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NFL - AFC West im Division-Check: Patrick Mahomes kämpft um den Platz an der Sonne

Veröffentlicht:

von Raman Rooprail

NFL

NFL: Patrick Mahomes feiert im Backstreet-Boys-Look

Videoclip • 01:04 Min


Bevor die NFL in ihre neue Saison startet, nimmt ran alle acht Divisions genau unter die Lupe. Heute im Fokus: die AFC West.

Nach neun Division-Titeln in Folge endete die Dominanz der Kansas City Chiefs in der vergangenen Saison.

Auch ohne Patrick Mahomes' Kreuzbandriss führte 2025 kein Weg an den Denver Broncos vorbei. Die wollen in dieser Spielzeit natürlich ihren Titel verteidigen, während KC den Thron wieder erklimmen will.

Aber auch mit den Los Angeles Chargers wird zu rechnen sein. Die Las Vegas Raiders dagegen hoffen, dass sie mit Fernando Mendoza ihren Quarterback der Zukunft gefunden haben.

ran blickt auf die vier Franchises der AFC West.

Denver Broncos

Letzte Saison: 14-3, Niederlage im Championship Game gegen die New England Patriots

Wichtige Neuzugänge: Jaylen Waddle (Wide Receiver)

Wichtige Abgänge: John Franklin-Myers (Defensive End), Dre Greenlaw (Linebacker)

Head Coach: Sean Payton (seit 2023)

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Analyse: Offense

Viele Veränderungen gibt es in Denver nicht. Bo Nix kehrt nach seiner bitteren Verletzung aus der Divisional Round ohne Einschränkungen zurück, auch sonst bleiben die Broncos größtenteils unverändert.

Eine entscheidende Verbesserung gibt es aber: Jaylen Waddle kam per Trade von den Miami Dolphins und soll das Passspiel in Denver verbessern. Das wirkte in der vergangenen Saison immer wieder eindimensional: Bei den Receivern fehlte jemand, der eine konstante Nummer-1-Option ist. Mit Waddle und Courtland Sutton als Nummer zwei sowie den Youngstern Troy Franklin, Pat Bryant oder Marvin Mims Jr. hat Denver jetzt eine starke Mischung aus talentierten und erfahrenen Spielern.

Gepaart mit der wohl besten Offensive Line der Liga, die unverändert in die neue Saison geht, und einem soliden Laufspiel um J.K. Dobbins und RJ Harvey hat Denvers Offense keine wirklichen Schwachstellen.

Analyse: Defense

Es gibt sicherlich gute Argumente dafür, dass die Broncos das kompletteste Team der NFL haben. Denn neben der ausbalancierten Offense stellt Denver eine der besten Defenses der Liga.

Mit 68 Sacks legte die Einheit 2025 die mit Abstand meisten auf (Platz zwei ging an die Atlanta Falcons mit "nur" 57). Auch bei anderen Metriken dominierten die Broncos durch die Bank und waren fast überall ganz weit vorne zu finden.

Umso besser, dass die Broncos hier nur verkraftbare Verluste erlitten: John Franklin-Myers und Dre Greenlaw waren nicht mehr als gute Rollenspieler, im Verbund sollte es für Denver keine Probleme geben, diese zu ersetzen.

Will man unbedingt eine Schwachstelle finden, könnten das Linebacker-Duo aus Justin Strnad und Alex Singleton am ehesten enttäuschen, doch der starke Pass Rush um Nik Bonitto sowie das fantastische Defensive Backfield, das von Pat Surtain II angeführt wird, werden die Einheit tragen.

Fazit

Was wäre, wenn? Diese Frage stellten sich wahrscheinlich viele Broncos-Fans, als ihr Team mit einer ähnlichen Truppe den Super Bowl wohl nur verpasste, weil Nix sich in der Divisional Round verletzt hatte. Beim Blick auf die kommende Saison gibt es eigentlich keinen Grund, warum es nicht für das ganz große Ziel reichen sollte.

Egal ob offensiv, defensiv oder im Coaching: Denver hat nahezu keine Schwachstellen. Sollte Nix darüber hinaus sogar einen Schritt nach vorne machen, sind die Broncos nicht nur in der AFC West der Favorit.

ran-Tipp: 13-4, Platz 1 in der AFC West

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Kansas City Chiefs

Letzte Saison: 6-11, keine Playoff-Teilnahme

Wichtige Neuzugänge: Kenneth Walker (Running Back), Khyiris Tonga (Defensive Tackle), Alohi Gilman (Safety)

Wichtige Abgänge: Jawaan Taylor (Offensive Tackle), Trent McDuffie (Cornerback), Jaylen Watson (Cornerback), Bryan Cook (Safety)

Head Coach: Andy Reid (seit 2013)

Analyse: Offense

Lange war unklar, ob Patrick Mahomes die Saison als Starter beginnen würde. Doch der Superstar der Chiefs hat die gesamte Vorbereitung mitgemacht und seinen Kreuzbandriss auskuriert. Ob er auf dem Feld aber auch wieder sofort der Alte sein wird und vor allem auch bei Scrambles überzeugen kann, bleibt abzuwarten.

