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Julian Nagelsmann: Die Entschuldigung bei Deniz Undav spricht für den Bundestrainer – nicht gegen ihn - Kommentar

Aktualisiert:

von Martin Volkmar

ran Fußball

"Bundestrainer muss sich nicht erklären" - Weltmeister äußert sich zu Nagelsmann

Videoclip • 01:26 Min


Julian Nagelsmann kann sich glücklich schätzen über den Einfluss seiner Frau. Und seine offenbar neu gewonnene Selbstreflexion wird ihm bei der WM noch sehr helfen. Ein Kommentar.

Von Martin Volkmar

Viel Kritik musste sich Julian Nagelsmann nach seinen Äußerungen nach den vergangenen beiden Länderspielen anhören.

Das galt nicht nur, aber vor allem für die negativen Aussagen über Deniz Undav. Abgesehen vom Siegtreffer gegen Ghana habe der Stuttgarter Stürmer kein gutes Spiel gemacht, kritisierte der Bundestrainer den Matchwinner.

Und ergänzte sinngemäß, dass sich an Undavs Position als Joker auch bis zur WM kaum etwas ändern werde, schließlich habe er ihm diese Rolle zugewiesen – offenbar auch dann, wenn dieser im Sommer noch immer der beste deutsche Torjäger ist.

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Nagelsmann: Positiver Einfluss von seiner Lebensgefährtin

Nun hat Nagelsmann eine Rolle rückwärts und seine laut eigener Auskunft schon am Tag danach bei Undav persönlich getätigte Entschuldigung öffentlich gemacht. Einsicht ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Auch bei der Weltmeisterschaft wird der DFB-Chefcoach viel reden, entscheiden und erklären müssen.

Da kann man weder inhaltlich noch kommunikativ immer alles richtig machen. Deshalb wird Nagelsmann die Fähigkeit zur Selbstreflexion in diesen Drucksituationen sicher helfen.

Jeder gute Kommunikator weiß bekanntlich, dass nicht der Fehler an sich, sondern fast immer der (falsche) Umgang damit das viel größere Problem ist. Zu seinem Glück hat Nagelsmann offensichtlich eine gute Kommunikatorin im eigenen Haus: Seine Ehefrau, die ehemalige "Bild"-Sportjournalistin und heutige BMW-PR-Verantwortliche Lena Wurzenberger.

Deren positiven Einfluss hat ihr Lebensgefährte nun bestätigt "Sie ist ein Mensch, der mich super reflektiert, der mir natürlich auch ins Gesicht sagt, wenn irgendetwas nicht gut war", erklärte er bei "Magenta TV".

DFB: Öffentliche Entschuldigung angebracht

Dass es Nagelsmann auch mit diesem Bekenntnis nicht allen Recht machen kann, liegt wohl in der Natur der Sache bei 84 Millionen Bundestrainern. Die einen monieren, dass er es nicht beim vertraulichen Anruf bei Undav belassen habe, die anderen die angeblich (zu) große Machtposition seiner Frau. Beides ist Unsinn. Da der Bundestrainer seinen Spieler im Fernsehen in den Senkel stellte, war es auch genau richtig, dort zurückzurudern.

Und über ein solch direktes Feedback der Partnerin (oder des Partners) kann sich eigentlich jeder glücklich schätzen, speziell in einer dermaßen privilegierten Position. Gerade bei Prominenten ist es ja zu häufig der Fall, dass sie von Ja-Sagern umgeben sind und ihnen fast keiner mehr Contra gibt.

Auch bei Nagelsmann hält sich dieses Gerücht seit dem Beginn seiner Karriere als Profi-Trainer hartnäckig und viele fühlten sich durch die Undav-Aussagen in dessen vermeintlichen Kritikresistenz bestätigt.

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Nagelsmann: "An jeder Kritik ist irgendwo immer auch ein Fünkchen Wahrheit"

Dies bestätigte ein einstiger Vertrauter zu Nagelsmanns Zeiten bei Bayern München. Was auch daran liege, dass er von Leuten umgeben sei, "die ihn nicht einbremsen, sondern eher befeuern". Als Beispiel diente sein damaliger wie heutiger Assistent Benjamin Glück, der seit einem Jahrzehnt mit ihm zusammenarbeitet und allein deshalb sein loyalster Mitarbeiter ist.

Auch Nagelsmanns weitere Aussagen bei "Magenta" interpretieren viele so, dass sich der Widerspruch häufig in Grenzen hält. "Oft ist es ja so, wenn man eine Person des öffentlichen Lebens ist, dass die Menschen in deinem Umfeld immer versuchen (zu sagen), du bist der Größte, du bist der Beste. Da ist Lena Gott sei Dank sehr ehrlich zu mir", sagte er.

"Ich glaube, an jeder Kritik ist irgendwo immer auch ein Fünkchen Wahrheit. Generell finde ich es ratsam, sich auch Dinge anzuhören und zu reflektieren." Sollte sich diese Denkweise tatsächlich bei ihm durchgesetzt haben, besteht nicht nur für Deniz Undav Grund zur Hoffnung.

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