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Jürgen Klopp ist Bundestrainer: Sein großer Vorteil zu Nagelsmann ist kein sportlicher - Kommentar
Veröffentlicht:
von Kai Esserran Fußball
Deutsche Fans im Rausch nach Klopp-Verkündung: "Ich werd bekloppt!"
Videoclip • 01:34 Min
Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer. Damit folgt auf den jungen, eher unerfahrenen Julian Nagelsmann ein Trainer, der mit allen Wassern gewaschen ist - und sich danach zur Ruhe setzen wird. Und genau das ist sein großer Vorteil. Ein Kommentar.
"Wer Jürgen Klopp holt, kriegt Jürgen Klopp."
Es war beinahe schon absehbar, dass der neue Bundestrainer bei seiner ersten Pressekonferenz am DFB-Campus in Frankfurt am Main reden würde, wie sein Schnabel ihm gewachsen ist.
Ob und wie er sportlich aufstellen würde, darüber wollte er nicht reden. Stattdessen steckte er bereits ab, unter welchen Voraussetzungen er "weg" sein würde und ob er denn einen Parkplatz vor dem Gebäude bekäme.
Ein typischer Klopp eben. Außerdem machte er klar: "Eine Karriere nach diesem Posten wird es nicht geben."
Was wie eine Drohung klingt, ist vielmehr Klopps größter Trumpf.
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Klopp beim DFB: Wenn es nicht klappt, dann klappt es nicht
Geht auch die nächste WM - 2030 größtenteils in Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen - in die Hose, ist Klopp weg. Und seine Trainerkarriere vorbei. Das bestätigte der 59-Jährige in der Presserunde relativ deutlich.
Was erst einmal befremdlich klingt (Wer würde sonst gerne an Tag eins von seinem Abschied sprechen?), zeigt vor allem eines: Klopps Wille zum Risiko.
Sein Vorgänger, Julian Nagelsmann, ist kürzlich erst 39 geworden. Er hat seine Trainerkarriere noch vor sich, ließ sich womöglich bei manchen Entscheidungen beeinflussen.
Klopp? Dem kann - im besten Sinne - alles egal sein. Klappt es - toll! Klappt es nicht - seine etlichen Titel und seine Reputation kann ihm niemand wegnehmen.
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Jürgen Klopp: Was, wenn alles gut wird?
Gleichzeitig kündigte der ehemalige Trainer des FC Liverpool an, etwaige Probleme an der Wurzel anzupacken. Er wolle Spieler im Stadion beobachten, schafft mit Marc Kosicke einen neuen Posten im Team, der sich um nicht-sportliche Belange kümmert und sieht sich auch selbst für "mehr verantwortlich als nur die A-Mannschaft".
All das, während er sich auch traute, die Auftritte bei der WM zu kritisieren: "Ein bisschen intensiver hätte es schon sein können." Vorsichtige Formulierung, die Aussage ist aber klar.
Als Menschenfänger, der Klopp nun einmal ist, zog er bereits eine große Mehrheit der Leute auf seine Seite, wenn man den Tenor in den sozialen Medien als Maßstab nimmt. Bereitschaft, ins Risiko zu gehen, Dinge anzupacken, die vielleicht nicht klappen - das hat dem DFB lange gefehlt.
Das Comeback von Manuel Neuer - also die Entscheidung für die sichere Bank - steht symbolisch für Nagelsmanns fehlende Risikobereitschaft. Ohne ihm das zu unterstellen - es wirkte am Ende doch wie eine Entscheidung für seine Karriere, seinen Erfolg, nicht für den der Nationalmannschaft.
Für Klopp gibt es keine Karriere nach dem Bundestrainer-Job. Dementsprechend befreit kann er entscheiden. Das tun, was der Sache dient - nicht ihm.
Vielleicht ist er dann doch länger als vier Jahre im Amt - und nicht ganz so schnell "weg".
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