Damit Mahomes aber eben nicht mehr die Last alleine schultern muss, wurde Super-Bowl-MVP Kenneth Walker von den Seattle Seahawks verpflichtet. Der Running Back soll das lahme Laufspiel der Chiefs, das in der vergangenen Saison ligaweit nur auf Platz 24 landete, beleben. Das sollte mit einer soliden Offensive Line auch möglich sein.

Mahomes' Receiving-Optionen werfen dagegen noch Fragen auf. Rashee Rice kommt von einer Knieverletzung zurück, die er nur wenige Tage vor seinem Gefängnisaufenthalt durch eine Operation behandeln ließ. Xavier Worthy konnte in seinen ersten beiden Jahren selten konstant überzeugen. Und Travis Kelce fehlt mit seinen bald 37 Jahren die Explosivität von einst.

Falls kein Youngster überraschend in den Vordergrund treten kann, könnten die Chiefs schnell Probleme bekommen.

Analyse: Defense

In der Defense gibt es in Kansas City einen größeren Umbruch. Chris Jones ist zwar noch immer der Anker der Line und hat mit Pass Rusher George Karlaftis tatkräftige Unterstützung, mit R Mason Thomas und Peter Woods sollen zukünftig aber auch hochgedraftete Rookies auf Quarterback-Jagd gehen. Außerdem ist Tackle Khyiris Tonga als harter Brocken neu.

In der Secondary wurden Trent McDuffie, Jaylen Watson sowie Bryan Cook ziehen gelassen, dafür sollen Rückkehrer L'Jarius Snead sowie Nummer-6-Pick Mansoor Delane auf Cornerback übernehmen. Auch der letztjährige Drittrundenpick Nohl Williams sollte mehr Chancen bekommen.

Während die Cornerback-Situation gerade zu Saisonbeginn Probleme machen könnte, wurde zumindest Cook mit Alohi Gilman von den Baltimore Ravens adäquat ersetzt.

Fazit

Die Chiefs sind die Chiefs und Mahomes eben Mahomes. Jahrelang wurden Diskussionen rund um Kansas City so beendet. Obwohl Probleme im Team sichtbar waren, trauten sich die wenigsten Experten gegen Andy Reid und Co. zu tippen. Durch die Machtübernahme der Broncos in der vergangenen Saison hat sich das Blatt aber ein bisschen gewendet.

Mahomes muss nach seiner Knieverletzung erst einmal beweisen, dass er wieder zu alter Form zurückfinden kann. Das heißt auch, dass er das Team wieder trägt, obwohl der Kader bei weitem nicht der beste der Liga ist. Vor allem im Vergleich zu Division-Konkurrent Denver sind einige Lücken nicht zu übersehen.

Kansas City wird mit einem fitten Mahomes wieder um die Division-Krone spielen, könnte aber Anlaufschwierigkeiten haben.

ran-Tipp: 11-6, Platz 2 in der AFC West

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Las Vegas Raiders

Letzte Saison: 3-14, keine Playoff-Teilnahme

Wichtige Neuzugänge: Fernando Mendoza (Quarterback), Tyler Linderbaum (Center), Kwity Paye (Edge)

Wichtige Abgänge: Geno Smith (Quarterback), Stone Forsythe (Offensive Tackle), Dylan Parham (Guard)

Head Coach: Klint Kubiak (seit 2026)

Analyse: Offense

Das Expirement Geno Smith ist in Las Vegas krachend gescheitert, immerhin sprang für die Raiders der Nummer-1-Pick heraus, mit dem sie Fernando Mendoza verpflichteten. Der wird zwar zunächst nicht starten, doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann Mendoza Kirk Cousins ersetzen wird.

Neben der teuren Verpflichtung von Tyler Linderbaum, der die Offensive Line sofort verbessern sollte, war es aber relativ ruhig in Vegas. Jalen Nailor wurde zwar ebenfalls verpflichtet, mehr als ein dritter Wide Receiver war der Ex-Viking aber in seiner Karriere nie.

So wird Brock Bowers im Passspiel die klare erste Option bleiben. Der Tight End hatte 2025 mit Verletzungen zu kämpfen und kam so in zwölf Spielen nur auf 680 Receiving Yards, erzielte dabei aber sieben Touchdowns. Daneben wird Ashton Jeanty in seiner zweiten Saison gefordert sein. Der neue Head Coach Klint Kubiak, der in Seattle ein starkes Laufspiel etablierte, wird Jeanty wegen der mangelnden Receiving-Optionen wohl auch im Passspiel stärker einbinden.

