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WM 2026: Gastgeber-Effekt? So stark sind die USA, Mexiko und Kanada wirklich

Veröffentlicht:

von Dominik Hager

ran Fußball

WM 2026 - Jürgen Klopp bestätigt DFB-Gespräche: "Ich bin bereit"

Videoclip • 05:10 Min


Die WM-Gastgeber USA, Mexiko und Kanada begeistern ihre Fans und sind weiterhin mit von der Partie. Doch wie weit kann es für das Trio noch gehen?

Wenn die Achtelfinals der WM 2026 beginnen, sind nur noch 16 von anfangs 48 Teams vertreten. Im Gegensatz zur deutschen Nationalmannschaft sind alle drei Gastgeber-Nationen noch im Rennen.

Das Fußballfieber ist voll in Nord- und Mittelamerika angekommen und scheint den USA, Kanada und Mexiko Flügel zu verleihen.

Es sei jedoch angemerkt, dass alle drei Nationen auch als Gruppenkopf gesetzt waren und dadurch noch nicht gegen die absoluten Top-Teams ran mussten.

Wie groß der Gastgeber-Effekt am Ende wirklich ist, lässt sich also erst in den nächsten Runden feststellen. Wir werfen einen genaueren Blick auf die USA, Kanada und Mexiko und sehen uns an, wer wirklich auch den ganz tiefen Run starten kann.

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USA

Bisherige Ergebnisse:

  • USA - Paraguay: 4:1

  • USA - Australien: 2:0

  • USA - Türkei: 2:3

  • USA - Bosnien und Herzegowina: 2:0

Die USA sind hervorragend ins Turnier gestartet und bezwangen Paraguay und Australien praktisch mühelos. Mit dem feststehenden Gruppensieg im Gepäck zeigte eine B-Mannschaft ein couragiertes Spiel gegen die Türkei, verlor dieses aber mit 2:3.

Mit Bosnien und Herzegowina erwischten die USA einen dankbaren Gegner im Sechzehntelfinale und gewannen mit 2:0. Zwar musste das Team rund eine halbe Stunde in Unterzahl spielen, jedoch war der Sieg nie wirklich in Gefahr. Ein wenig an Glanz hat das US-Spiel jedoch im Turnierverlauf verloren.

Die kommenden Aufgaben:

Das US-Team hat eine wichtige Sache geschafft. Die ansonsten eher Football- und Basketball-begeisterte Nation hat die Fußball-WM voll angenommen, was für einen echten Heimvorteil sorgt.

Diesen müssen die USA jetzt nutzen, zumal die kommenden Aufgaben deutlich schwerer werden. Gegen die bislang mäßig überzeugenden Belgier hat das US-Team durchaus Chancen, jedoch schmerzt die Sperre von Mittelstürmer Folarin Balogun, der schon drei Treffer erzielt hat.

Die USA haben mit Christian Pulisic, Weston McKennie, Malik Tillman, Sergino Dest und Co. natürlich noch andere starke Spieler, jedoch ist Belgien individuell leicht überlegen.

Mit dem Publikum im Rücken und dem mutigen, geschlossenen und körperlichen Auftreten der US-Boys dürften die Sieg-Chancen aber bei gut 50 Prozent stehen.

Im Viertelfinale wird dann jedoch wahrscheinlich ein absoluter Top-Gegner warten. Nach den Eindrücken bisher dürfte es sich um Spanien handeln, das klar favorisiert wäre. Selbst wenn man gegen den manchmal zu ineffizient agierenden Europameister eine Sternstunde erwischen sollte, dürfte die Reise spätestens im Halbfinale vorbei sein.

Hier würde es wohl gegen Frankreich gehen, das noch härter als die Spanier zu knacken sein dürfte. Zwei Wunder hintereinander sind dann doch eher unwahrscheinlich.

Der Turnierbaum meint es nicht gut mit den US-Boys.

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Mexiko

Bisherige Ergebnisse:

  • Mexiko - Südafrika: 2:0

  • Mexiko - Südkorea: 1:0

  • Mexiko - Tschechien: 3:0

  • Mexiko - Ecuador: 2:0

Mexiko wurde im Vorfeld eigentlich gar nicht so stark eingeschätzt, obwohl es die Testspiel-Ergebnisse zugelassen hätten. Zwar hatten die Mexikaner vor einigen Jahren mehr individuelle Qualität in ihren Reihen, jedoch funktioniert das Mexiko von heute als Team sensationell.

Tatsächlich sind die Mexikaner mit drei Siegen und keinem einzigen Gegentor durch die Gruppenphase spaziert. Echte Brocken waren hier zugegebenermaßen nicht dabei, jedoch konnte Mexiko auch im ersten K.o.-Spiel gegen Ecuador überzeugen.

