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WM 2026: Teilnahme des Iran fraglich - so realistisch sind Italiens Nachrücker-Chancen

Aktualisiert:

von Kai Esser

ran Fußball

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Videoclip • 01:14 Min


Die WM-Teilnahme des Iran steht weiter auf der Kippe. Italien wird nun immer öfter von hoher Stelle als möglicher Nachrücker genannt. Doch wie realistisch ist das?

Keine zwei Monate sind es noch, bis die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada eröffnet wird.

Zwar sind formal alle 48 teilnehmenden Nationen klar, jedoch gibt es Fragezeichen um die Teilnahme des Iran.

Aktuell führen die USA Krieg gegen den Staat im Nahen Osten. Immer mehr Akteure äußern sich widersprüchlich.

Doch wie wahrscheinlich ist eine Nicht-Teilnahme des Iran? ran versucht, offene Fragen zu beantworten.

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WM 2026: Wieso steht eine WM-Teilnahme des Iran auf der Kippe?

Hintergrund ist der laufende Krieg zwischen den USA und dem Iran, der am 28. Februar 2026 begann.

Der iranische Verbandschef Mehdi Tadsch geht zwar grundsätzlich von einer WM-Teilnahme aus, sagte aber, dass die Politik bei einem erneuten Kriegsausbruch über eine Teilnahme entscheiden werde. Aktuell herrscht eine Waffenruhe.

Iranische Fußballfunktionäre haben öffentlich Zweifel daran geäußert, ob die Nationalelf am Turnier teilnehmen kann. Der iranische Sportminister erklärte sogar, die Mannschaft werde aus Sicherheitsgründen definitiv nicht teilnehmen.

Erschwerend kommt hinzu, dass iranische Staatsbürger auf einer Liste stehen, denen die Einreise in die USA untersagt ist - wobei es Ausnahmen für Athleten gibt, die an Großveranstaltungen teilnehmen.

WM 2026: Wie wahrscheinlich ist es, dass der Iran nicht teilnimmt?

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Teilnahme des Iran zuletzt klar bekräftigt: "Die iranische Mannschaft kommt ganz sicher."

Gleichzeitig hat US-Präsident Donald Trump jedoch angedeutet, die Teilnahme des Iran sei "unangemessen und lebensgefährlich" - widersprüchliche Signale also. Die FIFA beriet sich im Februar in Wales über Notfallpläne für den Fall, dass der Iran nicht teilnehmen könnte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Iran ausgeschlossen wird, liegt quasi bei Null. Dass das Team jedoch freiwillig nicht antritt, ist nicht auszuschließen.

WM 2026: Wurde eine Mannschaft schon einmal wegen eines Kriegs ausgeschlossen?

Ein direkter Ausschluss wegen eines aktiven Krieges ist historisch selten, aber es gibt Präzedenzfälle. Der bekannteste Fall: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine suspendierten FIFA und UEFA Russland 2022 von der Teilnahme an ihren Wettbewerben - offiziell nicht direkt wegen der militärischen Aggression, sondern aus "Sicherheitsgründen" und zur Wahrung der "Integrität des Wettbewerbs". Zudem war Russland noch nicht für die WM 2022 in Katar qualifiziert.

Allerdings: Damals war Russland der Aggressor. Genau wie Jugoslawien, die 1992 zehn Tage vorher vom Turnier ausgeschlossen wurden. Damals wurde Nachrücker Dänemark sensationell Europameister.

Ein freiwilliger Rückzug wäre ebenfalls historisch selten: Zuletzt zog sich 1950 eine Mannschaft aus politischen Gründen vom Turnier zurück. Argentinien nahm damals wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem brasilianischen Fußballverband nicht teil.

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WM 2026: Ist Italien als Nachrücker realistisch? Was sagen die Regeln der FIFA?

Rechtlich ist es nicht völlig ausgeschlossen. Gemäß Artikel 6.5 und 6.7 des WM-Reglements 2026 hat die FIFA bei einem Rückzug eines Mitglieds aufgrund höherer Gewalt "volles Ermessen" - sie kann die Turnierstruktur aufrechterhalten oder ein Ersatzteam finden.

Dabei kann die FIFA sogar die unterlegene Mannschaft der interkontinentalen Playoffs auswählen oder die höchstplatzierte FIFA-Mannschaft bestimmen, die sich nicht qualifiziert hat - das wäre in diesem Fall Italien.

Wahrscheinlicher wäre es aber, dass ein asiatisches Team nachrückt, da der Iran seinen WM-Platz über den asiatischen Fußballverband ergattert hat.

WM 2026: Wie wahrscheinlich ist es, dass Infantino sich über Regeln hinwegsetzt, um Trump einen Gefallen zu tun?

Das Verhältnis zwischen FIFA-Boss Infantino und US-Präsident Trump ist außergewöhnlich eng. Infantino hat Trump den ersten "FIFA-Friedenspreis" verliehen, trug öffentlich eine rote MAGA-Mütze und erklärte bei Trumps Amtseinführung, man werde gemeinsam "nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt wieder großartig machen".

Die britische Menschenrechtsorganisation "FairSquare" wirft Infantino wegen seines Verhältnisses zu Trump sogar Verstöße gegen den Ethikkodex der FIFA vor.

Dennoch: Italien als Nachrücker wäre ein massiver Regelbruch, der den sportlichen Kern der WM aushöhlen würde, dass selbst Infantino hier wohl eine rote Linie sieht - zumal er die Iran-Teilnahme bereits öffentlich mehrfach garantiert hat.

Ein Gesichtsverlust in diesem Ausmaß dürfte er vermeiden wollen. Wahrscheinlicher istdaher, dass er im Falle eines iranischen Rückzugs einen sportlich nachvollziehbareren Nachrücker präsentiert. Der realistischste Kandidat dafür wären die Vereinigten Arabischen Emirate, die in den Playoffs der Asian Football Confederation (AFC) knapp am Irak scheiterten (2:3).

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