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NFL: MVP-Rennen zur Saisonmitte - drei Nicht-Quarterbacks in Top 10, kein Patrick Mahomes
Veröffentlicht:
von Maximilian Stegmaier-LängeNFL
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Die NFL-Saison 2026 steht vor der Halbzeit der Regular Season. Zeit, für ein frühes MVP-Ranking der Top-10-Kandidaten.
Zur Saison-Halbzeit nimmt das MVP-Rennen in der NFL Fahrt auf.
Der prestigeträchtige Award ist historisch fast ausschließlich eine Quarterback-Auszeichnung, aber auch drei Nicht-Quarterbacks haben mindestens Außenseiterchancen.
ran bewertet die besten Spieler der Liga und rankt die Top 10.
10. Kenneth Walker III (Running Back, Kansas City Chiefs)
Nach seinem Abschied aus Seattle war Kenneth Walker III der Motor des starken Starts der Kansas City Chiefs mit fünf Siegen. Mit 770 Rushing Yards liegt er weiterhin auf Rang zwei der Liga, nur zehn Yards hinter Falcons-Star Bijan Robinson, der aufgrund der Bilanz seines Teams nichts mit dem MVP-Rennen zu tun hat.
Die letzten beiden Wochen haben sine Chancen jedoch praktisch beendet, ähnlich wie bei seinem Quarterback Patrick Mahomes. In Seattle kam der Running Back nur auf 36 Yards, bei den Denver Broncos auf 69 Yards - und genau diese beiden Spiele waren die ersten Niederlagen. Das zumindest spricht für seinen Wert, denn ohne seine Topleistung sind die Chiefs kein Topteam.
Aber die Tendenz geht in die falsche Richtung: Rookie Emmett Johnson drängt sich auf und die Chiefs wollten Walkers Workload ohnehin reduzieren. Am Ende der Saison ist er womöglich näher an einer Tandem-Situation in Kansas City (wie sie ihn schon aus Seattle verscheuchte) als am MVP-Award.
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9. Jordan Love (Quarterback, Green Bay Packers)
Die Offensive Line ist ein Problem, das Laufspiel kommt nicht in Gang, und die Wide Receiver lassen mehr Bälle fallen als jede andere Gruppe der Liga. Trotzdem stehen die Packers bei 5-3, und das liegt vor allem an Quarterback Jordan Love. Beim 27:19 gegen die Carolina Panthers brachte er 30 von 41 Pässen für 288 Yards und drei Touchdowns an. Mit 2.246 Yards hat er die meisten eines Packers-Quarterbacks nach acht Spielen seit Aaron Rodgers 2020. Head Coach Matt LaFleur lobte, Love trage gerade die gesamte Last.
Für das ganz große MVP-Argument fehlen ihm aber die Effizienzwerte. Bei "PFF" rangiert er nur im Mittelfeld der Quarterbacks, und bei den Wettanbietern liegt er deutlich hinter der Spitze. Love ist ein Kandidat für den Sprung nach vorn, falls Green Bay die NFC North gewinnt.
8. Jaxon Smith-Njigba (Wide Receiver, Seattle Seahawks)
985 Receiving Yards nach acht Spielen - in der Super-Bowl-Ära hatte nur Tyreek Hill mehr (961 in der Saison 2022). In sieben von acht Spielen knackte Jaxon Smith-Njigba die 100-Yard-Marke und mit neun Touchdowns führt er auch hier die Liga an.
Er ist auf Kurs für über 2.000 Yards, der Rekord von Calvin Johnson liegt bei 1.964 Yards. Ein AFC-Defensive-Coach sagte bei "ESPN": "Wenn er 2.000 Yards schafft, ist er MVP."
Dagegen spricht gleich doppelt die Historie. Noch nie hat ein Wide Receiver den MVP-Award gewonnen und Seattle steht nach der 17:34-Niederlage gegen die Bears nur bei einer 4-4-Bilanz. In diesem Spiel fing "JSN" 118 der 188 Receiving Yards seines Teams. Das zeigt, wie sehr Seattle von ihm abhängt, und zugleich, wie wenig das zuletzt für Siege reichte.