Die Mexikaner zeigten sich nicht nur defensiv stabil, sondern auch spielfreudig. Beim 2:0-Sieg waren sie das erste Team seit über zwei Jahren und 26 Spielen, das gegen die Südamerikaner zweimal getroffen hat.

Die kommenden Aufgaben:

Der weitere WM-Weg sieht auch für die Mexikaner heftig aus, jedoch ist er einen Tick leichter als der Weg der USA. England hat bei der WM bislang nicht wirklich überzeugt und wäre schon beinahe an der DR Kongo gescheitert.

Man darf sich sicher sein, dass die Mexikaner den "Three Lions" einen echten Fight liefern. Agiert England ähnlich ideenlos wie zuletzt, beißen sich die Briten an der geschlossenen Defensive des Co-Gastgebers die Zähne aus.

Dann gilt es zu hoffen, dass Keeper Raúl Rangel so stark performt wie bisher und Julián Quinones vorne weiterhin so effizient ist. Interessant ist, dass die in Europa bekanntesten Namen wie Santiago Giménez und Edson Álvarez bislang eher eine Nebenrolle spielen. Mexiko fungiert wie eine geschlossene Einheit und benötigt auch gar keine besonderen Individualisten, um defensiv wie offensiv effektiven Fußball zu spielen.

Im Viertelfinale könnte es dann zum Duell mit Brasilien kommen, das auch nicht unschlagbar zu sein scheint. Die letzte Hürde auf dem Weg ins Finale wäre möglicherweise Argentinien. Mexiko könnte bei dieser WM noch einige fußballerische Highlights erleben. K.o.-Spiele mit den Top-Teams aus Südamerika versprechen auf und neben dem Rasen einiges an Feuer.

Von den drei Gastgebern ist Mexiko tatsächlich am meisten zuzutrauen, auch weil man erst im Finale auf Frankreich oder Spanien treffen könnte.

Kanada

Bisherige Ergebnisse:

  • Kanada - Bosnien und Herzegowina: 1:1

  • Kanada - Katar: 6:0

  • Kanada - Schweiz: 1:2

  • Kanada - Südafrika: 1:0

Von den drei Gastgeber-Nationen hat Kanada bislang am meisten Nervosität ausgestrahlt. Während sich die USA und Mexiko ihrer Sache immer ziemlich sicher wirkten, stolperten die Kanadier teilweise ziemlich in die Spiele.

Gegen Bosnien und Herzegowina konnten die Ahornblätter erst relativ spät ausgleichen, ehe sie gegen Katar leichtes Spiel hatten. Zwar muss man erstmal 6:0 gewinnen, jedoch hatte man fast eine gesamte Halbzeit zwei Mann mehr auf dem Platz.

Gegen die Schweiz wurden die Kanadier zu spät mutig und offensivfreudig und verloren etwas unglücklich mit 1:2. Die Niederlage hatte zur Folge, dass man als Gruppen-Zweiter nicht weiter in Kanada spielen darf, sondern in den USA antreten muss. Dafür hatte Kanada mit Südafrika den wohl leichtesten Sechzehntelfinal-Gegner gezogen. Der Siegtreffer gegen die "Bafana Bafana" kam zwar spät, war jedoch verdient.

Dennoch muss man festhalten, dass die Gegner bisher nicht sonderlich stark und die Ergebnisse eher mittelprächtig waren.

Die kommenden Aufgaben:

Kanada hat es ähnlich schwer wie die USA und befindet sich in derselben Turnierbaumhälfte. Bereits im Achtelfinale sind die Kanadier gegen bislang starke Marokkaner der Underdog.

Zwar ist Alphonso Davies womöglich bereit für die Startelf, jedoch fällt mit Ismael Koné der beste Mittelfeldspieler im Team aus. Den verletzten Sassuolo-Profi können die Kanadier nicht eins zu eins ersetzen. Zudem hat man mit Jonathan David, Tajon Buchanan und Promise David sonst nur wenige Akteure, die im europäischen Klub-Fußball zur gehobenen Klasse gehören.

Die Kanadier haben einen tollen Team-Spirit und auch in den USA den Support der eigenen Fans, jedoch hat man mit dem Erreichen des Achtelfinals das Soll schon erfüllt. Jeder weitere Sieg wäre eher eine kleine Sensation.

