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Deutschland vor dem Sechzehntelfinale

WM 2026: DFB-Elf und Julian Nagelsmann unter Druck im K.o.-Duell mit Paraguay

Aktualisiert:

von Tobias Hlusiak

ran Fußball

Nagelsmann über Druck: "Ich habe keine Beweispflicht als Bundestrainer"

Videoclip • 01:07 Min


Vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay (ab 22:30 Uhr im kostenlosen Livestream auf Joyn) steigt der Druck auf die deutsche Mannschaft. Doch auch für den Bundestrainer steht viel auf dem Spiel.

Aus Boston berichtet Tobias Hlusiak

Julian Nagelsmann atmete einmal tief durch, dann legte er sich seine Antwort zurecht.

Was der Druck mit ihm mache, hatte ein Journalist vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay am Montag (ab 22:30 Uhr im kostenlosen Livestream auf Joyn) wissen wollen.

Ihm, begann der 38-Jährige, gehe es "tatsächlich nur um die Mannschaft und den gemeinsamen Erfolg. Er sei auch "niemandem gegenüber in der Beweispflicht außer meinen Spielern".

Dann aber ließ der Bundestrainer doch einen Blick in sein Seelenleben zu.

"Was das mit mir macht, wollen Sie wissen?", fuhr er fort. "Das ist wie bei jedem Menschen. Die Frage kann man sich selbst beantworten und damit ist dazu alles gesagt."

Kurzes Nicken. Nächste Frage.

Nagelsmann darf keine Rücksicht mehr nehmen

Wenn man wollte, konnte man aus diesem kurzen Austausch viel herauslesen.

Schon zu Beginn des Turniers hatte sich Nagelsmann einer öffentlichen Debatte stellen müssen, die er so gar nicht hatte kommen sehen können.

Die "Noch"-Affäre um eine unbedachte Äußerung von "Schatten-Bundestrainer Jürgen Klopp hatte viele aufgeschreckt.

Schon vor dem ersten gespielten Ball bei dieser WM diskutierte Fußball-Deutschland, wann der ehemalige Liverpool-Coach und jetzige "Magenta"-Experte wohl die DFB-Elf übernehmen würde.

Wann, nicht ob.

Nagelsmann hatte die Debatte sauber pariert, sich aktiv zurückgehalten und Größe gezeigt, als er Klopps öffentliche Entschuldigung mit einem Handschlag akzeptierte.

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DFB-Team hat das "Messer am Hals"

Gleichzeitig aber dürfte ihm spätestens in diesen Momenten klargeworden sein, wie klein der Spielraum für Fehler bei diesem Turnier sein würde.

Nicht nur, weil ein frühes Aus die Debatte über ihn persönlich umgehend auf die Tagesordnung zurückbringen würde.

Nach zwei Ausscheiden in der Vorrunde soll der deutsche WM-Weg keinesfalls wieder deutlich früher als geplant enden.

Nach einer durchwachsenen Vorrunde, in der nur das Spiel gegen Fußballzwerg Curacao weitestgehend überzeugend absolviert wurde, ist der Druck vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay - dem ersten deutschen K.o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft seit dem Finale 2014 - also signifikant gestiegen.

"Wir haben das Messer am Hals", formulierte es DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig.

Etwas sehr martialisch zwar, aber im Grunde treffend.

DFB-Elf: Völler verbreitet Optimismus

Rudi Völler wollte sich von der allgemein gekippten Stimmung nach der verdienten Niederlage gegen Ecuador nicht anstecken lassen, versuchte zu beruhigen.

"Es wird gegen Paraguay ganz anders", sagte der ehemalige Teamchef, der den DFB 2002 über ein K.o.-Spiel gegen Paraguay ins WM-Finale geführt hatte. "Der Glaube ist da und groß: Wir werden am Montag ein richtig gutes Spiel machen und wollen eine Runde weiterkommen."

Der DFB-Sportdirektor ist ein ausgewiesener Unterstützer des Bundestrainers, verteidigte ihn schon mehrfach. Stets tat er dies glaubhaft.

Auch deshalb war es ihm ein Anliegen, Nagelsmann aus der Schusslinie zu nehmen.

"Es ist nicht so dahingeredet, weil ich so etwas sagen muss in meiner Funktion - aber Julian ist ein absoluter Top-Trainer. Er weiß, dass es der Bundestrainer-Job mit sich bringt, dass viele Menschen zu Entscheidungen eine andere Meinung haben. Aber er ist erfahren genug, damit umzugehen und er weiß, was in den wichtigen Momenten zu tun ist"

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Nagelsmann ehrlich: "Dann ist alles shit"

Ein solcher ist das Aufeinandertreffen mit Paraguay in jedem Fall.

Womöglich ist das Spiel in Tom Bradys früherem Wohnzimmer sogar das bislang bedeutendste in der Karriere des Coaches.

"Im Fußball geht es nur ums Gewinnen. Wenn du gewinnst, ist alles perfekt. Wenn du verlierst, ist alles shit", sagte der Bundestrainer auf die Frage eines brasilianischen Journalisten. "Also müssen wir gewinnen",

Das ist die Essenz. Damit der Druck ab Dienstag nicht ins Unermessliche steigt.

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