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WM 2026 - Skandal um US-Stürmer Folarin Balogun: So reagieren Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, UEFA und der DFB - "Rote Linie überschritten"
Aktualisiert:
von ran.de/SID:newstime
Trump-Anruf bei FIFA? Wirbel um Balogun
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Der Skandal um die zurückgenommene Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun erzeugt unzählige Reaktionen. ran hat sie zusammengestellt.
Der WM-Skandal um die zurückgenommene Sperre nach dem Platzverweis gegen US-Angreifer Folarin Balogun zieht immer größere Kreise.
Betroffene, Spieler, Trainer, Funktionäre, Schiedsrichter - unzählige Fußball-Persönlichkeiten äußern sich und bringen - abgesehen von den Beteiligten der USA - ihr Entsetzen zum Ausdruck
Die Reaktionen.
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Funktionäre und Verbände:
Bernd Neuendorf, DFB-Präsident: "Die FIFA sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll. Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA."
Sepp Blatter, ehemaliger FIFA-Präsident: "Rote Karten werden im Fußball nicht durch politische Interventionen aufgehoben – sondern nach klaren Regeln und durch unabhängige Instanzen. Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert und danach ein Spieler vor einem WM-Achtelfinale begnadigt wird, stellt sich eine einfache Frage: Quo vadis, FIFA? Der Fußball darf nie zum Spielball der Politik werden."
Hans E. Lorenz, langjähriger Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, beim "kicker": "Bei diesem Foul – auch wenn sicher keine Verletzungsabsicht dabei war – nur ein Spiel Sperre zu geben, ist ein Geschenk. Dies nun auszusetzen, ist ein Skandal. Das ist ein fatales Signal für die Sportgerichtsbarkeit in aller Welt. Jeder gesperrte Spieler und sein Verein werden sich in Zukunft auf diese Entscheidung berufen. Es wird größter Anstrengungen bedürfen, um diese Entwicklung einzufangen. Die FIFA droht allen Verbänden seit Jahrzehnten mit Sanktionen, sollten sie das Prinzip der Mindestsperre von einem Spiel missachten. In der Bundesliga hätte Balogun wohl drei Spiele bekommen wegen rohen Spiels, dann hätte man über eine Reduzierung auf zwei diskutieren können. Aber so ist das nun wirklich skandalös.“
UEFA, Europäischer Fußballverband: "Die gestrige Entscheidung, die Umsetzung der einjährigen Bewährung der automatischen Sperre von einem Spiel nach der Roten Karte für den Spieler Folarin Balogun, überschritt eine rote Linie. Fußball, wie jede andere Sportart, stützt sich auf Regeln, die die Grundlage für fairen, ehrlichen und transparenten Wettbewerb bilden. Manchmal sind Regeln interpretationsoffen. In diesem Fall nicht. Eine minimale automatische Sperre von einem Spiel nach einer Roten Karte ist keine diskretionäre Option und bedarf keiner Entscheidung einer zuständigen Stelle, um in Kraft zu treten. Es handelt sich um ein Prinzip, das in den Vorschriften verankert ist und das nicht von Ausnahmen abhängig gemacht werden kann, erst recht nicht mitten in einem Turnier, in dem mehrere andere Spieler in derselben Situation waren und regelmäßig ihre Sperre abgesessen haben.“
Und weiter: Wenn die Gewissheit der Regeln nicht mehr von ihren Hütern garantiert wird, steht die Integrität des Spiels auf dem Spiel und die Glaubwürdigkeit eines Wettbewerbs wird untergraben. Eine solche Entscheidung schafft einen Präzedenzfall im laufenden Turnier, in dem ähnliche Situationen nun eine gleiche Behandlung erfordern – zum Nachteil des Wettbewerbs. Fußball ist der beliebteste Sport der Welt, weil es ein schönes Spiel ist und weil Vertrauen darin herrscht, dass es überall mit denselben Gesetzen gespielt wird. Wir äußern unser Unglauben über eine solche beispiellose, unverständliche und ungerechtfertigte Entscheidung."
Trainer:
Thomas Tuchel, Nationaltrainer England: "Ich denke, um ganz klar zu sein, dass es keine Rote Karte war. Aber der VAR war involviert. Drei Leute vom VAR und der Referee haben es gecheckt und hatten die Meinung, dass es eine Rote Karte war. Es wurde also eine Entscheidung getroffen. Wer kippt diese Entscheidung dann - und wann? Und auf welcher Grundlage? Wie weit geht das jetzt? Es ist einfach seltsam für mich. Wir wollen einfach Konsistenz in den Entscheidungen haben. Legen wir jetzt Berufung ein, wenn eine Gelbe Karte keine Gelbe Karte ist? Man könnte jetzt endlos debattieren. Wo fängt es an und wo hört es auf?"
Stale Solbakken, Nationaltrainer Norwegen: "Es ist eine schlechte, schlechte, schlechte Entscheidung, die der WM schaden wird. Es tut mir auch leid für die USA. Wenn sie gewinnen, wird es immer in der Schwebe hängen. Das ist nicht gut für den Sport. Was ist mit der nächsten Roten Karte? Was passiert dann? Wird es künftig irgendwo ein Gremium geben, das solche Karten einfach wieder aufhebt?"
Jürgen Klopp, designierter Bundestrainer, bei "MagentaTV": "Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben - das ist verrückt, das stellt alles infrage. Da gibt es immer noch die Möglichkeit, dass die USA ihn trotzdem nicht aufstellen, weil sie sagen: 'So wollen wir das nicht haben.' Diese beiden Menschen, die beide von Fußball keine Ahnung haben, sollten gar nichts damit zu tun haben. Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel."