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WM 2026: Das sind die Stadien in Kanada, Mexiko und den USA

  • Die WM-Stadien 2026 in Kanada, Mexiko und den USA
    Die WM-Endrunde 2026 findet in den USA, Kanada und Mexiko statt. Nun stehen auch die Stadien fest, in denen die Endrunde ausgetragen wird. ran zeigt die Arenen in den drei Ländern, in denen der Weltmeister ermittelt wird. (Stand: 05. Februar 2024)
    Auch interessant: WM 2026: 4,5 Millionen Ticketanfragen in der ersten Phase

    imago

  • Atlanta: Mercedes-Benz Stadium
    Kapazität: 71.000
    WM-Spiele:  8 (5 Gruppenspiele, 1 x Runde der letzten 32, 1 Achtelfinale, 1 Halbfinale

    2017 Getty Images

  • Boston/Foxborough: Gillette Stadium
    Kapazität: 68.756 
    WM-Spiele: 7 (5 Gruppenspiele, 1 x Runde der letzten 32, 1 Viertelfinale)

    2018 Getty Images

  • Dallas: AT&T-Stadium
    Kapazität: 80.000 bis 108.713 
    WM-Spiele: 9 (5 Gruppenspiele, 2x Runde der letzten 32, 1 Achtelfinale, 1 Halbfinale)

    2010 Getty Images

  • Houston: NRG Stadium
    Kapazität: 71.500 
    WM-Spiele: 7 (5 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32, 1 Achtelfinale)

    2007 Getty Images

  • Kansas City: Arrowhead Stadium
    Kapazität: 76.416 
    WM-Spiele: 6 (4 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32, 1 Viertelfinale)

    2011 Getty Images

  • Los Angeles: SoFi Stadium
    Kapazität: 70.270 (bis zu 100.240 Plätze) 
    WM-Spiele: 8 (5 Gruppenspiele, 2x Runde der letzten 32, 1 Viertelfinale)

    getty

  • Miami: Hard Rock Stadium
    Kapazität: 65.326 
    WM-Spiele: 7 (4 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32, 1 Viertelfinale, Spiel um Platz 3)

    2017 Getty Images

  • New York/New Jersey: MetLife Stadium
    Kapazität: 82.500 
    WM-Spiele: 8 (5 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32, 1 Achtelfinale, Finale)

    2016 Getty Images

  • Philadelphia: Lincoln Financial Field
    Kapazität: 69.176 
    WM-Spiele: 6 (5 Gruppenspiele, 1 Achtelfinale)

    2017 Getty Images

  • San Francisco: Levi's Stadium
    Kapazität: 68.500 
    WM-Spiele: 6 (5 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32)

    2016 Getty Images

  • Seattle: Lumen Field
    Kapazität: 67.000 
    WM-Spiele: 6 (4 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32, 1 Achtelfinale)

    2016 Getty Images

  • Guadalajara/Mexiko: Estadio Akron
    Kapazität: 45.500
    WM-Spiele: 4 (4 Gruppenspiele)

    getty

  • Mexiko City/Mexiko: Aztekenstadion
    Kapazität: 81.070 
    WM-Spiele: 5 (3 Gruppenspiele, darunter das Eröffnungsspiel, 1x Runde der letzten 32, 1 Achtelfinale)

    2017 Getty Images

  • Monterrey/Mexiko: Estadio BBVA Bancomer
    Kapazität: 51.000
    WM-Spiele: 4 (3 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32)

    imago

  • Toronto/Kanada: BMO Field
    Kapazität: 30.991
    WM-Spiele: 6 (5 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32)

    getty

  • Vancouver/Kanada: BC Place Stadium
    Kapazität: 21.000 - 54.320 
    WM-Spiele: 7 (5 Gruppenspiele, 1x Runde der letzten 32, 1 Achtelfinale)

    2020 Getty Images


Fazit:

Während Kanada kaum die Chance haben dürfte, gegen die großen Gegner zu bestehen, muss man die USA und Mexiko schon ernst nehmen. Beiden ist es zuzutrauen, den ein oder anderen Favoriten zu ärgern.

Letztlich stellt sich die Frage, ob es realistisch ist, dass die beiden Gastgeber-Nationen mehrere Top-Teams in Serie bezwingen. Die USA haben mit möglichen Duellen gegen Frankreich und Spanien einen enorm schweren Weg in Richtung Finale.

Demnach wäre Mexiko eher die ganz große Überraschung zuzutrauen. Zwar klingen Gegner wie England oder Brasilien erstmal brutal, jedoch sind beide schwächer als Frankreich oder Spanien einzuschätzen. In einem möglichen Finale würde man dann jedoch auf eines der beiden Top-Teams treffen.

Letztlich wäre es auch bei Mexiko ein echtes Wunder, wenn es für den Finaleinzug oder gar den Titel reichen würde. Schon jetzt kann man das Abschneiden der Gastgeber aber als gelungen ansehen. Von nun an kommen nur noch Bonus-Spiele.

Auch interessant: Jürgen Klopp statt Julian Nagelsmann: So viel könnte der Trainerwechsel den DFB kosten

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