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WM 2026 - Kommentar zu Frankreichs Halbfinal-Aus: Zidane muss den Konstruktionsfehler beheben
Veröffentlicht:
von Gianluca Fraccalvieriran Fußball
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Frankreich war trotz seines Star-Ensembles im Halbfinale gegen Spanien chancenlos. Am Ende bleibt der nächste enttäuschende Turnier-Auftritt der goldenen Generation, die ihren Weg noch nicht gefunden hat. Zinedine Zidane muss das nun ändern. Ein Kommentar.
"Es ist nicht alles Gold, was glänzt."
Selten hat dieses Sprichwort so gut gepasst wie zur "Equipe Tricolore". Bis zum Halbfinale pflügte der Star-Kader durch das Turnier, gewann mit Ausnahme des Achtelfinals immer mit mindestens zwei Toren Abstand und schien von keiner Defensive ausgebremst werden zu können.
Doch dann kam Spanien – und nahm die hochgepriesenen Franzosen komplett auseinander. Anders kann man es nicht sagen. Spanien trat mit einem klaren Plan an und zwang Frankreich – wie jedem Team bei der WM – sein Spiel auf.
Und die Franzosen? Wirkten komplett planlos.
Sie waren mit dem Ballbesitzfußball der Iberer völlig überfordert und schafften es nahezu nie, aus dem Mittelfeld sinnvoll aufzubauen. Augenscheinlich wollten sie sich vor allem auf ihre Konterstärke verlassen, was gegen Spanien relativ hanebüchen wirkt.
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Frankreich und das Problem mit starken Gegnern
Diese klare Unterlegenheit wirkt in Anbetracht des bisherigen Turniers überraschend, zoomt man ein wenig raus, zeichnet sich allerdings ein deutliches Bild ab.
Aufgrund der Vergrößerung des Turniers und des frühen Aus des DFB-Teams hatte Frankreich bisher keinen echten Härtetest, weshalb man die Durchschlagskraft der Offensive wohl überschätzt hat. Schon gegen das paraguayische Defensivbollwerk im Achtelfinale taten Olise und Co. sich schwer. Sobald dann der erste echte Gegner kam, war sofort Schluss.
Das war schon bei der EM 2024 so, als sie bis zum Halbfinale gegen Spanien kein Tor aus dem Spiel heraus erzielten und dort dann mit 1:2 scheiterten. Ähnlich schwach war auch der Auftritt bei der EM 2021, als sie im Achtelfinale gegen die Schweiz rausgingen.
Vor vier Jahren in Katar erreichten sie bekanntlich das Finale, dort lag es aber vor allem an der individuellen Klasse von Kylian Mbappe, dass das Endspiel kein Debakel wurde.
Spanien zeigt, wie man als Team erfolgreich ist
Diese Ergebnisse würden viele andere Teams mit Kusshand nehmen, für die goldene französische Generation ist es aber viel zu wenig.
Nach dem WM-Sieg 2018 um die Weltklasse-Achse mit Pogba, Griezmann, Kante und dem 19-Jährigen Mbappe fragten sich viele, wie man dieses Team in den folgenden Jahren schlagen solle.
Das Problem daran: Frankreich war selten ein richtiges Team. Die Namen waren stets schillernd und die Topstars wollten natürlich auch allesamt spielen, auf dem Feld ergänzten sie sich aber nur gegen schwache Teams richtig gut.
Das machte auch diese WM wieder deutlich. Wenn Mbappe und Dembele nicht trafen, ging selten richtig viel bei Frankreich, zumal den vielen Toren oft spektakuläre Einzelaktionen der Superstars vorausgegangen waren.
Ganz anders bei Spanien. Lamine Yamal traf nur ein einziges Mal, EM-Held Nico Williams ist bisher gar kein Faktor und Topscorer Mikel Oyarzabal erzielte nach dem Sechzehntelfinale kein Tor mehr aus dem Spiel heraus. Stattdessen lieferte der Rest des Teams um Superjoker Mikel Merino, Pedro Porro und Co. Struktur schlägt Einzelklasse.
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Zidane muss es für Frankreich richten
Für die Franzosen ist dabei aber natürlich noch nichts verloren. Mbappe (27) und Dembele (29) sind immer noch im besten Alter, dazu kommen mit Warren Zaire-Emery, Doue, Bradley Barcola und Rayan Cherki einige der besten Youngster Europas schon nach.
Hinzu kommt die große Veränderung auf der Trainerposition. Mit Zinedine Zidane übernimmt eine Legende von Deschamps, der nach 14 Jahren seinen Hut nimmt und Platz für frische Ideen macht.
Zidane hat bereits bei Real Madrid unter Beweis gestellt, dass er aus einem Kollektiv von Superstars eine funktionierende Mannschaft formen kann.
Die Qualität des Kaders ist unumstritten, nun gilt es für Zidane, den Konstruktionsfehler des Teams zu beheben, das Zusammenspiel zu stärken und sie wieder an die Weltspitze zu führen.
Am Ende wird seine Trainer-Ära daran gemessen werden, ob Frankreich in den wichtigen Spielen gegen die ganz Großen bestehen kann. Damit die goldene Generation auch die Auftritte bei den großen Turnieren vergolden kann.
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