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WM 2026: DFB-Team am Tag nach der Blamage von Boston - Nichts wie weg!
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von Tobias Hlusiak:newstime
Lothar Matthäus rechnet mit Ende der Ära Nagelsmann
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Nichtmal 24 Stunden nach der blamablen Niederlage im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay, löst sich der DFB-Tross im Teamquartier auf. Im Hintergrund laufen wichtige Gespräche.
Aus Winston-Salem berichtet Tobias Hlusiak
Wie geprügelte Hunde schlichen die deutschen Nationalspieler in den Mannschaftsbus. Einer nach dem anderen.
Die Schultern hängend, die Blicke gesenkt.
Nach dem dritten blamablen WM-Aus in Folge war niemandem mehr nach Lachen zumute.
"Heute nicht", raunte Deniz Undav, als Journalisten ihn um eine Einschätzung zur Elfmeterpleite gegen Paraguay baten. Er war nicht der einzige.
Die wenigen, die sprachen, waren sich weitestgehend einig: Peinlich, völlig unnötig, aber irgendwie dann doch nicht vollkommen überraschend war das Ausscheiden.
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DFB-Team: Kimmich und Nagelsmann mit Klartext
"Wir haben gegen die Elfenbeinküste, Ecuador und Paraguay große Probleme gehabt. Das sind keine Weltklassemannschaften", analysierte Joshua Kimmich schonungslos.
Antonio Rüdiger bescheinigte der eigenen Mannschaft ein Qualitätsproblem. Kai Havertz war es ein Anliegen, sich live im TV zu entschuldigen.
Julian Nagelsmann griff eine Schublade höher zu.
"Wir haben seit zwölf Jahren gar nichts gerissen. Wenn du in der ersten K.o.-Runde ausscheidest, ist das deutlich zu wenig für den deutschen Fußball", sagte der Bundestrainer.
"Es wäre vermessen zu sagen, wir gehören noch zur Weltspitze."
Damit traf er den Nagel auf den Kopf.
Die Aufarbeitung der Gründe für den fast beispiellosen Downfall der einstigen Fußball-Großmacht Deutschland hatte derweil unmittelbar nach Abpfiff begonnen.
WM 2026: Akteure bringen sich für die Zukunft in Stellung
"Wir waren Deutschland. Um wieder Fußball-Deutschland zu werden, müssen wir richtig ran an die Nummer", empfahl "Magenta"-Experte Jürgen Klopp.
Gut möglich, dass er selbst dabei eine der Hauptrollen spielt.
Denn Nagelsmanns Stuhl wackelt bedenklich, auch wenn er selbst seine Bereitschaft erklärte, weiterzumachen.
"Ich stehe bereit, wenn der DFB das möchte. Wenn nicht, muss man mir das sagen", verdeutlichte er in den Interviews mehrmals.
Die DFB-Spitze um Geschäftsführer Andreas Rettig, Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler wird sich in den kommenden Tagen dennoch intensiv damit auseinandersetzen, inwiefern eine weitere Zusammenarbeit mit dem doch arg beschädigten Trainer noch Sinn macht. Trotz Vertrages bis 2028.
"Ich bin überzeugt, dass er wahrscheinlich der Richtige ist, um weiterzumachen. Natürlich bin ich nicht der DFB alleine, habe das nicht alleine zu entscheiden", sagte Völler, stets der oberste Verteidiger Nagelsmanns: "Ich weiß, dass er ein Kämpfer ist."
Das Wörtchen "wahrscheinlich" wog in seiner Einschätzung aber besonders schwer. Sicher ist nichts.
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Kimmich und Rüdiger verteidigen Nagelsmann
Und so dürfte der Name Klopp nun nicht zum ersten Mal diskutiert werden.
"Ich verstehe das, dass wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment, um darüber wirklich zu sprechen", sagte der ehemalige BVB- und Liverpool-Coach in Boston.
Währendessen sprangen die eben ausgeschiedenen Stars ihrem Trainer zur Seite.
"Wir Spieler standen auf dem Platz, haben das verbockt. Das war nicht der Trainer, nicht die Medien, nicht der Schiedsrichter, auch nicht der Gegner, sondern das waren einzig und allein wir", sagte Kimmich.
"Nochmal für alle: Das ist ein Top-Trainer und wir sollten dankbar sein, dass wir ihn haben", unterstrich Rüdiger.
Mertesacker und Kramer zählen Nagelsmann an
Inwieweit diese Dankbarkeit nach einer - auch von Trainerseite -bedenklich schwachen Darbietung bei der XXL-Weltmeisterschaft noch mehrheitsfähig ist, ist fraglich.
Zu hart war der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen nach dem jähen Ende des "American Dream", der nicht mehr war als eine Utopie.
Nach dem EM-Aus vor zwei Jahren hatte Nagelsmann eine Titel-Ansage gemacht. Den Anspruch, tatsächlich eine Chance auf Erfüllung zu haben, konnten sowohl Trainer als auch sein Team nie unterstreichen.
Im Gegenteil.
Schon die Qualifikation zum Turnier in Nordamerika verlief holprig. Unter dem Strich hat sich das Team in den nun zweieinhalb Jahren unter dem 38-jährigen Bundestrainer nicht weiterentwickelt.
"Vor zwei Jahren wurde noch geflachst, dass wir zwei Jahre warten müssen, bis wir Weltmeister werden. Die Aussage können wir auch total vergessen", sagte Rio-Weltmeister Per Mertesacker im "ZDF" nach dem Aus gegen die "schwächste Mannschaft" der Vorrunde.
Sein Experten-Kollege Christoph Kramer ergänzte: "Am Ende ist der Trainer immer der, der es lenkt. Er muss sich hinterfragen."
Und wenn er es nicht tut, tun es andere für ihn.
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