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FC Bayern vs. Paris Saint-Germain: Sollte Leon Goretzka statt Jamal Musiala starten? Pro und Kontra

Veröffentlicht:

von Dominik Hager

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern: Herr Kompany, ist Ihre Abwehr zu anfällig?

Videoclip • 02:08 Min


Der FC Bayern muss im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain einen Rückstand drehen. Kann Leon Goretzka bei diesem Unterfangen helfen?

So wirklich viele Profis aus der zweiten Reihe des FC Bayern konnten sich beim holprigen 3:3 gegen den 1. FC Heidenheim nicht in den Vordergrund spielen. Mit Ausnahme von Leon Goretzka.

Der 31-Jährige erzielte erst ein sehenswertes Freistoßtor, ehe er nach einem Eckball seinen zweiten Treffer markierte. Doch auch abseits seiner Torgefahr verfügt Goretzka über Fähigkeiten, die im Halbfinal-Rückspiel der Chanpions League gegen Paris Saint-Germain (Mittwoch ab 21 Uhr im Liveticker) hilfreich sein könnten.

Sportvorstand Max Eberl bewertete die Leistung des Routiniers als "super", während Joshua Kimmich ganz emotional bei dem Gedanken wurde, dass Goretzka den Verein bald verlassen wird.

Im Rahmen des "Sport 1 Doppelpass" forderte Mario Basler derweil Bayern-Trainer Vincent Kompany dazu auf, Goretzka gegen Paris anstelle von Aleksandar Pavlovic spielen zu lassen.

Wirklich realistisch scheint das jedoch nicht zu sein. Kompany setzt zu 100 Prozent auf Pavlovic, der in den letzten Spielen auch keinen Grund dafür geliefert hat, nicht mehr starten zu dürfen.

Doch geht für Goretzka vielleicht trotzdem etwas in Sachen Startelf? Jamal Musiala hinkt leistungstechnisch nach seiner langen Verletzungspause verglichen zu den anderen Offensivkräften weiter ein wenig hinterher.

ran erörtert, was für und gegen eine Hereinnahme von Goretzka anstelle von Musiala in die Bayern-Startelf spricht.

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Kontra: FC Bayern muss durch Rückstand mehr Risiko gehen

Es ist nun mal Fakt, dass der FC Bayern nach dem Hinspiel mit einem Treffer hinten liegt. PSG hat schon beim FC Liverpool gezeigt, dass die Mannschaft von Trainer Luis Enrique herausragend gut verteidigen kann.

Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Pariser nochmal einen offenen Schlagabtausch mit den Bayern liefern möchten. Vielmehr spricht vieles dafür, dass die Bayern die Initiative übernehmen werden und Paris auf Konter lauert.

Müssen die Bayern enge Räume bespielen, ist es sinnvoll, einen Spieler wie Musiala auf dem Feld zu haben, der genau diese Situationen auflösen kann.

Der FC Bayern steht unter Zugzwang und muss auch einiges riskieren, um den Spieß gegen die normalerweise so abgezockten Pariser noch umdrehen zu können.

Pro: FC Bayern hat ein akutes Defensivproblem

Drei Gegentore im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid, fünf Gegentore im Halbfinal-Hinspiel in Paris und sowohl drei Gegentreffer in der Bundesliga gegen Heidenheim und Mainz 05 sprechen  eine eindeutige Sprache.

Die Bayern kassieren einfach zu viele Gegentore. Zwar haben die Münchner offensiv auch meistens eine Antwort gefunden, das Gleichgewicht scheint aber nicht mehr so ganz zu stimmen.

Man kann sich also die Frage stellen, ob noch ein zusätzlicher Spieler im Mittelfeld, der ein Stückweit defensiver orientiert ist und mehr Physis mitbringt, von Vorteil sein könnte. Ein Dreier-Mittelfeld bestehend aus Goretzka, Pavlovic und Kimmich dürfte jedenfalls nicht mehr ganz so durchlässig sein, wie es noch im Hinspiel der Fall war.

Abgesehen von den des Öfteren falsch positionierten Außenverteidigern war die Durchlässigkeit im zentralen Mittelfeld das Kernproblem in Paris. Kimmich und Pavlovic sind athletisch nicht auf dem obersten Level anzusiedeln. Hier kann Goretzka punkten.

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Kontra: Goretzka ist auch kein Sechser

Darüber hinaus stellt sich aber auch die Frage, ob Goretzka des Rätsels Lösung wäre. Wenn man die Stabilität im Mittelfeld eklatant verbessern möchte, dann benötigt es einen wirklichen Staubsauger.

Goretzka ist aber mehr der Typ Allrounder als jener, der viele Zweikämpfe bestreitet und ein wirklicher Zerstörer ist. Sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League hat der 31-Jährige eine Zweikampfquote von unter 50 Prozent.

Musiala ist grundsätzlich auch kein schlechter Balleroberer, aber eben noch weiter vorne angesiedelt. Somit ist unklar, ob Goretzka die Bayern gegen den Ball wirklich viel besser macht. Im Offensivspiel ist Musiala zudem auch in einer nicht optimalen Verfassung der bessere Spieler.

