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WM 2026 - Oliver Neuville im Interview: "Man sieht, dass die Mannschaft intakt ist"

Veröffentlicht:

von Gianluca Fraccalvieri

ran Fußball

WM 2026: Undav-Döner für umme? Kuriose Aktion in Stuttgart

Videoclip • 01:01 Min


Im Interview mit ran spricht Oliver Neuville über die Parallelen zwischen den Weltmeisterschaften 2026 und 2006 sowie zwischen ihm und Deniz Undav.

Als Deniz Undav am Samstagabend in der 94. Minute der späte Siegtreffer gegen die Elfenbeinküste gelang, fühlten sich viele an die Heim-WM 2006 erinnert.

Wie vor 20 Jahren begann die DFB-Auswahl mit einem Erfolg gegen einen Außenseiter (Curacao/Costa Rica), schaffte dann einen Euphorieschub durch einen umjubelten Last-Minute-Sieg (Elfenbeinküste/Polen) – und spielt zum Abschluss der Vorrunde gegen Ecuador (2006: 3:0).

Und das sind nicht die einzigen Parallelen: Denn wie diesmal war auch damals ein Einwechselspieler der Matchwinner: Oliver Neuville.

Und der frühere Gladbach-Profi hatte ein ähnliches Schicksal wie heute Undav: In allen sieben Spielen 2006 kam Neuville von der Bank.

Grund genug für ein Gespräch mit dem 53-Jährigen über Undavs Qualitäten, die Joker-Rolle und die Vergleiche mit dem Sommermärchen.

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Oliver Neuville über Deniz Undavs Rolle beim DFB

ran: Deniz Undav ist Deutschlands bester Stürmer bei dieser WM. Wie beurteilen Sie seine Rolle als Super-Joker?

Neuville: Wenn man sich die Statistik anschaut, hat er in den letzten zehn Spielen neun Tore gemacht. In Deutschland haben wir sehr viele gute Stürmer, aber letztendlich sprechen die Tore für Undav. Daher ist es normal, dass er jedes Spiel von Anfang an spielen will.

ran: Im Klub ist er unumstritten, in der Nationalmannschaft kommt er aber nur von der Bank. Wie ist das zu erklären?

Neuville: In Deutschland gibt es 82 Millionen Bundestrainer. Aber bis jetzt hat Julian Nagelsmann das gut gemacht mit Undav. Er kommt rein, macht ein Tor und bereitet ein Tor vor. Im zweiten Spiel kommt er wieder rein und macht zwei super Tore. Wenn er von Anfang an gespielt hätte, weiß man nicht, ob ihm das genauso gelungen wäre. Aber wenn er so weitermacht, wird er auch die Chance auf einen Startplatz bekommen.

ran: Wie groß ist der Unterschied für einen Stürmer, ob er von Anfang an spielt oder eingewechselt wird?

Neuville: Das ist immer abhängig vom Spieler. Ich glaube, jeder Spieler bereitet sich darauf vor, als würde er von Anfang an spielen. Das war früher bei mir auch so.

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Oliver Neuville über Vergleiche zum Sommermärchen 2006

ran: Sie haben bei der WM 2006 im zweiten Spiel gegen Polen als Joker in der letzten Minute das Siegtor geschossen. Jetzt gewinnt Deutschland ebenfalls das zweite Spiel und auch mit einem späten Tor. Wurden da bei Ihnen Erinnerungen wach?

Neuville: Es gibt natürlich einige Parallelen. Wir haben damals das ganze Spiel dominiert, hätten vorher schon Tore machen müssen und haben ein bisschen Pech gehabt. Deshalb war der späte Siegtreffer eine große Erleichterung. Man hat ja immer gesagt, dass nach diesem Tor 2006 das Sommermärchen angefangen hat. Das war eine unglaubliche Begeisterung, nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei den Fans.

ran: Und wie haben Sie es bei der aktuellen WM gegen die Elfenbeinküste gesehen?

Neuville: Es gab eine Phase nach dem 0:1, in der unsere Mannschaft Schwierigkeiten hatte. Aber nach dem Ausgleich hat man schon gemerkt, dass sie unbedingt gewinnen wollen. Und auch wenn das 2:1 spät kommt, war der Sieg verdient. Aber das Wichtigste war für mich, dass die ganze Bank zu Undav gelaufen ist nach dem Tor und sich alle gefreut haben. Man sieht, dass die Mannschaft intakt ist, egal wer spielt. Das finde ich schon sehr positiv. Und so ein spätes Siegtor macht etwas mit einer Mannschaft. Das kann einen Schub geben, das weiß ich ja aus eigener Erfahrung.

ran: Was trauen Sie Deutschland jetzt bei der WM nach dem guten Start zu?

Neuville: Aus meiner Sicht ist die Mannschaft wichtiger als die einzelnen Spieler. Wir haben individuell richtige Weltklassenspieler, aber es kommt auf die ganze Gruppe an. Wenn sich alle gut verstehen, kann Deutschland bei der WM sehr weit kommen.

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