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7. Jahmyr Gibbs (Running Back, Detroit Lions)
Der stärkste Nicht-Quarterback im Feld. Gibbs hat nach sieben Spielen 1.058 Scrimmage Yards und zehn Touchdowns gesammelt. Damit ist er erst der fünfte Spieler unter 25 Jahren, der diese Marken in den ersten sieben Spielen seines Teams erreicht. Beim 19:15 gegen die bis dahin ungeschlagenen Minnesota Vikings lief er für 153 Yards, darunter ein 30-Yard-Touchdown. Den Rekord für die meisten Touchdowns eines Spielers unter 25 hat er Barry Sanders schon abgenommen. Die Lions stehen bei einer starken 5-2-Bilanz.
Rechnet man seine Zahlen hoch, landet er im Bereich von Chris Johnsons Rekord von 2.509 Scrimmage Yards aus dem Jahr 2009. Das Problem ist auch bei ihm Geschichte: Peterson brauchte 2012 über 2.000 Rushing Yards für den MVP. Realistischer ist für Gibbs der Award als Offensive Player of the Year, für den er neben "JSN" als Favorit gehandelt wird.
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6. Drake Maye (Quarterback, New England Patriots)
Der MVP-Zweite der Vorsaison erwischte einen Horror-Start. Zum Auftakt warf Drake Maye drei Interceptions bei der 10:13-Niederlage gegen Seattle und in den ersten Wochen traf er reihenweise falsche Entscheidungen. Klassischer Super-Bowl-Kater. Doch seitdem hat sich der 24-Jährige gefangen.
Beim 24:19 bei den Miami Dolphins drehte der Quarterback einen 3:13-Halbzeitrückstand: 16 von 20 Pässen, 199 Yards, zwei Touchdown-Pässe und ein eigener Lauf in die Endzone. New England steht bei 5-3 und liegt direkt hinter den Buffalo Bills. Die Bilanz bleibt aber durchwachsen. 15 Touchdown-Pässen stehen acht Interceptions und sechs verlorene Fumbles gegenüber. Bekommt Maye die Ballverluste in den Griff, ist er wieder ein ernsthafter Kandidat. Bis dahin ist er Außenseiter mit krassem Handicap aus den Auftaktwochen.
Drake Maye hat sich von seinem schlechten Saisonstart erholt und im MVP-Rennen aufgeholt.
Bild: IMAGO/Icon Sportswire
5. Trevor Lawrence (Quarterback, Jacksonville Jaguars)
Gegen die Indianapolis Colts brauchte Quarterback Trevor Lawrence nur 14 Pässe. Zehn brachte er an, für 210 Yards und drei Touchdowns, dann durfte er beim 42:7 das vierte Viertel von der Bank aus verfolgen. Mit 17 Touchdowns bei nur vier Interceptions spielt er die beste NFL-Saison seiner Karriere, die Jacksonville Jaguars stehen bei 5-2 und liegen drei Spiele vorn in der AFC South. Unter Head Coach Liam Coen hat er sich komplett neu erfunden.
Das Gegenargument liegt in der eigenen Division. Die AFC South gilt als eine der schwächsten der Liga, der nächste Verfolger, die Houston Texans, stehen bei 2-5. Will Lawrence ganz oben mitspielen, muss er gegen stärkere Gegner nachlegen. Die warten aber nur im Dezember vereinzelt.
4. Caleb Williams (Quarterback, Chicago Bears)
Der Aufsteiger der vergangenen Wochen. Nach seiner Oberschenkelverletzung am 2. Spieltag schien Caleb Williams aus dem Rennen, jetzt ist er zurück. Seit seiner Rückkehr haben die Bears drei Spiele gewonnen, jeweils mit mindestens 30 Punkten, und dabei keine einzige Sekunde zurückgelegen.
Beim 34:17 beim Titelverteidiger Seattle Seahawks brachte er 24 von 34 Pässen für 247 Yards und einen Touchdown an und blieb gegen eine Defense, die sonst jeden Fehler eiskalt bestraft, ohne Ballverlust. Chicago steht bei 6-2, und auch bei den Wettanbietern ist Williams in kürzester Zeit vom Außenseiter zum Top-4-Kandidaten aufgestiegen.
