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NFL Week 3: Die Gewinner und Verlierer des Spieltags: Keenum ist zurück, Chargers verzweifeln
Aktualisiert:
von ran.deNFL
NFL-Highlights: Eagles at Bears
Videoclip • 05:49 Min
Die dritte NFL-Woche liefert unerwartete Helden und reichlich Gründe zum Kopfschütteln. Neben starken Comebacks sorgen ein ungewöhnlicher Touchdown-Verzicht und teure Fehler für Gesprächsstoff.
Die Philadelphia Eagles kassierten in NFL Week 3 ihre erste Saisonniederlage. Auch Titelverteidiger Seattle Seahawks verlor.
Beide scheiterten an Teams, die ohne ihren etatmäßigen Starting Quarterback antreten mussten. In Rio de Janeiro entschied ein letzter Kick die Partie.
ran blickt auf die jeweils fünf größten Gewinner und Verlierer der NFL Week 3.
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Gewinner: Case Keenum meldet sich mit drei Touchdowns zurück
Seit 2023 hatte Case Keenum kein Regular-Season-Spiel mehr bestritten. Bei den Chicago Bears war der 38-Jährige als dritter Quarterback eingeplant. Gegen die Philadelphia Eagles führte er sein Team zu einem 27:7.
Caleb Williams fehlte mit einer Oberschenkelverletzung. Tyson Bagent hatte das Concussion Protocol am Sonntag verlassen und hätte spielen dürfen. Chicago entschied sich dennoch für Keenum. Der Oldie rechtfertigte das Vertrauen mit 247 Passing Yards, zwei Touchdown-Pässen und einem eigenen Lauf in die Endzone.
Seine Erfahrung half auch beim Touchdown-Drive im Schlussviertel. Bei einem vierten Versuch und zwei fehlenden Yards lockte er Moro Ojomo ins Abseits. Statt selbst ins Risiko gehen zu müssen, bekam Chicago einen neuen ersten Versuch.
Die Bears-Defense ließ nach der Pause nur 62 Yards zu. Keenum trug mit 24 angekommenen Pässen bei 34 Versuchen seinen Teil dazu bei, diesen Vorteil zu nutzen. Für einen eigentlich als Absicherung verpflichteten Veteranen ein ziemlich überzeugender Arbeitsnachweis.
Gewinner: Kain Medrano erkennt das Muster des Champions
Marcus Mariota warf beim 33:31 der Washington Commanders gegen die Seattle Seahawks drei Touchdown-Pässe. Einen entscheidenden Beitrag lieferte aber auch ein Spieler, der sonst deutlich seltener im Mittelpunkt steht.
Kain Medrano war bislang vor allem in den Special Teams gefragt. Gegen Seattle brauchte Washington ihn als Linebacker: Frankie Luvu und Jordan Magee fehlten, während der Partie schied zusätzlich Leo Chenal mit einer Nackenverletzung aus.
Im Schlussviertel lagen die Commanders nach einem Field Goal mit 27:24 vorne. Dann fing Medrano einen für A.J. Barner bestimmten Pass von Sam Darnold ab und trug ihn über 50 Yards zum Touchdown zurück. Washington hatte wieder neun Punkte Vorsprung.
Medrano erklärte anschließend, Seattle habe mehrfach kurze Anspiele genutzt. Er habe mit einer Wiederholung gerechnet. Seine Beobachtung zahlte sich aus: Der Ersatzspieler verschaffte Washington genau das Polster, das trotz eines weiteren Seahawks-Touchdowns bis zum Ende reichte.
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Gewinner: Tyler Loop trifft und feiert wie Ronaldo
Zum Abschluss der Saison 2025 hatte Tyler Loop den entscheidenden Kick gegen die Pittsburgh Steelers verfehlt. Baltimore verpasste die Playoffs. In Rio de Janeiro bekam der Kicker wieder ein Spiel auf den Fuß gelegt.
Sieben Sekunden vor Schluss stand es zwischen den Baltimore Ravens und den Dallas Cowboys 31:31. Lamar Jackson fand Zay Flowers für 27 Yards. Baltimore nahm mit einer Sekunde Restzeit die Auszeit und schickte Loop aufs Feld.
Der traf aus 56 Yards zum 34:31. Nach dem bitteren Saisonende war das ein besonders wertvoller Erfolg: Diesmal verwandelte er unter dem Druck des letzten Spielzugs auch aus großer Entfernung.