Analyse: Defense

Die Raiders haben ordentlich in ihre Defense investiert. In der Front verstärken Kwity Paye, Nakobe Dean, Quay Walker und Malcolm Koonce das Team, Taron Johnson und Eric Stokes sind im Defensive Backfield neu.

Außerdem ist Star-Pass-Rusher Maxx Crosby nach seinem bereits für sicher gehaltenen Trade ein gefühlter Neuzugang. Auf dem Papier hat sich die 2025 mittelmäßige Defense sicherlich verbessert, doch mit einem komplett neuen Coaching Staff sowie den zahlreichen neuen Startern könnte die Einheit Anlaufprobleme haben.

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Fazit

In einer der härtesten Divisions der NFL wird Vegas relativ schnell aus dem Playoff-Rennen ausscheiden.

Die Entwicklung von Mendoza wird im Mittelpunkt stehen. Dass der Nummer-1-Pick früher oder später das Ruder übernehmen wird, ist keine Frage. Die vergangenen Jahre haben aber gezeigt, dass es durchaus unterschiedliche Philosophien bei der Frage des Zeitpunkts geben kann.

ran-Tipp: 4-13, Platz 4 in der AFC West

Los Angeles Chargers

Letzte Saison: 11-6, Niederlage in der Wild Card Round gegen die New England Patriots

Wichtige Neuzugänge: David Njoku (Tight End), Tyler Biadasz (Center), Charlie Kolar (Tight End)

Wichtige Abgänge: Odafe Oweh (Defensive End), Zion Johnson (Guard), Benjamin St-Juste (Cornerback)

Head Coach: Jim Harbaugh (seit 2024)

Analyse: Offense

Die Chargers gehen wie so oft mit einer Menge Qualität in die neue Saison. Justin Herbert ist nach wie vor ein Top-Quarterback, mit Omarion Hampton, Ladd McConkey, Quenstin Johnson und David Njoku hat er zudem viel Qualität auf den Skill-Positionen.

Aber nicht nur da: Nachdem eine stark dezimierte Offensive Line 2025 Herbert keinerlei Schutz bieten konnte, kehren die Tackles Joe Alt und Rashawn Slater nach schweren Verletzungen zurück und stabilisieren vor allem den Schutz im Passspiel sofort. Der Abgang von Zion Johnson wurde durch Cole Strange und Rookie Jake Slaughter abgefangen. Ganz bitter ist jedoch der Ausfall von Neuzugang Tyler Biadasz, der sich im Training schwer am Knie verletzte.

Zudem gelang Jim Harbaugh mit der Verpflichtung von Offensive Coordinator Mike McDaniel ein Coup. Auf dem Papier gibt es wenig Gründe, warum die Offensive ohne Verletzungen keinen klaren Schritt nach vorne machen sollte. Jetzt muss auch Herbert beweisen, dass er mit den absoluten Elite-Quarterbacks mithalten und seine Offense konstant führen kann.

Analyse: Defense

Der Verlust von Defensiv Coordinator Jesse Minter, der bei den Baltimore Ravens als Head Coach angeheuert hat, schmerzt. Minter formte eine kreative, nicht durchschaubare Defense, die über viele Wege Erfolg hatte. Ob bei Sacks, zugelassenen Yards, ob im Pass oder Lauf: Die Chargers waren eine konstante Einheit, die fast überall mit den Top-Teams mithalten konnte.

Neben Minter verloren die Chargers auch spielerische Qualität: Odafe Oweh, der nach seinem Trade in Los Angeles mit 7,5 Sacks in zwölf Spielen seinen Durchbruch feierte, hat die Franchise schon wieder verlassen, Cornerback Benjamin St-Juste ist ebenfalls nicht mehr da. Viel Qualität ist - bis auf Erstrunden-Pass-Rusher Akheem Mesidor - nicht nachgekommen.

Mit dem neuen Defensiv Coordinator Chris O'Leary übernimmt immerhin ein alter Bekannter das Ruder. O'Leary coachte 2024 bereits unter Minter, ehe er 2025 in Western Michigan einen Job übernahm. Der 34-Jährige hat eine ähnliche Philosophie wie Minter und wird so wenig wie möglich umstellen. Nichtsdestotrotz würde es nicht überraschen, wenn die Chargers defensiv einen Schritt zurück macht.

Fazit

Offensiv sind die Chargers über jeden Zweifel erhaben. Mit der wiedererstarkten Offensive Line und McDaniel wäre es wohl keine Überraschung, wenn Herbert seine beste Saison bei den Chargers spielt.

Auch wenn die Defense einen kleinen Schritt zurückgemacht hat, kann die Offense über weite Strecken der Regular Season dieses Team tragen. Damit es auch für die Division-Krone (oder sogar mehr) reicht, muss Herbert in die Riege der Elite-Quarterbacks aufsteigen und im MVP-Rennen mitmischen.

ran-Tipp: 10-7, Platz 3 in der AFC West

Auch interessant: AFC South im Check: Texans Favorit, Jaguars lauern

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