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WM 2026 - Bastian Schweinsteiger wehrt sich gegen Rassismus-Vorwurf: "Über Fußball gesprochen, nicht über Menschen"

Aktualisiert:

von SID

ran Fußball

WM 2026: Thomas Müller zieht Argentinien-Vergleich in DFB-Analyse

Videoclip • 02:39 Min


Aussagen von Bastian Schweinsteiger über den afrikanischen Fußball sorgen für Wirbel. Der ivorische Trainer Emerse Faé unterstellt Rassismus - der TV-Experte wehrt sich.

Rassismus? Von ihm?! Bastian Schweinsteiger versteht die Welt nicht mehr. "Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger", sagte der ARD-Experte zu der hitzigen WM-Kontroverse, bei der er ungewollt im Mittelpunkt steht. "Auf keinen Fall", betonte der Weltmeister von 2014 auf Anfrage, "wollte ich jemandem zu nahe treten."

Was war passiert? Vor dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste (2:1) hatte Schweinsteiger recht pauschal von einem "bisschen afrikanischen Fußball" gesprochen und eine Analyse des DFB-Gegners abgegeben, die arg nach überholten Stereotypen roch. Besagter afrikanischer Fußball, sagte Schweinsteiger, sei "ein bisschen unorthodox", "ein bisschen wild" und "vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt". Emerse Faé, Trainer der Ivorer, unterstellte ihm daher am Donnerstag Rassismus.

WM 2026: Schweinsteiger bezeichnete afrikanischen Fußball als "wild" und "unorthodox"

Schweinsteiger, hielt ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky dem entgegen, habe lediglich "seine Erfahrungen und Beobachtungen der letzten Spiele zusammengefasst. Es ging hier nicht um die Menschen, sondern um eine fußballerische Einordnung. Darin und auch in der Wortwahl kann ich keine Form von Rassismus entdecken." Balkausky äußerte den Wunsch nach einer Aussprache zwischen den Beteiligten.

Ob Faé dazu bereit ist? Nach dem erstmaligen Einzug der Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) in die K.o.-Runde der WM klang er arg enttäuscht. "Das ist traurig", sagte er über Schweinsteigers Äußerungen. "Wir können es rassistisch nennen", betonte er und erläuterte, dass seine Verärgerung auch daher rühre, dass er den Spieler Schweinsteiger stets verehrt habe.

"Ich liebe ihn persönlich", sagte der 42-Jährige, wegen seiner großen Zuneigung zu Schweinsteiger sei er einst sogar "Bastian" genannt worden. "Aber als ich seine Kommentare gehört habe, war ich persönlich enttäuscht."

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WM: Faé hält das Statement für ungeschickt

Er hoffe, dass dies "nur ein unreflektiertes und ungeschicktes Statement" von Schweinsteiger gewesen sei, ergänzte Faé. "Ich stimme ihm nicht zu, aber ich kann nicht ändern, was er oder auch andere Leute erzählen. Ich habe es zu akzeptieren."

Auch Gernot Rohr, Afrika-Experte und aktueller Nationaltrainer Benins, warnte davor, den afrikanischen Fußball zu pauschal zu betrachten und zu unterschätzen. "Man hat den Eindruck, die Afrikaner werden behandelt, als wären es doch alles Entwicklungsländer im Fußball. Das hat sich aber inzwischen geändert", sagte der 72-Jährige im Deutschlandfunk.

Der Ärger bezieht sich nicht nur auf Schweinsteiger. Bei Großturnieren kommt es immer wieder zu Experten-Aussagen, die mindestens eine gewisse Unbedarftheit offenbaren. Der frühere Bundesliga-Star Rafael van der Vaart etwa hatte in niederländischen Fernsehen zuvor bereits für heftige Kritik gesorgt. Er hatte suggeriert, die japanischen Spieler sähen sich "alle so ähnlich", dass es für die niederländische Defensive schwer sei, den Überblick zu behalten.

Es könne "jeder denken, was er möchte", schloss Faé mit Blick auf Schweinsteigers Aussagen: "Alles, was ich tun kann, ist auf dem Platz zu zeigen, dass das afrikanische Spiel nicht nur physisch, sondern auch taktisch und technisch ist.

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