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French Open - Alexander Zverev greift nach dem ersten Grand-Slam-Titel: Der "Unvollendete" vor seiner Krönung
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von SIDran Mehr Sport
French Open - Fans reden Zverevs Finaleinzug schlecht: "Wertloser Titel"
Videoclip • 01:57 Min
Alexander Zverev ist seinem Traum, endlich einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen, so nahe wie nie. Dass sein Gegner ein Freilos hatte, ist für ihn kein Thema.
Beim Stöbern im lokalen Buchladen sticht derzeit das Gesicht des besten deutschen Tennisspielers ins Auge. "Alexander Zverev: Der Unvollendete" steht groß auf dem Cover der jüngst erschienenen Biografie über den Hamburger, die auch dessen bislang so ernüchternde Bilanz bei den Grand Slams beleuchtet.
Doch schon am Sonntag könnte der Makel "unvollendet" endlich der Vergangenheit angehören.
Bei den French Open steht Zverev wieder einmal kurz vor dem Ziel, nur noch ein Schritt ist bis zum großen Traum zu gehen. Die Chance auf den ersten Major-Triumph im 41. Anlauf war dabei nie größer, im Showdown um den Coupe des Mousquetaires ist er gegen seinen italienischen Kumpel Flavio Cobolli klarer Favorit.
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French Open: Zverev bleibt bescheiden
"Ich freue mich, wieder auf dieser Bühne zu stehen", sagte Zverev nach seinem 7:5, 6:2, 3:6, 6:3-Erfolg im Halbfinale gegen den Tschechen Jakub Mensik.
Doch wie schon während des gesamten Turniers am Bois de Boulogne vermied der 29-Jährige vor dem Endspiel forsche Kampfansagen, blieb mit dem Fokus voll bei sich, wirkte nach außen entspannt. Natürlich ist der Druck aber immens, schließlich steht mehr als nur dieser erste Titel bei einem der vier großen Turniere auf dem Spiel.
"Das könnte die Schleusen für ihn öffnen", sagte der siebenmalige Grand-Slam-Sieger John McEnroe bei "TNT Sports": "Wenn er das gewinnt, könnte er plötzlich selbstbewusster gegen die Gegner auftreten, mit denen er bisher Schwierigkeiten hatte. Er könnte mehr an sich glauben."
Jene Kontrahenten, das sind vor allem Jannik Sinner und Carlos Alcaraz, die die letzten Jahre bei den Großevents nach Belieben dominiert hatten - und dabei auch Zverev immer wieder zur Verzweiflung gebracht hatten.
Doch weil der eine sensationell in der zweiten Runde in Paris gescheitert und der andere verletzungsbedingt gar nicht erst angetreten war, öffnete sich früh die Tür für den Tokio-Olympiasieger, der dann kaum Zweifel an einer Finalteilnahme aufkommen ließ.
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Cobolli ohne Anstrengung ins Finale? "Kann ich nicht kontrollieren"
Und auch die plötzliche Wendung, dass Cobolli kampflos gegen seinen angeschlagenen Landsmann Matteo Arnaldi in das Endspiel einzog, soll für Zverev nur noch eine Randnotiz sein.
"Ich habe mich auf meine Sachen konzentriert. Und das werde ich auch weiterhin tun." Das Einzige, worauf er Einfluss habe, sei sein "nächstes Match. Alles andere kann ich nicht kontrollieren, werde ich nicht kontrollieren, will ich auch gar nicht kontrollieren."
Mit diesem Mindset will Zverev nun die letzte Hürde Cobolli, gegen den er nur im April in München einmal verlor, überspringen. Es winkt der erste Grand-Slam-Triumph eines deutschen Spielers seit Boris Becker bei den Australian Open 1996 und der erste Erfolg bei den French Open seit Henner Henkel vor 89 Jahren.
Cobolli sei "ein super Spieler. Supertalentiert, superjung, verbessert sich immer wieder", sagte Zverev. Er werde sich auf ein "hartes Match vorbereiten und hoffentlich mein Level zeigen können".
Der Weltranglistendritte hat die sportliche Krönung fest im Blick. Zeit, um in den Rückspiegel zu blicken, bleibt nicht mehr. "Jetzt gerade interessiert mich das wenig", bügelte Zverev die Frage eines Journalisten nach seinen wichtigsten Stationen auf dem Weg zu seinem vierten Major-Finale ab: "Du kannst mich am Sonntag nochmal fragen."
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