Für die Feier im Maracana war ebenfalls vorgesorgt. Loop hatte mit seinen Special-Teams-Kollegen einen Ronaldo-Jubel verabredet, sprintete los und zeigte den bekannten Sprung. Anschließend trugen ihn seine Mitspieler auf den Schultern. Ein Kicker als Hauptdarsteller im Fußballtempel, das passte.
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Gewinner: Sauce Gardner gewinnt endlich wieder in den USA
651 Tage hatte Sauce Gardner auf diesen Moment gewartet. Beim 19:17 der Indianapolis Colts gegen die Houston Texans stand er erstmals seit dem 15. Dezember 2024 wieder in einem gewonnenen Regular-Season-Spiel auf US-Boden auf dem Feld.
Die Einschränkung ist entscheidend. Beim ersten Saisonsieg der New York Jets 2025 fehlte Gardner. Nach seinem Wechsel nach Indianapolis gewann er zwar sein Debüt gegen die Atlanta Falcons, allerdings in Berlin. Für die ungewöhnliche US-Serie zählte dieser Erfolg deshalb nicht.
Gegen Houston steuerte der Cornerback fünf Tackles und zwei abgewehrte Pässe bei. Den Sieg sicherte Kicker Spencer Shrader mit einem Field Goal aus 53 Yards. In der Vorwoche hatte "NBC" Gardners Serie sogar in der Übertragung eingeblendet.
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Gewinner: Jahmyr Gibbs liefert drei Touchdowns und überholt eine Legende
99 Rushing Yards, sieben Catches für weitere 65 Yards und drei Touchdowns: Jahmyr Gibbs war beim 31:24 der Detroit Lions gegen die New York Jets sowohl am Boden als auch als Passempfänger der entscheidende Mann.
Sein wichtigster Beitrag kam, als Detroit gerade eine 14-Punkte-Führung verspielt hatte. Beim Stand von 24:24 fing Gibbs 2:25 Minuten vor Schluss einen kurzen Pass von Jared Goff und lief zum Touchdown. Nach dem Extrapunkt stand das spätere Endergebnis fest.
Die Leistung bekommt durch den Gegner zusätzliches Gewicht. Die Jets waren nach zwei Spieltagen mit durchschnittlich 65,5 zugelassenen Rushing Yards die statistisch beste Laufverteidigung der Liga. Gibbs allein kam auf 99 Yards.
Nebenbei überholte er mit seinem 43. Rushing Touchdown Billy Sims in der ewigen Bestenliste der Lions. Vor Gibbs steht nur noch Barry Sanders mit 99. Die Klublegende war sogar im Stadion und konnte sich persönlich ansehen, wie ihr Verfolger weiter aufholte.
Verlierer: Chargers-Offense mit demütigender Harbaugh-Statistik
Zwei Interceptions gegen Josh Allen, dazu drei eroberte Fumbles: Die Los Angeles Chargers bekamen gegen die Buffalo Bills reichlich zusätzliche Chancen. Es reichte trotzdem nur zu 16 Punkten und einer 16:24-Niederlage.
Ein Angriff nach der Pause zeigte das Problem besonders deutlich: Los Angeles stand bei einem zweiten Versuch ein Yard vor der Endzone. Zwei False Starts und ein Pass ohne Raumgewinn später hieß es dritter Versuch von der Elf. Übrig blieb ein Field Goal.
Im Schlussviertel warf Justin Herbert dann eine Interception in die Endzone. Wieder blieb eine Gelegenheit ungenutzt. Bei so vielen Ballgewinnen der eigenen Defense war die Ausbeute der Offense zu gering.
Für Head Coach Jim Harbaugh gab es noch eine bittere Fußnote: Buffalo hatte zuletzt 1997 trotz mindestens fünf eigener Ballverluste gewonnen. Der gegnerische Quarterback der Indianapolis Colts hieß Jim Harbaugh. Dazwischen verloren die Bills 16 solcher Partien. Harbaugh musste denselben Ärger also in zwei verschiedenen Rollen erleben.
Verlierer: Special Teams der Bengals verschenken zehn Punkte
Joe Burrows später Fumble besiegelte das 27:30 der Cincinnati Bengals gegen die Pittsburgh Steelers. Zuvor hatten die Special Teams allerdings schon zwei erfolgreiche Stopps der Defense entwertet.
Im dritten Viertel zwang Cincinnati Pittsburgh zum Punt. Cedric Johnson kassierte jedoch für ein Foul an Punter Cameron Johnston eine Roughing-the-Punter-Strafe. Die Steelers durften ihren Angriff fortsetzen und erzielten einen Touchdown.
