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Vierschanzentournee: Halvor Egner Granerud flippt nach Lift-Defekt am Bergisel aus - "Habe diesen Ort so satt"
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von ran.deran Mehr Sport
Vierschanzentournee: Historischer Brüder-Triumph? Die Favoriten der Tournee
Videoclip • 02:20 Min
Halvor Egner Granerud erlebt am Bergisel ein weiteres Tournee-Debakel. Nach einem Fahrstuhl-Defekt und dem Aus in Runde eins platzt dem Norweger völlig der Kragen.
Vor gut fünf Jahren belegten Halvor Egner Granerud und Karl Geiger noch die Ränge eins und zwei bei der Skiflug-WM. Beim Bergisel-Springen in Innsbruck fanden sich die beiden Stars früherer Tage nun auf dem geteilten sechsten Platz in der Lucky-Loser-Wertung wieder.
Die Folge: Beide schieden bereits im ersten Durchgang aus und mussten beim dritten Springen der Vierschanzentournee eine weitere bittere Pille schlucken. Während der kriselnde Geiger seine 121 Meter sogar recht positiv bewertete, war die Gemütslage beim Norweger eine ganz andere.
Der Tournee-Sieger aus dem Jahr 2023 redete sich regelrecht in Rage und schimpfte lautstark. Auslöser des Wutanfalls war allerdings nicht seine eigene Leistung, sondern die Tatsache, dass er vor seinem Wettkampfsprung 35 Minuten im defekten Fahrstuhl an der Bergisel-Schanze feststeckte.
Veranstalter bringt Granerud in missliche Lage
Besonders ärgerlich: Granerud war in den äußerst unbequemen Skisprung-Schuhen gefangen, weil der Veranstalter eine Tasche mit seinen Straßenschuhen, die er in den Auslaufbereich geschickt hatte, offenbar verlegt hatte.
"Es ist lange her, dass sich mein Körper so beschissen angefühlt hat wie jetzt", monierte der zweimalige Weltcup-Gesamtsieger, den der unglückliche Zwischenfall "sehr negativ" beeinflusst habe.
"Hätte ich meine Schuhe gehabt, wäre das eine Sache - aber 35 Minuten lang in Sprungschuhen festzusitzen, weil sie meine Schuhtasche verloren haben, war das Hauptproblem", erklärte er im Gespräch mit dem norwegischen Sender "NRK".
Granerud wettert gegen Veranstalter: "Habe den ganzen Ort hier so satt"
Später ließ Granerud im Gespräch mit "Viaplay" dann so richtig seinen Frust raus. "Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr keine Bewerbe mehr hier veranstalten dürfen. Das geht so nicht, das ist echt beschissen", klagte er, ehe er dem Veranstalter "alles Schlechte" wünschte.
Anschließend kündigte er sogar an, den Wettbewerb im nächsten Jahr womöglich auszulassen. "Ich habe diesen ganzen Ort hier so satt. Ich frage mich, ob ich nächstes Jahr, wenn ich nicht um den Tournee-Sieg kämpfe, einfach die Gelegenheit nutze und auf den Bewerb hier verzichte", motzte er.
Granerud mit schlechten Erinnerungen an Innsbruck: "Es war furchtbar nervig"
Doch woher kommt eigentlich dieser unverhältnismäßige Groll auf das Bergisel-Springen? Tatsächlich hat Granerud bereits im Jahr 2021 ganz schlechte Erfahrungen in Innsbruck gemacht. Bei einem vom Wind beeinflussten Springen verlor der als Tournee-Favorit gestartete Granerud alle Chancen auf den Gesamtsieg - und sorgte für einen Eklat.
"Es hat sich wie Innsbruck angefühlt. Es ist jedes Jahr dasselbe. Ich hatte hier noch nie einen guten Wettkampf. Es gibt hier keine fairen Verhältnisse", wütete Granerud damals.
"Ich habe das Gefühl, dass die Bedingungen die ganze Tournee für die Polen günstig waren. Es war furchtbar nervig, Kamil Stoch wieder gewinnen zu sehen. Sie hatten definitiv mehr Glück als ich", lehnte er sich zudem noch gegen den damaligen Tournee-Sieger und dreifachen Olympiasieger auf.
Zwei Jahre später gewann Granerud zwar die Vierschanzentournee, jedoch war es ausgerechnet wieder das Bergisel-Springen, welches einen Grand Slam (vier Einzelsiege bei der Tournee) verhinderte.
Granerud und Norwegen in der Krise
Neben der persönlichen Abneigung dürfte auch die sportliche Talfahrt den Kessel zum Überlaufen gebracht haben. Seit zweieinhalb Saisons dümpelt der eigentliche Siegspringer im Mittelfeld herum. Jüngst wurde er bei der Qualifikation für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen aufgrund eines regelwidrigen Anzuges disqualifiziert.
Die Stimmung im gesamten norwegischen Team ist ohnehin nahe des Tiefpunkts. Seit dem Anzug-Skandal gelang keinem Norweger mehr der Sprung aufs Podest. Bereits vor dem Innsbruck-Springen zog Marius Lindvik die Reißleine und verabschiedete sich mit den Worten "So schlecht, dass es peinlich ist" von der Tournee.
Einen Leidensgefährten hatte Granerud in Innsbruck im Übrigen auch, jedoch aus dem deutschen Team. Philipp Raimund steckte wie Granerud im Aufzug fest, nahm die Situation aber gelassen und flog beim Sieg von Ren Nikaido auf Platz zwölf.
Immerhin: Der impulsive Granerud entschuldigte sich später in seiner Instagram-Story für seinen verbalen Ausbruch.
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