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Eishockey

Eishockey: Was Deutschland für eine große Heim-WM noch fehlt - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Oliver Jensen

ran Eishockey WM live

DEB - Moritz Seider trotz Sieg bedient: "Frustration überwiegt"

Videoclip • 01:01 Min


Nach der Eishockey-WM in der Schweiz ist vor der WM im eigenen Land. Das enttäuschende Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft mag ein Dämpfer sein. Doch wenn die richtigen Konsequenzen gezogen werden, steht einer tollen Heim-WM nichts im Wege. Ein Kommentar.

Die Weltmeisterschaft in der Schweiz hat gezeigt, wie geil eine Eishockey-WM im eigenen Land sein kann. Im ganzen Land standen die Schweizer hinter ihrer Mannschaft.

Die Hallen waren vielfach ausverkauft, die Fans sorgten für Gänsehautstimmung pur. A-Prominente wie Roger Federer standen dazwischen und feierten mit, weil die Euphorie einfach elektrisierend war. Auch die Einschaltquoten waren mit einem Marktanteil von bis zu 80 Prozent gigantisch.

In einem Jahr steht die Weltmeisterschaft in Deutschland an. Klar ist: Wir wollen eine ähnliche tolle WM wie die Schweiz erleben! Die Voraussetzungen sind dafür gut: Das Auftaktspiel soll wohl im Stadion auf Schalke stattfinden.

Da werden Erinnerungen wach: Bei der Heim-WM 2010 verfolgten dort 77.800 Zuschauer das WM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen die USA, das das DEB-Team mit 2:1 nach Verlängerung gewann. Einen besseren Startschuss für Euphorie kann es kaum geben.

WM 2026 als Vorbild? DEL hat mehr Zuschauer als Schweizer Pendant

Das Interesse am Eishockey ist in Deutschland ohnehin groß. Von den Mannschaftssportarten ist Eishockey nach Fußball die Nummer 2. Im Schnitt wurden die Spiele in der DEL von 7902 Zuschauern besucht, in den Playoffs waren es sogar 10.841 Zuschauer. Damit liegt Deutschland sogar vor der Schweizer National League (7438 Zuschauer).

Kurzum: Es gibt keinen Grund, warum die WM 2027 in Deutschland nicht genauso ein Spektakel werden sollte wie die WM in der Schweiz. Aber: Dafür braucht es die Unterstützung aller Beteiligten.

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DEB-Team braucht alle NHL-Stars

Die NHL-Stars: Sechs NHL-Spieler standen im Kader der Schweiz, darunter auch die absoluten Ausnahmespieler wie Roman Josi oder Nico Hischier. Nur Kevin Fiala fehlte verletzungsbedingt. Im deutschen Aufgebot standen mit Philipp Grubauer, Moritz Seider, Lukas Reichel und Josh Samanski nur vier NHL-Profis. Leon Draisaitl, Tim Stützle und John-Jason Peterka sagten ab.

Dabei sind das die drei Akteure, die in der Offensive den Unterschied ausmachen könnten. Natürlich ist es nicht einfach, nach einer kräftezehrenden Saison in der NHL mit Blessuren auch noch eine WM zu spielen. Doch bei einer Heim-WM sind alle Spieler, die nicht mehr an den Playoffs der NHL teilnehmen, gefordert. Es ist an der Zeit, etwas an das deutsche Eishockey zurückzugeben.

Das deutsche Eishockey braucht einen Lennart Karl

Die DEL-Klubs: Die Eishockey-Nationalmannschaft repräsentiert den Sport und somit auch die Liga. Umso wichtiger, dass auch die DEL-Klubs voll hinter der WM stehen. Dafür gilt es, den jungen Spielern mehr Verantwortung zu übertragen. Bei der WM in der Schweiz hatte Deutschland mit dem 22-jährigen Phillip Sinn vom EHC Red Bull München nur einen Spieler im Kader, der jünger als 24 Jahre alt war.

Es bleibt eine ganze Saison, um die jungen deutschen Spieler in der DEL zu fördern und ihnen Spielpraxis zu geben, damit sie womöglich bei der WM mit ihrer Unbekümmertheit auftrumpfen können. Warum sollte es nicht einen Lennart Karl im Eishockey geben?

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Deutschland braucht eine Spielphilosophie

Der DEB: Es ist kein Zufall, dass Deutschland bei zwei Weltmeisterschaften in Serie in der Gruppenphase scheiterte und auch bei den Olympischen Winterspielen 2026 mit dem Viertelfinal-Aus enttäuschte. Deutschland fehlt eine klare Spielphilosophie. Einfach die Scheibe tief zu spielen und auf das Beste zu hoffen, ist auf internationalem Niveau nicht genug.

Vor allem wenn auch noch die Special Teams schwächeln: Das Unterzahlspiel war das schwächste aller WM-Teilnehmer, das Powerplay landete bei 16 Mannschaften auf Platz 11.

Der DEB muss zunächst entscheiden, ob Harold Kreis überhaupt noch der richtige Bundestrainer ist. Denn wer auch immer im kommenden Jahr in der Verantwortung steht: Es muss dem Trainer gelingen, dieser Mannschaft eine Spielphilosophie zu vermitteln und vor allem dafür zu sorgen, dass alle Top-Spieler gerne für die Nationalmannschaft spielen.

Nur dann werden wir auch in Deutschland erleben, wie geil eine Eishockey-WM im eigenen Land sein kann.

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