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Deutschland vor dem Sechzehntelfinale

WM 2026: Musiala und Wirtz müssen endlich performen, die Schonfrist ist vorbei - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Tobias Hlusiak

ran Fußball

Nagelsmann über Druck: "Ich habe keine Beweispflicht als Bundestrainer"

Videoclip • 01:07 Min


Florian Wirtz und Jamal Musiala bleiben bei der WM bislang hinter ihren Möglichkeiten zurück. In der K.o.-Runde müssen beide den nächsten Gang finden, sonst droht ein böses Erwachen. Ein Kommentar.

Aus Boston berichtet Tobias Hlusiak

"Wusiala".

Die Wortschöpfung aus den beiden Nachnamen der Nationalspieler Florian Wirtz und Jamal Musiala eroberte vor zwei Jahren rund um die Heim-EM die Titelseiten.

Sie stand und steht für eines der größten Versprechen des deutschen Fußballs. Die beiden Offensiv-Juwelen würden zu Weltstars aufsteigen und im Zusammenspiel die DFB-Elf zurück an die Weltspitze - und so zwangsläufig zu Titeln - führen.

Zwei Jahre später sind die Erwartungen weiterhin die selben. Die Zuversicht, dass diese zeitnah auch erfüllt werden, hat aber deutlich abgenommen.

Bei der WM in Nordamerika schöpfen beide ihr Leistungsvermögen noch nicht aus. Ein Tor (Musiala) und zwei Assists (Wirtz) - das muss sich in der K.o.-Phase ändern. Dringend.

Nagelsmann darf keine Rücksicht mehr nehmen

Bei allen berechtigten Debatten um Entscheidungen des Bundestrainers, eines kann man Julian Nagelsmann beim besten Willen nicht vorwerfen: Untreue.

Der 38-Jährige stellte selbst im sportlich unbedeutenden letzten Gruppenspiel gegen Ecuador nicht um, sondern bot seinen Erste-Wahl-Stars die Chance, weiter Rhythmus zu sammeln.

Das gelang bekanntlicherweise nur bedingt.

Das Spiel gegen Paraguay am Montagabend (ab 22:30 Uhr im kostenlosen Livestream auf Joyn) ist nun aber alles andere als unbedeutend. Jede weitere unterdurchschnittliche Leistung bedeutet mit großer Wahrscheinlichkeit das Aus.

Das gilt für die ganze Mannschaft, aber eben speziell für Schlüsselspieler wie Musiala und Wirtz.

Ja, beide haben keine einfache Zeit hinter sich, waren verletzt und kamen nicht in Top-Form zum Turnier.

Darauf aber darf ab sofort keine Rücksicht mehr genommen werden. Erstrecht nicht, wenn es Spieler im Kader gibt, die diese Topform längst nachgewiesen haben, trotzdem aber weiter auf der Bank starten.

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Matthäus und Völler kitzeln die Jungstars

Beide Jungstars machen keinen freien Eindruck. Sie grübeln, hadern, denken zu viel nach.

Gerade bei Akteuren, die über Kreativität, Leichtigkeit und Freude Spiele prägen und entscheiden, ist das keine gute Voraussetzung.

Nicht umsonst unterstrich DFB-Sportdirektor Rudi Völler zwei Tage vor dem K.o.-Duell mit den Südamerikanern, Wirtz und Musiala müssten "natürlich liefern und eine Schippe drauflegen".

Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus regte an, der Bundestrainer müsse überlegen, "wie viele Chancen er ihnen noch im weiteren Verlauf dieses Turniers gibt".

Den Aussagen der beiden DFB-Legenden ist quasi nichts hinzuzufügen. Sie sollten von "Wusiala" als Ansporn verstanden werden, in den nun folgenden Spielen eine Schippe draufzulegen.

Gelingt das gegen Paraguay nicht - und sollte das Turnier für die deutsche Mannschaft dennoch weitergehen - muss der Bundestrainer spätestens zum Achtelfinale andere Lösungen finden.

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