowie Asien (46 Verbände) haben die Infantino-Gegner binnen kürzester Zeit insgesamt 136 Stimmen beisammen – und sind auf einmal in der Mehrheit!
Weil genau das eingetreten ist, was Hoeneß und andere Kenner vorausgesagt haben: Ohne Europa, wo die besten Ligen, die besten Mannschaften und die besten Spieler beheimatet sind und das vier der vergangenen fünf Weltmeister stellt, ist eine Rumpf-FIFA ebenso wie jede Pseudo-WM zum Scheitern verurteilt.
Trotzdem darf sich die UEFA nun nicht zurücklehnen, sondern muss das Momentum nutzen. Die Ablehnung der FIFA-Pläne kann nur der erste Schritt sein.
Unselige Ära von Gianni Infantino muss beendet werden
Viel wichtiger ist, nun die Mehrheit der Verbände auch zu nutzen, um die unselige Ära von Gianni Infantino als Präsident schnellstmöglich zu beenden. PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi könnte trotz vieler berechtigter Vorbehalte der geeignete Kandidat sein.
Weil er zwar in Europas Fußball bestens vernetzt ist, aber als Katarer eben auch für andere Kontinentalverbände ein geeigneter Kompromisskandidat wäre, vermutlich sogar zumindest bei Teilen der noch zu "Big Spender" Infantino stehenden Afrikaner.
In jedem Fall aber müssen die Gegner jetzt die Gegenrevolution konsequent zu Ende führen und den FIFA-Sonnenkönig stürzen.
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