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NBA: LeBron James' Wechseloptionen - wird er ausgerechnet mit diesem Außenseiter Meister?

Aktualisiert:

von Ole Frerks

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Basketball-WM: Auf diese Teams trifft Deutschland

Videoclip • 01:18 Min


Lange hatte sich dieser Schritt abgezeichnet, am Dienstag wurde er dann semi-offiziell: LeBron James wird seine Karriere zwar nicht beenden, hört aber bei den Los Angeles Lakers auf. Nun beginnen die Spekulationen, der 41-Jährige will sich offenbar Zeit lassen und sich in aller Ruhe die Pitches interessierter Teams anhören. Wo könnte – oder sollte – er landen?

Es gibt etliche Möglichkeiten, um den Status von LeBron James in der NBA zu beschreiben. Die Titel, die Rekorde, die kulturelle Signifikanz, die Langlebigkeit, und so weiter. Dienstag lieferte eine weitere.

An diesem Tag wurde einer der fünf besten Spieler der vergangenen Saison zurück zu seinem Ex-Team getradet, wo er womöglich direkt einen neuen Contender formieren könnte, eine massive sportliche Relevanz haben wird. Bei vielen Publikationen außerhalb Kanadas wurde dieser fixe Trade von Kawhi Leonard dennoch nicht einmal an erster Stelle genannt.

Diesen Platz an der Spitze beanspruchte LeBron – wieder einmal. Weil er sich dazu entschieden hat, weiterzumachen und als erster NBA-Spieler eine 24. Saison zu absolvieren (Rekordhalter mit 23 war er bereits). Das wurde gemeinhin zwar erwartet, weil auch er vergangene Saison noch auf All-Star-Level spielte – eine Meldung ist die Rekordsaison natürlich trotzdem wert.

Erst recht, weil sie mit einem weiteren Wechsel einhergehen wird. Zum vierten Mal in seiner Karriere wird er sein Team via Free Agency verlassen. Diesmal zwar nicht mehr mit einem Claim, der beste Spieler der Liga zu sein, wie es 2018 (und bei den vorigen Wechseln erst recht) noch der Fall gewesen war, und mit keiner Aussicht auf einen Maximalvertrag.

LeBron James: Eine andere "Decision"

Diese Free Agency wird insofern anders verlaufen, dass nicht Teams über Jahre ihren Pitch und ihre Bücher vorbereiten konnten, wie bei seinen früheren Wechseln. Es wird trotzdem nicht an Interessenten mangeln – im Gegenteil, vielleicht bietet die aktuelle Situation sogar den perfekten Nährboden für einen schrägen, unvorhersehbaren Wechsel.

James hat verlauten lassen, dass das Geld nicht an erster Stelle steht, sondern eher die Möglichkeit, Spaß zu haben und noch einmal um den Titel mitzuspielen. Was praktisch ist, da es eine ganze Reihe von ziemlich guten Teams gibt, die ihn eher mit der sportlichen Perspektive als mit dem Geld locken können, wovon James (Career-Earnings allein in der NBA: 581,4 Mio. Dollar, mehr als jeder andere) bekanntlich ohnehin mehr hat als Gott.

Wer könnte den besten Pitch machen? Blicken wir auf einige Kandidaten, die in den Stunden seit der Bekanntgabe bereits gehandelt wurden …

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Optionen in der NBA: Die Warriors

Seit Monaten spricht Bill Simmons in seinem Podcast von der "Expendables"-Idee, die James in der Bay Area mit Stephen Curry und Draymond Green vereinen würde, der praktischerweise denselben Agenten hat wie LeBron. Und wie Anthony Davis: Ein möglicher Teil des Plans soll darin bestehen, den Vertrag des verletzten Jimmy Butler für LeBrons früheren Lakers-Kollegen nach Washington zu traden, um gleich noch mehr (alte) Starpower bei den Warriors zu vereinen.

Davis hin oder her: Die Vorstellung, James und Curry im selben Team zu sehen, mit der vielleicht letzten Chance auf echte Relevanz in den jeweiligen Karrieren, wirkt sehr reizvoll, zumal beide auf dem Court schon bei Team USA prächtig harmonierten. Auf dem Höhepunkt ihrer Rivalität mochten sich beide zwar nicht, dieser Höhepunkt ist indes eine Dekade her, seit Jahren sprechen beide überaus respektvoll übereinander.

