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Wimbledon: Jannik Sinner zurück im Rampenlicht - aber die Fragezeichen bleiben

Veröffentlicht:

von SID

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Alexander Zverev feiert Grand-Slam-Titel in Pariser Nachtclub

Videoclip • 01:15 Min


Jannik Sinner startet in Wimbledon in seine Mission Titelverteidigung. Nach dem sensationellen Zweitrundenaus in Paris verfolgen den Italiener an der Church Road aber offene Fragen.

Auch ein Jannik Sinner braucht gelegentlich eine Pause. "Tennis ist natürlich wichtig", sagte der Südtiroler der "Vogue", "aber genauso wichtig ist es, sich davon abzulenken."

Golf spielen, Lego bauen oder auch ohne italienische Beteiligung bei der Fußball-WM mitfiebern: Die Liste der Beschäftigungen abseits des Tennisplatzes ist lang - und hat in den letzten Wochen einen größeren Teil des Alltags des Weltranglistenersten eingenommen.

Nach dem noch immer schier unglaublichen K.o. in der zweiten Runde der French Open gegen den Argentinier Juan Manuel Cerúndolo hatte sich der Tour-Dominator weitestgehend abgeschottet, auf Teilnahmen an Rasenturnieren vor dem für ihn persönlich "ganz besonderen" Highlight Wimbledon verzichtet.

Mit seiner Ankunft im Südwesten Londons tritt der Titelverteidiger nun wieder ins Rampenlicht - begleitet von einer Vielzahl an Fragezeichen.

Sinner hatte sich nach seinem denkwürdigen Einbruch in der französischen Hauptstadt Untersuchungen unterzogen, Auffälligkeiten ergaben sich dabei keine.

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Sinner versucht positiv zu bleiben

Er versuche stets, "das Positive in Situationen zu sehen", sagte Sinner: "Natürlich wäre ich bei den French Open gern weiter gekommen, aber der frühe Ausstieg hat mir zusätzliche Zeit verschafft." Es habe "viele lange Trainingseinheiten" gegeben, "und ich bin sehr zufrieden mit meiner aktuellen körperlichen Form und meiner mentalen Verfassung."

Einen ersten Eindruck lieferte Sinner unter der Woche beim Einladungsturnier im Londoner Hurlingham Club, wo er den Briten Cameron Norrie in zwei Sätzen bezwang. "Es war toll", resümierte Sinner. Dass er seit dem Aus in Paris aber kein offizielles Match bestritten hat, sorgt für Diskussionsstoff.

"Ich brauche immer ein Vorbereitungsturnier, aber Jannik ist da anders. Es gibt solche Spieler", sagte French-Open-Sieger Alexander Zverev, der die letzten neun Spiele gegen Sinner verlor und diesen nun vom Wimbledon-Thron stürzen will. Er selbst sei jemand, "der ein bisschen Matchrhythmus braucht".

Für Boris Becker ist Sinners Zurückhaltung im Terminkalender ein Indiz dafür, dass er "noch nicht hundertprozentig fit" sei, sagte der dreimalige Wimbledon-Champion im Podcast mit Andrea Petkovic. Sorgen macht sich Becker aber nicht.

Sinner für Becker Topfavorit

"Das ist ein Problem, wenn er über drei, dreieinhalb Stunden gehen muss, dann fängt er an, körperlich zu leiden. Warum, weiß ich nicht, eigentlich ist er fit wie ein Turnschuh", sagte der sechsmalige Major-Gewinner.

Rasentennis über fünf Sätze sei aber "keine Frage der Ausdauer. Da geht es um die Schnellkraft, die Explosion, um genügend Power in den Oberschenkeln und im Gluteus Maximus. Und um die Nervenstärke." All diese Punkte vereint Sinner - der deshalb für Becker Topfavorit ist.

"Wimbledon ist ein langes Turnier, und der Start wird sehr wichtig sein. Ich habe noch keine Spiele auf Rasen bestritten, daher wird das erste Spiel – oder werden die ersten paar Spiele – schwierig werden", sagte Sinner, der den Centre Court am Montag gegen den Serben Miomir Kecmanovic eröffnet.

"Aber wenn ich sie überstehe, weiß ich, dass das Selbstvertrauen auf Rasen zurückkehren kann und auch das gute Gefühl."

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