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Bundesliga

BVB mit alter Transfer-Strategie zurück zum Erfolg? Konstantinos Karetsas im Portrait

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

ran Fußball Bundesliga

BVB-Stars in Japan frenetisch gefeiert

Videoclip • 01:06 Min


Mit Konstantinos Karetsas verpflichtet der BVB ein Talent, das an den erfolgreichen Dortmunder Weg erinnert, den der Klub einst ging. ran stellt den Griechen vor.

In den letzten Jahren tat sich der BVB zunehmend schwerer damit, den Weg weiter zu bestreiten, der einst zu den größten Erfolgen der jüngeren Vereinsgeschichte führte. Statt junge, aussichtsreiche Spieler an den Verein zu binden, nahm man viel Geld für unkreative Lösungen in die Hand.

Allein Waldemar Anton, Marcel Sabitzer, Niclas Füllkrug, Karim Adeyemi und Donyell Malen kosteten zusammen weit über 100 Millionen Euro. Richtig erfolgreich war keiner dieser Spieler (bisher).

Die Konkurrenz in Europa wurde zahlungsfähiger, junge Spieler gingen immer häufiger direkt den Weg von ihren kleineren Klubs zu absoluten Topvereinen und Dortmund stand vor dem Problem, Lösungen zu präsentieren.

Nun aber soll mit Konstantinos Karetsas ein Spieler kommen, der an die alten Zeiten erinnert: Zwar kein gänzlich unbeschriebenes Blatt, aber jemand, den in Deutschland noch nicht allzu viele kennen dürften.

ran erklärt, warum der Grieche ein Volltreffer für Borussia Dortmund werden könnte.

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Konstantinos Karetsas: Genker Juwel

Geboren ist Karetsas in Genk, wo er auch in der Jugend große Teile seiner Karriere verbrachte. Für den KRC Genk spielte der heute 18-Jährige zwischen 2016 und 2020, ehe es ihn für zwei Jahre zum RSC Anderlecht zog. 2023 ging es aber zurück nach Genk, wo er auch am 4. Mai 2024 sein Profidebüt feiern konnte.

Seitdem absolvierte er bereits 92 Pflichtspiele für Genk und kommt dabei auf sechs Tore und 23 Assists. Vor allem die abgelaufene Saison markierte aber seinen großen Durchbruch. In 49 Einsätzen traf er dreimal und bereitete 18 weitere Tore vor. In der Europa League zog er dabei nicht nur die Aufmerksamkeit des BVB, sondern zahlreicher anderer europäischer Klubs auf sich.

Erst im Achtelfinale war für Genk gegen Freiburg Schluss. Karetsas steuerte zwei Tore und fünf Assists in elf Partien bei. Der Linksfuß ist im offensiven Mittelfeld zu Hause, kann dort sowohl auf der Zehn als auch in den Halbräumen oder sogar auf dem Flügel agieren.

Karetsas hat einen tiefen Körperschwerpunkt, ist klein und wendig. Seine vielleicht größte Stärke ist die Mischung aus technischer Qualität und Explosivität. Enge Ballführung, Timing im Dribbling und ein guter Antritt zeichnen ihn aus.

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Ein Zocker und Dribbler für den BVB?

Dabei scheut er auch kein Risiko. Karetsas spielt mit Herz, zockt gerne und sucht immer nach vertikalen Lösungen. In der abgelaufenen Spielzeit kam er in allen Pflichtspielwettbewerben laut "Wyscout" auf fast acht Dribblings pro 90 Minuten – ungefähr die Hälfte davon erfolgreich.

Die Quantität seiner Dribblings erklärt sich dabei nicht nur durch die im europäischen Vergleich etwas schwächere Liga. Gegen den SC Freiburg kam er in zwei Spielen auf 15 Dribblings. Gegen Basel waren es in der Ligaphase zehn. Hier und da ist er in seinen Aktionen aber noch sehr roh.

Es gibt große Schwankungen bei seinen erfolgreichen Aktionen. So gewann er gegen den Sportclub in der Europa League nur fünf seiner fünfzehn Dribblingversuche, gegen Basel immerhin fünf aus zehn. Auch der Schnitt an erfolgreichen Aktionen pro Spiel unterstreicht diese These.

Aktionen sind alle Teilelemente des Spiels: Pässe, Dribblings, Schüsse und so weiter. Im Schnitt kam er bei Genk auf etwas mehr als 72, rund 59 Prozent davon erfolgreich. Hohes Aktivitätslevel, aber hier und da noch etwas unsauber – das beschreibt ihn ganz gut. Zum Vergleich: Vorgänger Julian Brandt kam beim BVB zuletzt auf 55 Aktionen und 67 Prozent Erfolgsquote.

Wo Karetsas noch besser werden kann

Grund zur Sorge gibt es aber nicht. Karetsas ist torgefährlich, traut sich etwas zu und passt mit seinem Mix aus Einzelaktionen und gutem Kombinationsspiel sehr gut zu Borussia Dortmund. Als Spieler, der enge Situationen im Pressing mit kurzen Dribblings oder Doppelpässen auflösen kann, kann er den manchmal etwas zähen Spielaufbau unter Niko Kovac beleben.

Offensiv helfen seine Qualitäten womöglich, den Flügelfokus hier und da etwas zu lockern und Gefahr über die Halbräume oder das Zentrum zu erzeugen. Karetsas ist ein dominanter Spielertyp, der viele Bälle fordert und Einfluss haben möchte.

Wie schnell er den Dortmundern helfen kann, bleibt abzuwarten. Der Sprung von der belgischen Liga in die Bundesliga ist ein erheblicher. Zudem ist er noch sehr jung. Gerade weil der Kader in der Offensive aber ausgedünnt wurde, hat er gute Karten, sofort eine wichtige Rolle zu spielen.

Zulegen muss er vor allem noch im physischen Bereich und in der Defensivarbeit. Gerade Kovac versteht hier keinen Spaß, könnte in dieser wichtigen Entwicklungsphase aber auch einen relevanten Einfluss darauf haben, dass der Grieche sich in der Arbeit gegen den Ball verbessert.

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Zurück zum Dortmunder Weg?

Die Hoffnung ist groß in Dortmund, dass sich Karetsas nicht in die mittlerweile recht lange Liste an Spielern einreiht, die der BVB im Preissegment zwischen 20 und 40 Millionen Euro eingekauft hat und die dann nicht so funktioniert haben, wie gewünscht. Der 18-Jährige bringt enormes Talent mit.

Für den BVB ist es ohnehin eine spannende Saison, in der erstmals seit Längerem ein größerer Bruch gewagt wurde. Auf der sportlichen Leitungsebene kam mit Ole Book ein interessanter Nachfolger von Sebastian Kehl. Book kündigte an, dass er offensiven Fußball sehen will.

Ob das mit Kovac möglich ist? Das wird sich zeigen müssen. Mit Spielern wie Karetsas ist aber so einiges möglich.

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