Die Warriors könnten James überdies mit der Perspektive locken, nah bei seiner Frau und Tochter zu bleiben, die in Los Angeles bleiben werden (genau wie Sohn Bronny bei den Lakers, vermutlich). Geschäftsinteressen im Silicon Valley hat er bereits, die Nähe zu (unter anderem) Warriors-Besitzer Joe Lacob kann dabei kaum schaden.

Sportlich wäre dieses Team ein Wanderzirkus, eine garantierte ausverkaufte Halle bei jedem Auswärtsspiel. In den fitten Spielen zumindest: Mit Curry, LeBron, Draymond, Al Horford, Kristaps Porzingis und womöglich Davis wäre dieses Team fast schon geriatrisch, mit diversen dicken Krankenakten.

Und mit Ausnahme Currys voller Frontcourt-Spieler … es wäre ein komisches Team, Nummer eins beim Entertainment-Faktor vermutlich, aber nicht der sauberste Fit und nicht das Team mit der besten Titelchance. Wobei die Upside mit den beiden besten Spielern ihrer Generation schon noch da wäre, obwohl ihre Generation eigentlich längst durch sein sollte.

LeBrons Zukunft bei den Cavaliers?

Eine zweite Rückkehr nach Cleveland wäre nicht nur aus romantischen Gründen denkbar, zumal LeBrons Mutter Gloria noch immer in der Stadt wohnt; auch sportlich könnten die Cavs James eine attraktive Perspektive bieten. Immerhin erreichte Cleveland gerade erst die Conference Finals, selbst wenn die Distanz zu den Knicks beim Sweep dann doch ziemlich groß war.

Cleveland hat in Donovan Mitchell und James Harden zwei offensiv potente Guards, die Scoring- und Playmaking-Last von James nehmen würden. Sie haben in Evan Mobley und Jarrett Allen zwei Bigs, die sich primär um Defense und Drecksarbeit kümmern können, neben der ebenfalls durchaus ansprechenden offensiven Produktion.

Was den Cavs fehlt, ist Tiefe und Klasse auf dem Flügel. James ist zwar kein klassischer Wing und in seinem Alter sicherlich kein Flügelstopper mehr, wie ihn Cleveland eigentlich gut brauchen könnte, trotzdem könnte er das Team massiv aufwerten und es vielleicht auf eine neue Stufe heben.

Zumal: Wie Brian Windhorst (ESPN) spekulierte, könnte sich an der Zusammensetzung des Teams in den kommenden Tagen auch noch mehr ändern, wenn Cleveland beispielsweise Mobley oder Mitchell für Jaylen Brown traden würde. Das Team könnte dann noch runder werden, womöglich als Topfavorit der Conference in die neue Saison gehen.

Ob es nun klappt oder nicht, in gewisser Weise scheint sich Cleveland für einen solchen Move bereits in Position zu bringen. Dean Wade und Keon Ellis wurden nicht gehalten, Harden hat auf seine Option verzichtet und will wohl abwarten, um dem Team mehr Flexibilität zu gewähren.

Mit Trades von beispielsweise Max Strus oder Dennis Schröder könnten die Cavs sich recht einfach in die Lage bringen, um James zumindest die volle Midlevel Exception in Höhe von 15

Mio. Dollar anzubieten. Weniger als die 52 Mio. aus der Vorsaison, natürlich, aber mehr kann ihm vermutlich ohnehin kein Team mit echten Ambitionen zahlen.

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NBA-Meister-Coach Erik Spoelstra in Miami

Shams Charania zufolge ist auch James‘ zweites Ex-Team in der Verlosung und gilt als einer der drei Top-Kandidaten auf eine Verpflichtung. Was auf den ersten Blick ein wenig verwundert, da James und Team-Präsident Pat Riley spätestens seit seinem Abgang 2014 keine gute Beziehung pflegten, er grundsätzlich weniger verbunden mit dieser Organisation wirkt als mit den Cavs.

