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FC Bayern München: Dünner Kader gefährdet K.o.-Phase in der Champions League - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Martin Jahns

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FC Bayern: DFB-Pokal? Kein Problem mehr! Kimmich erklärt "neuen" FCB

Videoclip • 01:43 Min


Die Startelf des FC Bayern ist stark genug für große Ziele - doch dahinter wird es ausgerechnet in der Offensive dünn. Eine riskante Kaderwette, die den Rekordmeister spätestens in der Champions-League-K.o.-Phase teuer zu stehen kommen könnte - ein Kommentar.

Zieht sich ein erster kleiner Riss durch die bayerische Dauer-Harmonie?

Am Dienstag berichtete die "Sport Bild", dass Trainer Vincent Kompany nach Ismael Saibari und Nathaniel Brown gerne einen dritten Top-Transfer erwirkt hätte. Die Bayern-Bosse hätten ihm in einem "langen Gespräch" jedoch davon überzeugt, nicht noch einmal tätig zu werden und stattdessen auf der Bank weiter auf eigene Talente zu setzen.

Es ist eine riskante Wette. Denn während der Bayern-Kader auf den ersten Blick stärker wirkt als noch in der Vorsaison, offenbart sich in der Breite ein Problem - ausgerechnet dort, wo Ausfälle und Belastung am schwersten aufzufangen wären: in der Offensive.

Ein Spiel mit dem Feuer, bei dem sich die Bayern insbesondere in der heißen K.o.-Phase der Champions League verbrennen könnten.

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FC Bayern: Geht die Wette ein zweites Mal auf?

Auf einen ähnlich schmalen Kader hatten sich Sportvorstand Max Eberl & Co. schon in der vergangenen Spielzeit verlassen. Das ging gut - auch, weil die Münchner über weite Strecken von größerem Verletzungspech verschont blieben.

In der Champions League war erst in einem furiosen Halbfinale gegen den späteren Sieger Paris Saint-Germain Schluss. Bundesliga und DFB-Pokal sicherten sich die Bayern ohne größere Gegenwehr. Doch eine einzelne Saison ohne gravierende personelle Krisen ist ein wackliges Fundament für eine Dauerstrategie.

Zumindest defensiv ist der Kader auf allen Positionen mindestens doppelt besetzt. Auch wenn die Münchner Ersatz-Rechtsverteidiger Sacha Boey im Sommer gern abgegeben hätten. Für den Pokalkader gegen den VfL Osnabrück wurde der Franzose nicht berücksichtigt.

Die eigentlichen Engpässe gibt es ausgerechnet hinter den prägenden Offensivkräften. Harry Kane, Michael Olise oder Luis Diaz bekamen in der vergangenen Saison kaum eine Verschnaufpause. Auch nicht im Sommer während einer kräftezehrenden XXL-WM.

Für Kane und Olise war es sogar schon die zweite durchgespielte "Sommerpause" am Stück. Sie standen auch schon 2025 bei der Klub-WM in jedem Bayern-Spiel auf dem Platz. Und nun sind die Superstars wieder alternativlos. Auch im Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück stand das Superstar-Trio wieder in der Startelf.

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One-Man-Show Harry Kane

Besonders deutlich wird der luftige Kader im Sturmzentrum. In der Saison 2025/26 gab es mit Chelsea-Leihgabe Nicolas Jackson wenigstens noch einen gelernten Angreifer, der Kane einzelne Regenerationspausen ermöglichen konnte, auch wenn seine Leistungen über die gesamte Saison zumeist Wünschen übrig ließen. Nach Jacksons Abgang fehlt ein echter Backup für den inzwischen 33-jährigen Engländer. Serge Gnabry oder Michael Olise könnten im Notfall zentral auflaufen - doch dann würden auf ihren eigentlichen Positionen sofort neue Lücken entstehen.

Im offensiven Mittelfeld ist die Lage schon zum Saisonstart angespannt. Jamal Musiala steht nach seinen jüngsten gesundheitlichen Problemen noch nicht verlässlich zur Verfügung. Nathaniel Brown hat als gelernter Linksverteidiger zwar gezeigt, dass er auch auf der Zehn helfen kann. Aber genau darin liegt die Gefahr: Bayern muss bereits zu Beginn der Saison auf Improvisation setzen, weil die offensive Tiefe nicht ausreicht.

Immerhin: Ismael Saibari hat bei seinem Joker-Einsatz gegen Stuttgart bereits gezeigt, dass er eine Verstärkung sein kann. Im Pokal zeigte der Neuzugang jedoch, dass ihm nach seiner Verletzung bei der WM noch die Körner für Einsätze über 90 Minuten fehlen.

FC Bayern: Auf dem linken Flügel nur Behelfslösungen

Auch auf den Flügeln ist die Auswahl kleiner, als der Klang der Namen vermuten lässt. Für Diaz gibt es im Grunde keinen positionsgetreuen Ersatz. Youngster Arijon Ibrahimovic wäre zumindest eine zusätzliche Option gewesen, doch die Bayern änderten nach den Eindrücken der Vorbereitung ihre Meinung und verliehen den 20-Jährigen am Deadline Day zum FC Augsburg, nachdem er in der vergangenen Saison bereits beim 1. FC Heidenheim Spielpraxis gesammelt hat.

Olise, der sich seit seinem Wechsel zu den Bayern zum vielleicht besten Rechtsaußen im Weltfußball entwickelt hat, kann durch Top-Talent Lennart Karl vertreten werden. Doch dessen bitteres WM-Aus hat schmerzhaft aufgezeigt, wie schnell ein Ausfall zum Stimmungskiller werden kann.

Unter den Abgängen befinden sich deshalb mehr als bloße Randfiguren. Jackson nahm Kane Druck aus dem Kalender, Leon Goretzka konnte das Zentrum entlasten, Raphael Guerreiro war als technisch starker Allrounder beinahe überall einsetzbar. Saibari und Brown erhöhen zweifellos die Qualität der Startelf und ihre taktische Variabilität. In der Summe ist die zweite Reihe aber nicht zwingend größer oder belastbarer geworden.

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FC Bayern: Vom CL-Titelkandidat zum Team ohne Punch?

Das kann in der Bundesliga lange gutgehen. Die Bayern besitzen genug individuelle Klasse, um viele Partien auch mit einer weitgehend festen Elf zu kontrollieren.

In der Champions League aber entscheidet nicht nur Qualität, sondern Verfügbarkeit. Zwei oder drei Ausfälle können schnell einen Titelkandidaten in eine Mannschaft ohne echte Alternativen und so letztlich in ein Team ohne Punch verwandeln.

Gleiches gilt, wenn die Star-Spieler über die Saison nicht genug Pausen bekommen. In den entscheidenden Partien im März und April könnten sie durch zu viele Einsätze überspielt sein und nicht an ihre Top-Form herankommen.

Gerade in der K.o.-Phase ist Bayerns Kaderwette deshalb besonders gefährlich - und Kompanys kolportiertes Drängen auf einen dritten Top-Neuzugang umso verständlicher.

Auch interessant: Die Noten der Bayern-Stars gegen Osnabrück Und: Bayern im Schiri-Glück: Olise-Tor war irregulär

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