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WM 2026 - Vor Halbfinale gegen Frankreich: Lamine Yamal reagiert auf rassistische Äußerungen von Spaniens Ex-Präsident Mariano Rajoy
Aktualisiert:
von SIDran Fußball
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Videoclip • 02:05 Min
Der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat mit einem Gastbeitrag für einen rassistischen Skandal vor dem WM-Halbfinale gegen Frankreich gesorgt. Nun reagiert auch Lamine Yamal darauf.
Vor dem Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich bei der Fußball-WM (ab 21 Uhr im Joyn-Livestream) hat der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy für Empörung in beiden Ländern gesorgt.
In einem Gastbeitrag für das Online-Medium "El Debate" schrieb er, Frankreich verfüge über einen "Kader von höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen."
Bei der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel hat sich Spaniens Ausnahmefußballer Lamine Yamal zu den Aussagen geäußert. "Wenn Fußball etwas bewirken kann, dann Integration. Frankreich und wir sind beide Beispiele für Integration. Darum geht es im Fußball – nicht darum, über Aussagen anderer Menschen zu sprechen", sagte der Flügelspieler, der am Montag seinen 19. Geburtstag feierte.
Lamine Yamal: "Wir spielen eines der schönsten Spiele"
Er wolle eigentlich gar nicht über Rajoys Aussagen sprechen, so Yamal. Denn "morgen spielen wir eines der schönsten Spiele, die man bei einer Weltmeisterschaft erleben kann. Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Moment ist, darüber zu sprechen."
Ähnlich äußerte sich Frankreichs Mittelfeldspieler Warren Zaïre-Emery, der Rajoys Text nach eigenen Angaben nicht gelesen hat. "Diese französische Mannschaft hat Spieler mit verschiedenen Hintergründen und Abstammungen. So wie das Land", sagte er: „Wir sind eine vereinte Gruppe, ein vereintes Team, und das ist alles, worauf es ankommt.
Der Beitrag des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten war bereits am Samstag abrufbar, bis Sonntag reagierten zahlreiche Politiker auf die Einlassungen Rajoys, der von 2011 bis 2018 für die konservative Volkspartei (PP) Spaniens Regierungschef war.
Rajoys Äußerungen "enthalten unerträgliche rassistische Untertöne", schrieb FFF-Präsident Philippe Diallo bei X: "Und sie werfen die Frage auf, welches verabscheuungswürdige Klima solche Äußerungen hervorbringt. Unsere Spieler müssen kein Zertifikat über ihre Staatsangehörigkeit von einem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten erhalten. Die französische Nationalmannschaft ist die Mannschaft Frankreichs."
Rajoy-Nachfolger Sanchez übt Kritik
Auch Rajoys Amtsnachfolger Pedro Sánchez äußerte sich. "Es gibt Menschen, die Zugehörigkeit immer noch am Nachnamen, am Geburtsort oder an der Hautfarbe messen. Andere messen sie an der Verbundenheit mit einem Land und dem Willen, zu ihm beizutragen", schrieb Spaniens linker Ministerpräsident bei X: "Spanien gehört denen, die es lieben und mit Leben erfüllen. Nicht denen, die es mit fremdenfeindlichen Äußerungen in Verruf bringen. Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren."
Am Dienstag (ab 21 Uhr im kostenlosen Joyn-Livestream) spielen Frankreich und Spanien ihr WM-Halbfinale in Dallas. Auch aus der französischen Regierung gab es Reaktionen auf Rajoys Beitrag. Aurore Bergé, Beauftragte für die Bekämpfung von Diskriminierung, beklagte "wiederholte rassistische Entgleisungen".
Moutchou fordert juristisches Nachspiel
Naïma Moutchou, Ministerin für die Überseegebiete, teilte mit: "Das sind keine 'Entgleisungen'. Es ist ein systematischer und verharmloster Hass auf Frankreich und das, was es ist." Sie rief den französischen Fußballverband dazu auf, sich juristisch zu wehren.
Nach Frankreichs Sieg über Paraguay im Achtelfinale hatte sich die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla in den Sozialen Medien rassistisch geäußert, vor allem Offensivstar Kylian Mbappé ins Visier genommen. Er gebe sich als Franzose aus, schrieb sie unter anderem.
Auf Rajoys Gastbeitrag reagierte auch die französische Botschaft in Madrid. "Alle Spieler der französischen Nationalmannschaft sind Franzosen", hieß es in einer Mitteilung: "Von den 26 Spielern sind 23 in Frankreich geboren. Die drei, die im Ausland geboren wurden, sind ebenfalls Franzosen."
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