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WM 2026: DFB-Team erlebt harten Realitätscheck und hat mehr als nur eine Baustelle - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Chris Lugert

ran Fußball

WM 2026 - DFB-Fans rechnen mit Nagelsmann ab: "Das ist die Quittung"

Videoclip • 02:36 Min


Statt sich für die K.-o.-Runde weiteres Selbstvertrauen zu holen, landet die deutsche Mannschaft gegen Ecuador hart auf dem Boden der Realität. Die Menge an Baustellen verbietet jede Titelträumerei. Ein Kommentar.

"Wir wollen uns auf die K.-o.-Phase vorbereiten."

So begründete Julian Nagelsmann seine Entscheidung, beim abschließenden WM-Gruppenspiel gegen Ecuador (1:2) auf weitreichende personelle Experimente zu verzichten. Der Rhythmus nach den zwei Siegen zum Turnierstart sollte bewahrt werden.

Doch dieser Plan ging nicht auf.

Statt sich weiteres Selbstvertrauen zu holen und ungeschlagen in das Sechzehntelfinale einzuziehen, lieferte das DFB-Team einen ebenso ernüchternden wie besorgniserregenden Auftritt ab. Fast die komplette Mannschaft spielte unter ihren Möglichkeiten und ließ gegen emotional und leidenschaftlich kämpfende Südamerikaner vieles vermissen.

Nun fand die Partie unter besonderen Voraussetzungen statt. Deutschland war bereits vor dem Anpfiff sicher Gruppensieger, Ecuador musste zwingend gewinnen, um sich seine Chance auf das Weiterkommen zu bewahren. Und diese Konstellation war auf dem Feld dann auch deutlich zu erkennen, wenngleich Kapitän Joshua Kimmich betonte: "Wir wollten auf jeden Fall gewinnen."

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WM 2026: Tendenz spricht gegen das DFB-Team

Doch bei Betrachtung des Spiels war deutlich zu erkennen, dass der letzte Wille, die letzte Hingabe dann doch fehlte. Was aber viel schlimmer ist: Die Tendenz spricht nicht für die deutsche Mannschaft. Nach dem letztlich mühelosen Auftakt gegen Curacao wurde schon gegen die Elfenbeinküste ein keinesfalls grandioses Spiel von der späten Gala von Deniz Undav überdeckt.

Diese besondere Geschichte blieb gegen Ecuador aus, umso deutlicher muss sich der Blick auf die vielen Baustellen richten. Manuel Neuer wartet weiter auf seinen großen Moment und konnte noch nicht nachweisen, dass sein viel diskutiertes Comeback wirklich einen Mehrwert bietet. Gegen Ecuador war er am Siegtor der Südamerikaner mindestens mal mitschuldig.

Im Mittelfeld entwickelt sich Aleksandar Pavlovic mehr und mehr zum Sorgenkind, nach einer ganz schwachen Leistung muss die Frage erlaubt sein, ob bei ihm seine Qualitäten größer sind als das derzeitige Risiko, das er mit Ballverlusten und Unzulänglichkeiten darstellt.

Und offensiv läuft die Genialität von Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz weiterhin auf Sparflamme. Gerade Musiala wirkt immer noch zu weit von seiner Topform entfernt. Die Idee, ihn mit genug Spielzeit in den entsprechenden Rhythmus zu bringen, ist bislang nur teilweise aufgegangen. Es mangelt an Ideen und Kreativität.

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WM 2026 ist nicht die WM 2006

Wenn dann auch noch die Undav'schen Jokerqualitäten einmal nicht zum Tragen kommen, wird es schnell eng. Dann ist es auch schlicht zu einfach, wiederholt über den Zustand des Rasens zu reden. Es mag sein, dass das Geläuf an manchen Spielorten nicht optimal ist. Doch dafür gilt es, Lösungen zu finden.

Nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Elfenbeinküste wurden Vergleiche mit der Heim-WM 2006 angestellt und dem damaligen Erfolg im zweiten Gruppenspiel gegen Polen, der als Startschuss für die große Euphorie diente. Auch damals ging es im abschließenden Gruppenspiel gegen Ecuador.

Doch 2026 ist nicht 2006, das wurde in New Jersey klar. Stattdessen ist die deutsche Mannschaft hart auf dem Boden der Realität gelandet und hat vor Augen geführt bekommen, dass die Trauben bei dieser WM viel höher hängen, als man es womöglich selbst gedacht hätte.

Von einem Titelkandidaten ist das DFB-Team derzeit weit entfernt.

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