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Pro: FC Bayern hat vorne auch ohne Musiala viel Qualität

Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz gehören aktuell zu den stärksten Offensivspielern der Welt. Das Trio alleine reicht grundsätzlich aus, um der gegnerischen Defensive das Leben schwer zu machen.

Natürlich kann Musiala offensiv trotzdem noch einen Mehrwert liefern, jedoch wären die Münchner ohne ihn gewiss auch nicht zahnlos. Wie Goretzka gegen Heidenheim gezeigt hat, ist auch er ein Spieler, der immer für ein Tor gut sein kann.

Immer wieder rückt der Routinier selbst mit in die Box und sorgt im Sechzehner für ausreichende Besetzung.

Der FC Bayern kann nach dem Saison-Aus von Serge Gnabry auch Tore erzielen, wenn Musiala nicht auf dem Platz steht.

Kontra: Erfolgs-System nicht im wichtigsten Spiel umstellen

Die Spielphilosophie der Bayern hat zwar wunde Stellen, jedoch muss man unter dem Strich sagen, dass sie bisher sehr gut funktioniert hat.

Schon häufig haben namenhafte Trainer genau den Fehler gemacht, bei Big-Matches plötzlich etwas Neues auszuprobieren. Dies funktioniert in der Realität sehr selten.

Der FC Bayern hat das ganze Jahr über im 4-2-3-1 gespielt und sollte das auch so belassen. Ein Wechsel auf 4-3-3 würde die Abläufe durcheinanderbringen und somit ein Risiko darstellen.

"Wir werden unseren Spielstil in drei Tagen nicht ändern und nur hinten drin stehen und verteidigen. Wir müssen gewinnen, egal ob es wieder ein 5:4, 3:2 oder 1:0 wird", fasste es Kimmich nach dem Heidenheim-Spiel bei "Sky" treffend zusammen.

Man könnte Goretzka auch als klassischen Zehner aufstellen, jedoch ist er das einfach nicht. Der Routinier ist ein Box-to-Box-Spieler, der weite Wege gehen kann und dabei punktuell in die Spitze stößt.

Für die klassische Zehnerrolle fehlt ihm die Handlungsschnelligkeit im Passspiel, Kreativität und technische Finesse.

Schon häufiger hat man gesehen, dass sich Goretzka in einer solchen Rolle schlichtweg nicht wohl fühlt. Das Hinspiel gegen Paris steht dabei exzemplatisch, als der Routinier nach seiner Einwechslung für Musiala gar kein Faktor war.

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Pro: Musiala ist eher als Joker nutzbar

Musiala ist eigentlich besser als Joker zu gebrauchen als es Goretzka ist. Der FC Bayern hat nicht viele offensive Optionen auf der Bank. Der verletzte Gnabry fehlt nach seiner starken Saison merklich als Alternative. Beginnt Musiala, können nur noch Nicolas Jackson und der zuletzt verletzte Lennart Karl als Einwechselspieler offensiv etwas bewegen.

Dies ist eine merkliche Schwächung, da Paris im Hinspiel schon ein paar konditionelle Schwierigkeiten offenbart hat. Musiala ist noch nicht in Topform und könnte vielleicht eher gegen müde werdende Pariser den entscheidenden Stich setzen.

Insbesondere wenn man bedenkt, dass es am Mittwoch gut und gerne auch über 120 Minuten gehen kann, wäre ein Musiala als Joker womöglich Gold wert. Klar ist auch, dass der 23-Jährige von Beginn an keine 120 Minuten abspulen dürfte und irgendwann ausgewechselt werden müsste.

Fazit: Kompany sollte sich für Musiala entscheiden

Trainer Kompany steht vor einer schweren Entscheidung. Letztlich ist aber das größte Problem, dass Goretzka entweder als Zehner auflaufen müsste oder aber Kompany gezwungen wäre, das System komplett umzustellen.

Beides sollte der Bayern-Coach jedoch letztlich nicht tun. Ebenso sollte der Auftritt von Goretzka gegen die Heidenheimer nicht überbewertet werden.

Musiala ist gerade offensiv auch bei erst 80 Prozent Fitness noch der bessere Spieler und vor allem derjenige, der eine wohl tiefer stehende PSG-Abwehr vor größere Probleme stellen kann. Bedenkt man, dass der FC Bayern ein Tor aufholen muss, sollte dies oberste Priorität haben.

Was die vielen Gegentore betrifft, ist dies ohnehin eine Sache, die der FC Bayern als Kollektiv lösen muss. Goretzka ist gegen den Ball visiert genug, um im Kollektiv helfen zu können, aber nicht stark genug, um ein Gamechanger zu sein.

Was jedoch für Goretzka spricht, ist die Tatsache, dass die Bayern auch ohne Musiala offensivstark sind und der 23-Jährige ein wertvoller Joker sein könnte.

Unter dem Strich erscheint es dennoch klüger zu sein, keine größere Veränderung vorzunehmen und Musiala beginnen zu lassen. Dieser kann gegebenenfalls von Karl oder Jackson ersetzt werden.

Goretzka hingegen sollte eher gebracht werden, sollte Pavlovic müde werden. Als Achter kann er seine Stärken besser zum Tragen bringen als auf der Zehnerposition.

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