Belgien:
Rudi Garcia, Nationaltrainer Belgien: "Ich wusste nicht, dass der 5. Juli für die FIFA der 1. April ist. Soweit ich mich erinnere, ist dies meines Erachtens das erste Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaft, dass eine Entscheidung dieser Art getroffen wurde."
Königlicher Belgischer Fußballverband (KBVB): "Der KBVB ist über die Entscheidung der FIFA erstaunt. Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die grundlegenden Prinzipien des Fairplay in unserem Sport zu schützen – sowohl bei dieser FIFA‑Weltmeisterschaft als auch bei zukünftigen Ausgaben des Turniers – prüft der KBVB derzeit alle möglichen Optionen."
Jacqueline Galant, Wallonische Sportministerin der französischsprachigen liberalen Reformbewegung: "Wahre Stärke liegt darin, mit Fairplay zu gewinnen."
PS, Sozialdemokratische Oppositionspartei in Belgien: "Schämt euch! Wenn Geld die Fäden zieht, verliert die WM jede Glaubwürdigkeit. Die Regeln anzupassen, um Trump zu gefallen, zu versuchen zu schummeln, um zu gewinnen – welch ein bedauernswertes Bild für die FIFA, die Fußball-WM und die USA. Die Regeln müssen von allen respektiert werden, im Sport wie im Leben."
USA:
Donald Trump, US-Präsident: "Danke an die FIFA dafür, das Richtige zu tun und eine große Ungerechtigkeit rückgängig zu machen!"
Mauricio Pochettino, Nationaltrainer USA: "Es ist eine fantastische Entscheidung, nicht nur für uns, sondern für den Fußball. "Wenn im nächsten Spiel etwas Unfaireres passiert, hat man die Möglichkeit hinzugehen und die Entscheidung rückgängig machen zu lassen."
Chris Richards, Verteidiger USA: "Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es wahr ist oder nicht. Ich denke, jeder weiß, wie das mit KI ist. Am Ende haben wir es über Social Media herausgefunden. Es war cool, die Bestätigung zu bekommen, dass es stimmt."
Ex-Spieler:
Wayne Rooney, ehemaliger englischer Nationalspieler, bei "BBC": "Entweder sie streichen die Rote Karte, was wahrscheinlich die richtige Entscheidung wäre, und dann könnte er spielen. Aber die Strafe für ein Jahr auf Bewährung zu setzen - das ist eine Schande. Infantino sollte sich dafür schämen, denn die Fairness des Spiels ist infrage gestellt. Wenn ich jetzt der Gegner der USA wäre, wäre ich absolut stinksauer. Es ist falsch in jeder Hinsicht."
Thierry Henry, ehemaliger französischer Nationalspieler, bei "Fox Sports": "Ich glaube nicht, dass es eine Rote Karte war. Er hat das nicht mit Absicht getan. Aber für Belgien ändert die Entscheidung in der Vorbereitung alles. Die Entscheidung ist zwar richtig, aber warum kommt sie so spät?"
Zlatan Ibrahimovic, ehemaliger schwedischer Nationalspieler, bei "Fox Sports": "Ich freue mich für die USA. Sie hätten keine Rote Karte bekommen sollen. Ja, die Entscheidung hätte schneller kommen müssen. Aber ich freue mich für die USA. Das US-Team war fantastisch, aber 'Balo' war superfantastisch."
Gary Neville, ehemaliger englischer Nationalspieler, bei "ITV": "Das ist absolut unzumutbar. Ich war nicht der Meinung, dass es eine Rote Karte war, und ich finde, es sollte ein Verfahren geben, das eine Aufhebung ermöglicht. Aber wenn es das nicht gibt und die FIFA dann aus heiterem Himmel einfach beschließt, einen Spieler weiter spielen zu lassen, dann sollten die Regeln für alle gleich sein. Ich wäre absolut außer mir, wenn ich Belgien wäre."
Referees, Organisationen und Politik:
Graham Scott, langjähriger Schiedsrichter in der Premier League: "Als oberste Instanz des Spiels ist die FIFA buchstäblich ein Gesetz für sich selbst, und ihre jüngste Entscheidung, den US-Stürmer Folarin Balogun von einer Sperre zu verschonen, steht nicht im Einklang mit ihrem jüngsten Präzedenzfall."
Glenn Micallef, EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport: "Entscheidungen über sportliche Regeln und sportliche Angelegenheiten obliegen den Sportverbänden, nicht den Politikern. Eine Beeinflussung sportlicher Entscheidungen würde die Autonomie des Sports untergraben." Viel mehr sollte der Fokus "stattdessen auf den tatsächlichen Herausforderungen im Bereich der Sport-Governance liegen, darunter auch die Instrumentalisierung des Sports für politische Zwecke."
Nicholas McGeehan, Organisation FairSquare: "Die Regeln wurden eindeutig in einer Weise gebrochen, die den politischen Interessen des US-Präsidenten zugutekommt. Nationale Verbände und Politiker sollten Antworten von der FIFA fordern. Wenn das Gastgeberland seinen politischen Einfluss auf den FIFA-Präsidenten genutzt hat, um einen unfairen Vorteil zu erschaffen, wäre das ein skandalöser Verstoß gegen die Regeln und eine Manipulation des Wettbewerbs."
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