Fußball
FIFA erlaubt afghanisches Frauen-Team - trotz Verbots der Taliban
Veröffentlicht:
von Anne MalinBild: IMAGO/Middle East Images
Historische Ausnahme: Geflüchtete Iranerinnen im Ausland dürfen nun offiziell ihr Heimatland repräsentieren, obwohl das Taliban-Regime es verbietet.
In Afghanistan ist Fußball, wie in vielen Ländern, eine der beliebtesten Sportarten. Der Fußball ist ein Symbol für nationale Einheit, Widerstandskraft und Hoffnung.
Vor der Übernahme durch die Taliban 2021 gab es in Afghanistan auch mehrere Frauenfußballligen Doch seitdem die radikal-islamistische Gruppe an der Macht ist, ist es Frauen verboten, Fußball zu spielen. Die Rechte von Frauen sind mittlerweile so weit eingegrenzt, dass sie in der Öffentlichkeit nicht mehr reden dürfen und häusliche Gewalt nicht strafbar ist.
Jetzt hat die FIFA entschieden, dass es trotz des Taliban-Verbots ein offizielles afghanisches Frauen-Team geben darf.
FIFA erlaubt offizielles Flüchtlingsteam
Nach der Taliban-Übernahme ist ein Großteil des Nationalteams ins Ausland geflüchtet. Seitdem kämpft das "Afghan Women United"-Team um Anerkennung aus dem Exil. Bisher verlangte die FIFA, dass die Mannschaft vom Taliban-kontrollierten afghanischen Fußballverband anerkannt werden musste. Der Fußballverband verweigerte diese Anerkennung.
Seit mehr als drei Jahren setzen sich die afghanischen Fußballerinnen und afghanischen Fans nun dafür ein, dass die FIFA eingreift und ihnen die offizielle Anerkennung und finanzielle Unterstützung gewährt, die ihnen in Afghanistan verweigert wird.
"Ich trainiere, ich spiele, und in mir entflammt ein Feuer, weil ich das Gefühl habe, dass viele andere Mädchen bei mir sind. Es ist, als würde ich ihre Hände nehmen. Als würde ich mit ihnen spielen. Es geht nicht nur um mich“, erklärte Kapitänin Fatima Haidari die Bedeutung des Fußballs gegenüber dem "Guardian".
Beim ersten Spiel des Teams im vergangenen Jahr, als sie noch nicht als offiziell anerkannt waren, zeigte sich bereits die Bedeutung der Mannschaft. "Wir können zeigen, wer wir sind, als Frauen, die aus einem Land kommen, in dem Frauen heute nichts mehr bedeuten", erzählte Haidari, die immer noch unter dem Trauma ihrer Flucht leidet.
Sie erinnert sich noch an die Nachrichten, die sie nach dem ersten Sieg erreicht hatten: "Sie haben uns gefeiert, sich bei uns bedankt und uns gesagt, dass wir das, was wir erreicht haben, verdient hätten. Die Nachrichten und Kommentare kamen nicht nur von Frauen, und das sollte uns alle daran erinnern, dass auch die Männer in diesem Land leiden – sie sind wie Gefangene."
Nun dürfen die Frauen Afghanistans auch ganz offiziell wieder ihr Heimatland vertreten. Eine Erinnerung, wofür der Fußball stehen kann.
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