Was Miami bieten kann, ist nach wie vor der South Beach, James‘ früheren Meister-Coach Erik Spoelstra, seinen Team-USA-Teamkollegen Bam Adebayo … und Giannis Antetokounmpo. Das Team ist recht dünn, könnte ein Talent-Upgrade in Person von James gut gebrauchen, ein wirklich sauberer Fit auf dem Court wäre er neben Giannis und Bam aber eigentlich nicht.

Miami könnte zudem etwas größere Schwierigkeiten dabei haben, James zu bezahlen; nach der Verpflichtung von Tim Hardaway Jr. stünden Stand jetzt nur noch rund 6,5 Mio. Dollar zur Verfügung, die an James gehen könnten. Was nicht ausschlaggebend sein muss, trotzdem wirkt Miami unter den Top 3 eher wie der designierte Außenseiter.

LeBron James: Doch ein anderes Team?

Während diese drei Teams angeblich oben stehen, sind auch noch andere Teams denkbar und angeblich motiviert, ihre Angebote abzugeben. Charania zufolge wird erwartet, dass mehr als zwölf Teams es zumindest versuchen wollen, James von sich zu überzeugen, selbst wenn sie vielleicht bloß einen Minimalvertrag bieten können. Fragen kostet ja nichts!

Ein faszinierender Fit wäre James bei den Nuggets, als neuer Spielpartner und Transition-Anspielstation von Nikola Jokic. Den Spurs fehlte in den Finals eine gewisse Physis und ein erfahrener Closer – mit James auf der Vier wären sie DER Titelfavorit 2027. Die Allianz des neuen und des alten Gesichts der Liga wäre für sich genommen natürlich auch nicht uninteressant.

Sportlich ziemlich reizvoll wäre außerdem Minnesota; nach dem Trade für LaMelo Ball hat das Team sogar noch mehr Firepower als vorher, aber eine klaffende Lücke auf der Vier. Einen besseren Vierer als James wird man auf dem Markt nicht finden.

Könnte eine Starting Five aus LaMelo, Anthony Edwards, Jaden McDaniels, LeBron und Rudy Gobert den Titel holen? Wäre LeBron der perfekte Mentor für die manchmal unseriösen jungen Guards, oder würde er an insbesondere LaMelo verzweifeln und vollständig ergrauen?

Minnesota hat kaum mehr als das Minimum anzubieten, einen sehr kalten Winter und keine direkte Verbindung zu James, weshalb sich die Organisation selbst eher als Außenseiter sieht, wie bei The Athletic berichtet wird. Versuchen wolle man es trotzdem. Warum auch nicht?

Die Qual der Wahl für LeBron

James ist noch immer gut genug, um den Unterschied machen zu können – nicht als erste Option, wenngleich er als solche immerhin noch in der ersten Playoff-Runde die kopflosen Rockets bezwang, aber definitiv als Nummer zwei oder als massiv überqualifizierte dritte Option wie vergangene Saison bei den Lakers, in deren bester Phase.

Es wird ihm nicht an Möglichkeiten fehlen. Es wird letztlich an ihm liegen, an seinen Präferenzen und Prioritäten – an seiner Definition von Zufriedenheit. Wenn die Jagd nach seinem fünften Ring über allem steht, sollte nicht Golden State an erster Stelle stehen. Gleichzeitig hat es seine Gründe, dass dieser Move bei Buchmachern als wahrscheinlichstes Szenario gehandelt wird.

LeBron ist über seine Karriere nicht durch seine Spontaneität aufgefallen. Jeder seiner bisherigen Wechsel war kalkuliert und vorbereitet, selbst wenn das nach außen natürlich anders kommuniziert wurde. Er ist damit gut gefahren: Bei jedem seiner bisherigen Wechsel sprang mindestens ein Titel heraus.

Mal sehen, ob ihm das noch einmal gelingt. In jedem Fall wird er große Teile der Liga in Atem halten, bis er seine Entscheidung verkündet – wieder einmal. Vielleicht zum letzten Mal. Sollte dies tatsächlich seine letzte NBA-Saison werden, wäre dieser Auftakt seiner einzigartigen Karriere angemessen. Er will sicherlich nicht ohne einen letzten großen Knall abdanken.

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