Seine Stärke ist die Effizienz. Laut "PFF" liegt er nur hinter Allen, was den EPA-Wert (errechneter Punktezuwachs) pro Spielzug angeht und bringt deutlich mehr Pässe an, als statistisch zu erwarten wäre. Gegen ihn sprechen die verpassten Spiele und das geringe Volumen: Mit 1.267 Yards und sechs Touchdown-Pässen in fünf Spielen fehlen ihm jedoch die großen Zahlen.
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3. Joe Burrow (Quarterback, Cincinnati Bengals)
Kein Spieler hat in den vergangenen Wochen so viel Boden gutgemacht. Beim 43:36 nach Overtime gegen die Titans brachte Joe Burrow 38 von 48 Pässen an, warf für 462 Yards und fünf Touchdowns und entschied das Spiel mit einem eigenen Touchdown-Lauf. Damit ist er erst der zweite Quarterback der NFL-Geschichte mit mindestens 450 Passing Yards, fünf Touchdown-Pässen und einem Rushing Touchdown in einem Spiel - und der erste seit 75 Jahren.
In der Saison stehen 73 Prozent angekommene Pässe, 2.115 Yards und 20 Touchdowns zu Buche, 13 davon in den letzten drei Spielen. In Woche acht gegen die Tennessee Titans leistete ""Joe Cool" jedoch einige ungewohnte Wackler und gleich drei Interceptions - zu viele Fehler gegen eines der schlechtesten Teams der Liga.
Die Frage bei Burrow ist neben der Leistungsfähigkeit seiner Mitspieler (vor allem in der Defense) wie immer die Gesundheit. Bislang ist er fit, und die Bengals stehen bei 5-2. Sie liegen aber nur auf Rang zwei der AFC North hinter den Pittsburgh Steelers.
Nach dem Spiel gegen die Falcons in Madrid wartet das Sunday Night Game gegen die Steelers. Das könnte sein MVP-Rennen stark beeinflussen.
2. Brock Purdy (Quarterback, San Francisco 49ers)
Der Quarterback der San Francisco 49ers findet trotz einer ganzen Liste an Verletzten immer einen Weg zu gewinnen - ist das nicht der ultimative MVP-Faktor? San Francisco steht bei 6-1. Brock Purdy hat 69,2 Prozent seiner Pässe angebracht, 1.748 Passing Yards geworfen und 15 Touchdowns erzielt. Dem stehen nur vier Interceptions und kein einziger Fumble gegenüber. Zwischenzeitlich wurde er zum Spieler mit dem besten Karriere-Passer-Rating der NFL-Geschichte.
Gegen ihn sprechen eigentlich nur das fehlende Spektakel und der bisher vergleichsweise leichte Spielplan. Aber diese Faktoren haben in einer Spektakel-Liga eben Gewicht. Die "Niners" trafen bisher kaum auf Teams mit positiver Bilanz. Das härtere Programm kommt erst noch - und somit auch die MVP-Reifeprüfungen.
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1. Josh Allen (Quarterback, Buffalo Bills)
Josh Allen kam aus der Bye Week und zerlegte die Baltimore Ravens mit 36:10. Er warf für 289 Yards und zwei Touchdowns und lief einen weiteren selbst in die Endzone. Das ist das Allen-Muster: Nach sieben Spielen steht er bei 1.793 Passing Yards, elf Touchdown-Pässen und neun Rushing Touchdowns. Das sind 20 Touchdowns insgesamt, die Buffalo Bills stehen bei 6-1. Kein Quarterback ist effizienter.
Sein MVP-Moment war der 37:34-Overtime-Sieg gegen die Los Angeles Rams, als er mit 121 Rushing Yards einen Karrierebestwert aufstellte.
Der Haken sind die Ballverluste. Fünf Interceptions und vier Fumbles ergeben neun Turnover zur Saisonhälfte. Dazu kommt eine Defense, die lange Zeit Punkte verschenkte, sodass Buffalo ohne Allen kaum ein Playoff-Team wäre. Genau das ist allerdings der Kern seines MVP-Arguments. Nicht nur die Wettanbieter sehen ihn deshalb klar vorn.
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