Champions League
FC Bayern München mit einem Statement, das sie Vincent Kompany zu verdanken haben – ein Kommentar
Aktualisiert:
von Justin Kraftran Fußball
FC Bayern: Kimmich und Olise gelbgesperrt - Kompany muss schmunzeln
Videoclip • 02:18 Min
Der FC Bayern München überrollt Atalanta mit 6:1. Und Vincent Kompany hatte mal wieder die richtigen Ideen.
In der Anfangsphase der Champions-League-Partie des FC Bayern München gegen Atalanta tauchte Serge Gnabry auf einmal zwischen den Innenverteidigern auf. Wenig später setzte er zu einem langen Sprint an. Kein Einzelfall. Und eine Begründung für die 6:1-Gala des FCB.
Immer wieder ließ sich der nominelle Zehner tief in die eigene Hälfte fallen und zog dabei Innenverteidiger von Atalanta mit sich. Im Verbund dazu kippte Aleksandar Pavlovic auf den linken Flügel.
Eine Rolle, die der junge Mittelfeldspieler durchaus kennt. Gegen den BVB tauchte er im zweiten Durchgang auch häufig auf dem Flügel auf, um von dort das Spiel zu gestalten und Räume im Zentrum zu öffnen. Damit zog er das Geschehen stark auf die Seite der Bayern.
Gegen Atalanta waren es vor allem die Bewegungen von Gnabry und Pavlovic, die das mannorientierte Pressing der Italiener aushebelten. Bewegungen, die Platz für Michael Olise und Luis Diaz zur Folge hatten. Platz, der wiederum von den Bayern stark bespielt wurde.
Es war nur einer von vielen taktischen Kniffen, die Vincent Kompany und sein Trainerteam am Dienstagabend parat hatten. Aber wieder mal ein entscheidender. Sowohl in Dortmund – als unter anderem die Pavlovic-Rolle in der zweiten Halbzeit verändert wurde – als auch jetzt in Bergamo waren die Münchner taktisch perfekt eingestellt.
Vincent Kompany unterstreicht seine Bedeutung für den FC Bayern
"Gute Mischung daraus, den Ball in die Füße zu bekommen und auch mal in die Tiefe zu gehen", erklärte Kompany hinterher bei "Prime Video" die Dominanz seines Teams. Damit meinte er exakt diese gegenläufigen Bewegungen und Positionswechsel. Im Verbund mit der enormen Ballsicherheit im Zentrum wurde Atalanta komplett überrumpelt.
In erster Linie waren dafür natürlich die Spieler verantwortlich, die auf den Punkt das abgeliefert haben, was sie abliefern mussten, um das Duell bereits im Hinspiel zu entscheiden. Auch Kompany selbst würde sich niemals derart in den Mittelpunkt stellen.
Aber genau das ist der Grund dafür, dass er so ein Glücksfall für den FC Bayern ist. Charakterlich, aber eben vor allem fachlich. Der ehemalige Weltklasse-Innenverteidiger stellt seine Mannschaft auffallend oft sehr gut auf das ein, was am Ende auf dem Feld passiert. Da spielt es auch keine große Rolle, ob Atalanta nun mit Dreier- oder Viererkette aufläuft.
Bayern fokussierte sich auf das, was vorher vermutlich in der Kabine besprochen wurde. Es war ein Statement-Sieg gegen einen Gegner, der durch dieses 1:6 kleiner aussieht, als er es tatsächlich ist. Nicht nur der BVB musste das zuletzt spüren.
Eine Szene kurz vor Schluss zeigt Kompanys Energie
Die Bayern unterstreichen damit ihre Rolle als Mitfavoriten in diesem Wettbewerb. Derweil unterstreicht Kompany gemeinsam mit seinem Trainerteam seine Bedeutung.
Neben der Gnabry-Szenen direkt zu Beginn des Spiels gab es auch noch eine weitere kurz vor dem Ende, die belegt, warum der Belgier dem FC Bayern so guttut. Beim Spielstand von 6:0 lief der Ball gerade seelenruhig durch die Abwehrkette von Atalanta. Das Stadion war relativ ruhig. Einer aber war sehr laut zu hören.
Kompany brüllte einen seiner Spieler an und fuchtelte wild mit seinen Armen. Die Worte waren nicht zu verstehen, aber die Gesten ließen kaum Interpretationsspielraum: Pressing, Anlaufen, nicht nachlassen! Auch nicht bei 6:0 und kurz vor dem Ende der Partie.
Es sind diese Energie gepaart mit den taktischen Ideen und einer Überzeugungskraft, die das Selbstverständnis des FC Bayern Schritt für Schritt zurückgebracht haben. Beeindruckend. Wohl auch für die europäische Konkurrenz.
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