2. Bundesliga
Dynamo Dresden - Fan-Eklat mit verheerenden Folgen: "Geduld hat ein Ende" - "Arbeit wird torpediert"
Veröffentlicht:
von Mike Stiefelhagen2. Bundesliga
Hertha-Coach zum Fan-Skandal in Dresden: "Schande"
Videoclip • 01:09 Min
Die Ausschreitungen rund um Dynamos Zweitliga-Spiel gegen Hertha BSC sorgen weit über Dresden hinaus für Entsetzen.
Der Schock bei Dynamo Dresden sitzt tief.
Nach dem Fan-Platzsturm und den massiven Ausschreitungen im Zweitligaspiel gegen Hertha BSC drohen Konsequenzen, die weit über den Einzelfall hinausreichen könnten.
Die Vorfälle belasten die ohnehin schwierigen Gespräche zwischen Fan-Vertretungen, Verbänden und Politik über die Sicherheit in deutschen Stadien erheblich.
"Nach diesem erneuten Skandalspiel kann es für die weiteren Verhandlungen oder Gespräche kein Pardon mehr geben. Meine Geduld hat hier endgültig ein Ende", sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Die Ereignisse von Dresden stünden symbolisch für eine "Gewaltfolklore" in deutschen Fußballstadien und stellten den bisherigen Verhandlungsweg mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) grundsätzlich infrage.
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Innenminister Sachsens nimmt sich der Sache persönlich an
Auch die beiden Dachverbände reagierten mit klarer Kritik.
Die DFL erklärte, eine schnelle und konsequente Aufarbeitung sei im Sinne aller 36 Profiklubs zwingend notwendig. "Die einzigartige Fankultur in Deutschland gerät durch Gewalttäter wie beim Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin in Verruf", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Die Szenen seien "vollkommen indiskutabel, der Fußball ist an diesem Tag leider zur Nebensache geworden", fügte er hinzu.
"Die Ergebnisse einer präzisen Aufarbeitung dieses Spiels durch die Vereine und die Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei lasse ich mir persönlich vorlegen", betonte Schuster. Der Charakter einer kommenden Innenministerkonferenz werde auch maßgeblich davon geprägt sein, "wie drakonisch die Konsequenzen sind, die aus diesen Krawallexzessen gezogen werden", so Schuster.
Polizeikosten-Debatte wird dadurch angefeuert
Damit wächst auch der politische Druck weiter. Rechnungen an die Klubs für Polizeikosten hatte Schuster in der Vergangenheit noch als falschen Weg bezeichnet.
Nach den jüngsten Bildern scheint diese Haltung jedoch stärker unter Druck zu geraten. Bereits bei der Sportministerkonferenz Mitte März auf Norderney hatten die Länder von DFB und DFL ein deutlich größeres Entgegenkommen in Sicherheitsfragen gefordert. Im Juni kommen die Minister erneut zusammen.
Die DFL verwies darauf, dass sie sich seit Monaten für sinnvolle und vertretbare Sicherheitsmaßnahmen einsetze, um die hohe Sicherheit in den Stadien zu stärken und gleichzeitig die positive Fankultur zu bewahren.
Gerade deshalb seien die Vorfälle von Dresden besonders gravierend. Nach Auffassung der Liga gefährden sie nicht nur die Fankultur, sondern den gesamten Fußball.
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Dresdens Sport-Geschäftsführer Gonther sieht Arbeit torpediert
Bei Dynamo reagierten die Verantwortlichen bestürzt. Sport-Geschäftsführer Sören Gonther. "Es torpediert, was wir uns rundherum erarbeiten, mit Fanvertretern, Vereinsvertretern, DFL, Polizei und so weiter. Alle arbeiten seit Monaten daran, ein sicheres Stadionerlebnis zu garantieren. Und das nimmt uns als Verein jegliche Argumentation, für Faninteressen einzustehen", so der Ex-Profi bei "Sport1". Zumal Dresdner Fans in den vergangenen Jahren immer wieder negativ auffielen.
Auch Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Stephan Zimmermann verurteilte die Szenen scharf. Die Bilder seien nicht akzeptabel und schadeten nicht nur dem eigenen Klub, sondern dem gesamten deutschen Fußball massiv. Solche Vorfälle seien ein harter Schlag.
Hertha BSC kündigte an, die Sicherheitsbehörden bei der Aufklärung umfassend unterstützen zu wollen. Zugleich wolle man den Ermittlungen nicht vorgreifen und sich nicht an Spekulationen beteiligen.
Klar sei jedoch, dass auch der Austausch mit der aktiven Fanszene dringend notwendig sei, um die Ereignisse intern kritisch aufzuarbeiten.
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