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Kritik am deutschen Fußball: Matthias Sammer schießt gegen Sportdirektoren

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von ran.de

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Videoclip • 02:34 Min


Nach dem WM-Debakel der deutschen Nationalmannschaft findet Matthias Sammer klare Worte. Der DFB-Experte sieht nicht nur Probleme in der Nachwuchsarbeit, sondern kritisiert auch die Ausbildung von Sportdirektoren – und fordert einen grundlegenden Kurswechsel im deutschen Fußball.

Matthias Sammer hat nach dem frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft eine schonungslose Analyse des deutschen Fußballs geliefert. Beim Internationalen Trainer-Kongress in Mainz diskutierte der frühere Europameister gemeinsam mit Sebastian Hoeneß, Marie-Louise Eta und Florian Kohfeldt über die aktuellen Herausforderungen – und sparte dabei nicht mit Kritik.

Vor allem die Rolle der Sportdirektoren sieht Sammer als Schwachstelle. Aus seiner Sicht werden in Deutschland zu viele Aufgaben auf die Trainer abgewälzt. "Ich glaube, dass wir in Deutschland ein Sportdirektoren-Problem haben. Wir überlassen viel zu viel den Trainern. Die müssen sich um 25 Spieler und 50 Mitarbeiter kümmern. Es braucht jemanden daneben, der nicht nur mit den Beratern spricht. Sondern der auch den ganzen Prozess mitbegleitet und versteht, was ein Trainer braucht." Deshalb fordert der 58-Jährige eine bessere Ausbildung für Funktionäre. "Das können mir alle Sportdirektoren gerne übelnehmen. Wir bilden Trainer aus, aber keine Sportdirektoren. Das muss unbedingt passieren."

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Matthias Sammer verteidigt junge Spieler

Kritisch äußerte sich Sammer auch über den Umgang mit jungen Spielern. Verantwortung dafür sieht er nicht bei der Nachwuchsgeneration selbst, sondern bei deren Umfeld. "Wenn wir auf die jungen Spieler schimpfen, dann haben die Alten versagt. Weil wir sie nicht richtig geführt haben. Wir müssen auch unangenehme Dinge ansprechen. Und wenn dann jemand zwei Tage beleidigt ist, dann ist das halt so."

Generell fehle es dem deutschen Fußball nach seiner Ansicht an Konsequenz und einer klaren Leistungsorientierung. "Wir wollen Veränderungen, aber nur zu den Bedingungen, die der Gegenüber hören will. So wird es nicht funktionieren. Am Ende zählt nur das Ergebnis", sagte Sammer. Hoffnung macht ihm die neue Führung des DFB um Bundestrainer Jürgen Klopp und Per Mertesacker: "Der DFB muss jetzt die Führungsrolle übernehmen. Ich bin sehr erfreut über die Einstellung von Jürgen Klopp und Per Mertesacker. Strukturell sind wir gut aufgestellt."

Entscheidend sei nun, die Prioritäten richtig zu setzen. Sammer forderte eine Rückkehr zu mehr Ergebnisorientierung und weniger Fokus auf äußere Begleitumstände. "Die A-Note, die Ergebnisse, müssen wieder wichtiger werden als die B-Note, die Schönheit. Wir dürfen keine Generations-Diskussion führen. Wenn die A-Note stimmt, können wir uns um die B-Note kümmern." Für den langjährigen Nationalspieler steht fest: Der deutsche Fußball braucht nicht nur neue Strukturen, sondern vor allem mehr Führung, klare Verantwortlichkeiten und den Mut zu unbequemen Entscheidungen.

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