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Infantino wegen Trump-Verbindungen vor US-Justizausschuss vorgeladen: Das sind die Vorwürfe
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Trump will Infantino als neuen UN-Generalsekretär
Videoclip • 01:01 Min • Ab 12
Der demokratische US-Abgeordnete Jamie Raskin fordert eine Offenlegung der Kontakte der FIFA und deren Boss Gianni Infantino zur Regierung um Präsident Donald Trump. Die Liste an Vorwürfen ist lang.
Es ist kein Geheimnis, dass sich US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino prächtig verstehen.
Im Dezember 2025 verlieh die FIFA Trump am Rande der WM-Auslosung sogar den Friedenspreis. Beim Turnier selbst sorgte unter anderem ein Anruf des 80-Jährigen bei Infantino, infolge dessen die Rot-Sperre von US-Star Folarin Balogun aufgehoben und zur Bewährung ausgesetzt wurde, für heftige Diskussionen.
Folgerichtig ist die Skepsis beiden gegenüber groß. Der demokratische US-Abgeordnete Jamie Raskin hat die FIFA und ihren Präsidenten Infantino nun in einem Brief aufgefordert, Infos über die Verbindungen zur US-Regierung vorzulegen.
Der Weltverbands-Boss soll bei seinem nächsten USA-Aufenthalt für eine Befragung vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses erscheinen.
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Keine Rede mehr vom FIFA-Gate
In dem fünf Seiten langen Schreiben Raskins, welches der "SZ" vorliegt, werden eine Vielzahl an "willkürlichen Rechtsbeugungen der US-Regierung zugunsten der FIFA" benannt.
So geht es unter anderem um das seit 2015 laufende "FIFA Gate"-Korruptionsverfahren der US-Justiz gegen internationale Funktionäre und Vermarkter. Dieses sei von der zweiten Trump-Regierung mit Hilfe von Experten im umgebauten Justizministerium revidiert worden.
Nach Meinung von Raskin seien dies "lächerliche" und "demütigende" Willkürakte der Trump-Justiz, begleitet von Begünstigungen an den US-Präsidenten.
"Die rätselhafte Kapitulation des Justizministeriums ergibt viel mehr Sinn, wenn wir auf die dreiste Haltung der Fifa zurückblicken". So habe die FIFA Kampagnen veranstaltet, "um Trump nach dessen Wiederwahl beliebter zu machen".
Infantino, eigentlich ja Boss einer neutralen Organisation des Weltsports, machte sogar selbst mit MAGA-Kappe Werbung für den 80-Jährigen.
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Wollte die FIFA die Trump-Regierung beeinflussen?
Problematisch sind nach Meinung von Raskin vor allem zwei Punkte: Zum einen der von dem Demokraten als "urkomisch unrecht" bezeichnete Friedenspreis, den die FIFA an Trump verliehen hatte. Bei Rasmin erweckte dies den Eindruck, dass der Fußballverband die Trump-Regierung auf diese Weise dahingehend beeinflussen möchte, für sie passende Entscheidungen zu treffen.
Skeptisch macht Raskin zum anderen, dass die FIFA eine Bürofläche im New Yorker Trump Tower angemietet habe, die zu Marktpreisen um die 600.000 Dollar jährlich kosten soll. Grotesk: Neben der Zentrale in Zürich betreibt die FIFA eigentlich ein großes Hauptquartier in Miami.
Erstaunlich zudem: Das Luxusbüro soll "nur während der 39-tägigen Dauer der WM" benutzt worden sein, was eine Tagesmiete von 15.000 US-Dollar ergebe und den Verdacht nahelege, die Ausgabe sei nur dafür gedacht gewesen, Trump und seine Regierung pro FIFA zu stimmen.
Raskin ist in diesem Zuge zudem bestrebt, Besucherlisten aus den FIFA-Büros in Miami und New York einzusehen.
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WM 2026: Raskin beäugt die Ticketpreise skeptisch
Als Forderung formulierte Raskin zudem, dass die FIFA alle Geldtransfers und Geschenke an Trump, dessen Familie und die Regierung in einer Liste offenlegen soll. Sellbiges gelte für die Kommunikation zwischen dem Fußball-Weltverband und der US-Regierung bezüglich der Ticketpreise bei der WM.
Diese wurden von vielen als völlig überzogen kritisiert. Kurz vor dem WM-Finale gab es daher sogar noch verfügbare Karten, wenn auch zu irren Preisen.
Wie die eigentlich strengen Verbraucherschutzgesetze in den USA nicht greifen konnten, beschäftigt derweil nicht nur den Demokraten. Auch Generalstaatsanwälte in diversen Bundesstaaten ermitteln bereits wegen mutmaßlicher Verbrauchertäuschung.
Jamie Raskin hat klare Forderungen an die FIFA
Bild: ZUMA Press
Unzählige Unterlagen von FIFA angefordert
Für Raskin ist Infantino eine einzige Enttäuschung. So sei dieser als Saubermann gewählt worden, habe aber direkt mit schmutzigen Spielchen begonnen.
"Stattdessen haben Sie zu Beginn Ihrer Amtszeit die Fifa-Systeme aufgelöst, ethische Schutzmechanismen und das Ethikkomitee der Organisation behindert", monierte der 63-Jährige die Entlassungen von echten Fachleuten.
Angefordert hat der Politiker übrigens sämtliche Dokumente im Hinblick auf den Friedenspreis und die Miete im Trump-Tower, Dokumente und Kommunikation mit US-Beamten seit 2024, Nachrichten im Austausch mit dem Justizminsterium und anderen Behörden, Nachrichtenverläufe auf Social Media, etc.
Raskin-Vorhaben wohl (noch) chancenlos
Stand jetzt gibt es aber wohl wenig Chancen, dass die von Raskin geforderte Untersuchung Erfolg hat. Der US-Politiker, der bis zum, 9. August eine Antwort erwartet, hat kein Vorladungsrecht, da die Demokraten im Repräsentantenhaus in der Minderheit sind.
Seine Forderungen könnten jedoch an Gewicht gewinnen, sollte seine Partei im November bei den Zwischenwahlen die Mehrheit erlangen und Raskin gegebenenfalls selbst den Vorsitz übernehmen.
Die Demokraten sollen laut Informationen der "New York Times" über eine anonyme Quelle die Warnung verlauten lassen, dass aus den heutigen Fragen förmliche Untersuchungen werden könnten. Nicht ausgeschlossen, dass die Angelegenheit in wenigen Monaten an Schärfe gewinnt.
Übrigens: Von Infantino selbst gab es bis jetzt keine direkte Reaktion auf die Thematik. Dafür schoss er jedoch auf "Instagram" erneut gegen die WM-Kritiker. Diese würden dem FIFA-Präsidenten zufolge "falsche Gerüchte" verbreiten.
Raskin erhielt wiederum Kritik von einem Sprecher aus dem Weißen Haus, der konträr dazu Trump und die WM in einem Gespräch mit der Zeitung "Athletic" überschwänglich lobte.
Auch interessant: WM 2026: Alle Fehltritte von Donald Trump - Balogun, Tuchel, Siegerfoto
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