Relegation zur 3. Liga
Regionalliga-Relegation zwischen Lok Leipzig und Würzburger Kickers: Das Spiel, das niemand spielen will
Aktualisiert:
von Kai Esserran Fußball
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Der 1. FC Lok Leipzig und die Würzburger Kickers spielen den letzten verbliebenen Platz im deutschen Profifußball aus. Dabei will niemand diese Partie spielen - nicht einmal der DFB.
Der 1. FC Lok Leipzig, Meister der Regionalliga Nordost, empfängt die Würzburger Kickers zum ersten Aufstiegsspiel zur 3. Liga. Rund 11.000 Fans werden im ausverkauften Bruno-Plache-Stadion in Leipzig dabei sein.
Was nach großem Fußballfest klingt, ist in Wahrheit auch ein Symbol für eine jahrelange Systemdebatte, die der deutsche Amateurfußball mit sich schleppt.
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Denn Lok ist Meister - und muss trotzdem noch ran. Zum dritten Mal in sechs Jahren stehen die Blau-Gelben in dieser Situation. 2020 scheiterten sie am SC Verl, im Vorjahr am TSV Havelse. Nun geht es gegen Würzburg, das vor fünf Jahren noch Zweitligist war.
Kapitän Djamal Ziane, der seit 2014 für seinen Heimatklub spielt, findet dafür klare Worte: "Es ist immer noch aufregend, es sind immer noch die Spiele, in denen es um alles geht, aber es bleiben auch immer noch die sinnlosen Spiele, die man absolvieren muss."
Auf der anderen Seite steht ein Klub, der diese Spiele eigentlich gar nicht hätte spielen sollen. Die Würzburger Kickers sind nur deshalb dabei, weil weder der 1. FC Nürnberg II noch die SpVgg Unterhaching den Aufstieg antraten. Beide Teams verzichteten auf eine Drittligalizenz. Dieser Umstand sorgt für Frustration, darüber sind sich die Beteiligten einig: Die Regionalliga braucht dringend eine Reform.
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Die letzten Relegationsspiele? Regionalliga-Reform steht bevor
Und die ist tatsächlich näher als je zuvor. Die vom DFB eingesetzte Arbeitsgruppe steht kurz vor dem Abschluss ihrer Beratungen.
Kern des Modells ist eine Vier-Staffel-Lösung mit jeweils 20 Mannschaften, insgesamt also 80 statt bislang 90 Regionalligisten. Die vier Meister würden dann direkt in die 3. Liga aufsteigen.
Das sogenannte Kompass-Modell, das die Staffeln nach Himmelsrichtungen gliedert, hat zuletzt prominente Unterstützung bekommen: Das DFL-Präsidium unter Hans-Joachim Watzke sprach sich am 20. April einstimmig dafür aus, im Beisein von DFB-Präsident Bernd Neuendorf.
Neuendorf selbst hatte zuvor unmissverständlich Stellung bezogen: "Jeder Einzelne sieht den Reformbedarf bei der Regionalliga. Ja, Meister müssen aufsteigen."
Der Zeitplan ist ambitioniert, aber konkret: Bis Ende Mai soll der Meinungsbildungsprozess in allen Regionalverbänden abgeschlossen sein, die Detailausgestaltung ist bis zum ersten Quartal 2027 vorgesehen, die Umsetzung soll bis zum zweiten Quartal 2027 folgen.
Als Qualifikationssaison wird 2027/28 angestrebt, ab der Saison 2028/29 könnte dann die neue viergleisige Liga starten. Das heutige Spiel könnte also tatsächlich zu den letzten seiner Art gehören - auch wenn das in diesem Sommer noch keine Garantie ist.
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Lok Leipzig selbstbewusst: "Mir ist nicht angst und bange"
Trainer Jochen Seitz will das alles aber nicht zur Ablenkung werden lassen. "Die Hütte muss brennen, wir müssen alles in die Waagschale werfen", heizt er den Kessel bereits vor.
Und trotz der strukturellen Absurdität des Modus' zeigt er sich selbstbewusst: "Wir haben seit zwei Jahren die beste Defensive der Liga. Mir ist nicht angst und bange."
Die Würzburger werden das zu knacken wollen: Ihr Sturmduo Tarsis Bonga und Jermain Nischalke erzielte in dieser Saison jeweils 15 Treffer. Es dürfte die schwerste Aufgabe für die Lok-Defensive in dieser Spielzeit sein.
Zwei Klubs, die beide lieber direkt aufgestiegen wären. Ein System, das beide in diese Situation gezwungen hat. Und ein DFB, der mittlerweile selbst nicht mehr will, dass diese Spiele stattfinden.
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