Im vierten Viertel misslang Ke'Shawn Williams die Aufnahme eines Punts. Ben Skowronek sicherte den Ball für Pittsburgh an Cincinnatis 14-Yard-Linie. Diesmal folgte ein Field Goal.
Zac Taylor verwies nach der Partie selbst auf die zehn Punkte nach diesen Fehlern. Sie waren besonders ärgerlich, weil die Defense ihre Arbeit jeweils schon erledigt hatte. Statt die eigene Offense aufs Feld zu bringen, gaben die Special Teams dem Divisionsrivalen zwei weitere Möglichkeiten zu punkten.
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Verlierer: Die Packers lassen sich im eigenen Stadion vorführen
13 Heimauftaktspiele in Folge hatten die Green Bay Packers gewonnen. Gegen die zuvor sieglosen Atlanta Falcons endete diese Serie mit einem 14:35. Nach einer frühen 7:0-Führung kassierte Green Bay 27 Punkte am Stück.
Die Offense fand fast kein Laufspiel: Neun Versuche brachten insgesamt 17 Yards. Jordan Love warf dagegen 53 Pässe. Schutzprobleme, fallengelassene Bälle und ungenaue Würfe machten den eindimensionalen Angriff zusätzlich anfällig.
Auf der anderen Seite durfte Atlanta nahezu nach Belieben produzieren. Bijan Robinson erlief 194 Yards und zwei Touchdowns, Drake London fing neun Pässe für ebenfalls 194 Yards. Insgesamt gestatteten die Packers 498 Yards gegen eine Mannschaft, die in ihren ersten beiden Spielen zusammen nur 16 Punkte erzielt hatte.
Matt LaFleurs Team vergab zudem eigene Chancen: Ein Field Goal wurde geblockt, ein vierter Versuch mit einem fehlenden Yard an Atlantas Sieben scheiterte. Green Bay verlor dieses Spiel in mehreren Mannschaftsteilen. Der Heimvorteil half dagegen ebenso wenig wie die frühe Führung.
Verlierer: Cam Ward beendet seine Serie im falschen Moment
Die Tennessee Titans hielten die New York Giants ohne Touchdown und verloren trotzdem 7:12. Cam Ward hatte beim letzten Angriff die Chance, das Spiel zu drehen. Bei einem ersten Versuch an der gegnerischen Sieben warf er jedoch eine Interception in der Endzone.
Dabei hatte sich die Offense nach einer schwachen ersten Hälfte deutlich gesteigert. Zur Pause standen gerade einmal 54 Yards und ein First Down zu Buche. Danach erreichten alle drei Angriffe die gegnerische Zehn-Yard-Zone.
Tennessee machte daraus trotzdem nur sieben Punkte. Ward brachte insgesamt 23 von 36 Pässen für 181 Yards an. Sein Touchdown-Pass 5:35 Minuten vor Schluss machte das Spiel noch einmal eng, der letzte Fehlpass beendete die Aufholjagd.
Die persönliche Pointe war besonders bitter: Vor der Interception hatte Ward 208 Würfe in Serie ohne abgefangenen Pass geschafft. Win Franchise-Rekord. Ausgerechnet mit der Chance auf den ersten Saisonsieg riss die Serie. Die Titans stehen bei 0:3.
Verlierer: Drake Maye verliert den Ball und die Kontrolle
Drake Maye brachte beim 6:35 der New England Patriots gegen die Jacksonville Jaguars nur 14 von 25 Pässen für 199 Yards an. Dazu kamen zwei Interceptions und ein verlorener Fumble. Einen Touchdown erzielte New England nicht.
Sein Fumble im zweiten Viertel bereitete Jacksonvilles ersten Touchdown vor. Vor der Pause folgte ein abgefangener Pass auf Efton Chism III. Maye räumte anschließend selbst ein, bei diesem Wurf unbedingt noch Punkte erzwingen zu wollen.
Für den Fumble lieferte er eine ungewöhnliche Erklärung. Center Jared Wilson habe an der Hand geblutet, dadurch sei Blut auf den Ball gelangt. Maye betonte aber zugleich, er müsse den Football trotzdem festhalten. Als Erklärung für den gesamten Auftritt taugte die Szene ohnehin nicht.
Die Ausfälle von A.J. Brown und Mike Onwenu erschwerten seine Aufgabe. Nach drei Spielen stehen für Maye allerdings bereits sieben Ballverluste zu Buche. New England fehlen damit nicht nur wichtige Mitspieler, sondern auch die Verlässlichkeit seines Quarterbacks.
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