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NFL: Zehn Teams mit neuen Head Coaches - zwischen Super-Bowl-Ambitionen und Chaos
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Die NFL steht kurz vor dem Saisonstart. Einige erfahrene Head Coaches sind bei ihren neuen Teams auf Vergeltung aus. Daneben wollen einie Rookie-Coaches eine Liga aufmischen, die am Scheideweg zwischen Ambitionen und enormem Leistungsdruck steht.
Es ist schon immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie schnell sich die NFL-Welt dreht. Zugegeben, bei den 32 Teams, 1696 aktiven Spielern und insgesamt rund knapp 500 Coaches kann man schnell mal den Überblick verlieren. Die enorme Fluktuation innerhalb der Liga macht es einem aber auch wahrlich nicht leicht, immer auf dem neusten Stand zu sein.
Zum Saisonstart werden zehn neue Head Coaches an den Seitenlinien Anweisungen geben - fast ein Drittel der Liga. So viele Wechsel gab es in der Geschichte der NFL vorher nur viermal (1978, 1997, 2006 und 2021), wobei jede dieser Perioden von großen Umbrüchen innerhalb der Liga begleitet war (16-Spiele-Einführung, Folgen der neuen Free Agency, Systemumbruch und Corona).
Blickt man auf die Offensive und Defensive Coordinators, ist die Zahl sogar noch drastischer: 35 von 64 Posten sind neu besetzt, bei den OCs sind es sogar 21 von 32!
Das ist zwar nicht ganz verwunderlich, da neue Head Coaches gerne ihre Coordinators selbst mitbringen, das Problem ist aber viel tiefgreifender und spricht Bände über die Unsicherheiten und den Druck, die in der aktuellen NFL herrschen.
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NFL ist eine Gelddruckmaschine
Um das genauer zu verstehen, sollte man sich die gegenwärtige Lage der Liga ganz bewusst machen. Im Zentrum von allem steht dabei - natürlich - das Geld. Die NFL ist schlichtweg eine Gelddruckmaschine. Das war schon immer so, wird aber mit dem wachsenden internationalen Interesse und der immer stärkeren Vermarktung von Jahr zu Jahr mehr.
Für 2025 hat die Liga mal wieder Rekordsummen von mehr als 450 Millionen Dollar pro Franchise ausgezahlt, was mehr Geld ist, als die Teams aus der NBA, NHL und MLB durch die zentralen Ausschüttungen zusammengerechnet erhalten haben. Und dieser Trend ging in den vergangenen Jahren steil nach oben. Zum Vergleich: 2014 wurde erstmals die Marke von 200 Mio. Dollar geknackt.
Der Haken an der Sache ist, dass es neben dem nationalen Topf (National Revenue), der für alle gleich ist, noch den lokalen Topf (Local Revenue) gibt. Hier hat jedes Team selbst in der Hand, wie viel Geld es durch Ticketverkäufe, Stadion-Einnahmen, lokale Sponsoren und lokale Medienrechte zusätzlich verdient. Hierbei spielen Geschick und die Metropolregion eine Rolle, ein wichtiger Faktor ist aber auch Erfolg. Das lässt sich am Beispiel der Seattle Seahawks gut nachvollziehen.
Erfolgreiche Franchises verdienen mehr Geld als erfolglose. Das liegt auf der Hand, in Zeiten von potenziellen Mehreinnahmen in Höhe vieler Millionen und gierigen Besitzern bedeutet dies jedoch auch einen enormen Druck. Die Leidtragenden bei Misserfolg sind dann neben den Quarterbacks eben schnell die Coaches.
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NFL Head Coaches: Spagat zwischen Offense und Defense
Besitzer wollen Offensivfeuerwerk sehen, um Fans zu begeistern. Nicht umsonst sind die spektakulären Systeme von Head Coaches Andy Reid, Kyle Shanahan und Sean McVay in den vergangenen Jahren in Mode gekommen und finden in der Copycat-Liga immer mehr Nachahmer.
Entsprechend sind auch erfolgreiche Offensive Coordinators selten lange bei ihrem Team, sondern werden schnell als neue Head Coaches abgeworben. Die berühmtesten Beispiele der Offseason sind wohl Klint Kubiak, der das Mastermind hinter der Super-Bowl-Offense der Seahawks war und jetzt bei den Las Vegas Raiders die instabilste Franchise der Liga zum Erfolg führen soll, sowie Mike LaFleur, der die Los Angeles Rams nach einer historischen Offense-Saison in Richtung Arizona Cardinals verlässt.
Ähnlich ist es mit Todd Monken (Cleveland Browns), der OC der Baltimore Ravens war, und Joe Brady (Buffalo Bills), der nach dem überraschenden Aus von Sean McDermott intern befördert wurde. Nimmt man Mike McCarthy (Pittsburgh Steelers) und Kevin Stefanski (Atlanta Falcons) hinzu, hat man gleich sechs neue Head Coaches, die klar in der Offensive ihre Stärke haben und größtenteils gute QB-Entwickler sind.
Das erzählt aber nur die halbe Story. Die restlichen vier neuen Head Coaches haben nämlich alle ihre Stärken in der Defense. Die Seahawks haben 2025 eindrucksvoll vorgemacht, wie man sich mit einer dominanten Defensive und einer soliden Offensive souverän zum Champion krönen kann. Sie waren seit den Denver Broncos in der Saison 2015 das erste Team, das nicht vor allem von seiner Offensive getragen wurde.
NFL: Coaches zwischen Rebuild und Super-Bowl-Ambitionen
Nicht nur die Unterteilung in Teams mit Fokus auf Defense oder Offense ist spannend, sondern auch der Blick auf die bisherigen Karrieren. Neben den sechs Neulingen stehen die weiteren neue n Head Coaches besonders unter Druck, um zu beweisen, dass sie immer noch einen Platz in dieser Position in der Liga verdient haben.
Dabei sind ihre Situationen alles andere als einfach: John Harbaugh ist nach dem unfreiwilligen Abgang bei den Ravens angezählt und muss zeigen, dass er auch ohne ein erfolgreiches Umfeld nun bei den New York Giants siegreich sein kann. Zugleich soll er Jaxson Dart zum ersehnten Franchise Quarterback formen. Ähnlich geht es Robert Saleh bei den Tennessee Titans, der den ehemaligen First-Overall-Pick Cam Ward entwickeln soll und zeigen muss, dass das Jets-Chaos nicht an ihm lag.
Stefanski steht in Atlanta vor der undankbaren Aufgabe, eine Lösung für die schwierige Situation um Tua Tagovailoa und Michael Penix Jr. zu finden, sein Ruf als guter QB-Entwickler steht auf dem Prüfstand. McCarthy tritt in Pittsburgh das Erbe von Mike Tomlin an (nach 19 Jahren!) und soll in seiner Heimat die längste Playoff-Sieg-Durststrecke der Liga (seit 2016) beenden – mit einem 42 Jahre alten Aaron Rodgers.
Aber auch die Rookie Head Coaches haben es nicht leichter. Kubiak und LaFleur sollen so schnell wie möglich den Erfolg ihrer bisherigen Arbeitgeber wiederholen, Brady und Jesse Minter (Ravens) sollen im ersten Jahr am besten gleich den Super Bowl gewinnen - die Star-Quarterbacks Josh Allen und Lamar Jackson werden schließlich auch nicht jünger.
Todd Monken muss in Cleveland eine ähnlich verzwickte Aufgabe lösen wie Stefanski in Atlanta, hier sieht die QB-Situation aber sogar noch düsterer aus. Einzig Jeff Hafley scheint in Miami ein bisschen Luft zum Atmen zu haben, nach vielen katastrophalen Jahren braucht es am South Beach (mal wieder) einen radikalen Neuanfang.
Wie viele der zehn neuen Head Coaches im nächsten Sommer noch an der Seitenlinie stehen werden, weiß niemand. Sicher ist nur: Das nächste Trainerkarussell dreht sich bereits in einer Liga, die für langes Warten keine Zeit hat.
NFL: Die neuen Head Coaches 2026 in der Übersicht:
Arizona Cardinals: Mike LaFleur (zuvor Offensive Coordinator der Los Angeles Rams)
Atlanta Falcons: Kevin Stefanski (zuvor Head Coach der Cleveland Browns)
Baltimore Ravens: Jesse Minter (zuvor Defensive Coordinator der Los Angeles Chargers)
Buffalo Bills: Joe Brady (zuvor Offensive Coordinator der Buffalo Bills)
Cleveland Browns: Todd Monken (zuvor Offensive Coordinator der Baltimore Ravens)
Las Vegas Raiders: Klint Kubiak (zuvor Offensive Coordinator der Seattle Seahawks)
Miami Dolphins: Jeff Hafley (zuvor Defensive Coordinator der Green Bay Packers)
New York Giants: John Harbaugh (zuvor Head Coach der Baltimore Ravens)
Pittsburgh Steelers: Mike McCarthy (zuvor Head Coach der Dallas Cowboys)
Tennessee Titans: Robert Saleh (zuvor Defensive Coordinator der San Francisco 49ers)
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