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Karl-Heinz Rummenigge trauert um Milan-Legende Franco Baresi: "Einer der größten Verteidiger"

Aktualisiert:

von SID

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Fußball-Welt trauert um Abwehr-Ikone Baresi

Videoclip • 01:05 Min • Ab 12


Italiens Fußball trauert um Franco Baresi. Der ewige Kapitän der AC Mailand wurde 66 Jahre alt. Nun äußert sich Karl-Heinz Rummenigge, einer seiner damaligen Gegenspieler.

Die italienische Fußball-Ikone Franco Baresi ist im Alter von 66 Jahren verstorben. Sein einstiger Klub AC Mailand bestätigte den Tod der Libero-Legende und teilte in einem Statement mit, man traure um "Franco Baresi, der ebenso wie sein Trikot mit der Nummer 6 für immer ein untrennbarer und wesentlicher Bestandteil der DNA und der Geschichte des Vereins bleiben wird".

Zu den Todesumständen machte Milan keine Angaben. Laut der italienischen Nachrichtenagentur "Ansa" starb Baresi in der Nacht auf Freitag.

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Karl-Heinz Rummenigge: "Einer der bedeutendsten Kapitäne seiner Geschichte"

Doch nicht nur sein einstiger Klub trauert um ihn, auch einer seiner damaligen Gegenspieler. "Mit Franco Baresi verliert der Fußball einen der größten Verteidiger und bedeutendsten Kapitäne seiner Geschichte. Schon nach unseren ersten Derby-Duellen in Italien wusste ich, dass ich einem außergewöhnlichen Verteidiger gegenüberstand", sagte Karl-Heinz Rummenigge am Freitag.

Und das obwohl ihm der damalige Milan-Spieler Baresi im Derby della Madonnina dem ehemaligen Inter-Stürmer einst eine klaffende Wunde am Schienbein zufügte. Mehr als 40 Jahre später ist das beim langjährigen Bayern-Profi und -Funktionär Rummenigge längst vergessen.

Franco Baresi (li., Milan) gegen Karl-Heinz Rummenigge (Inter) in der Saison 1984/1985; AC Mailand - Inter Mailand (2:1)

Bild: imago/Buzzi


Während seiner Zeit bei Inter Mailand zwischen 1984 und 1987 lieferte er sich in zahlreichen Stadtderbys mit dem direkten Gegenspieler Baresi heiße Duelle. 1985 kam es zur folgenschweren Grätsche: Die Verletzung des Deutschen musste mit zwölf Stichen genäht werden.

"Franco verkörperte Führungsstärke, Fairplay und absolute Weltklasse. Er hat den AC Mailand und den italienischen Fußball nachhaltig geprägt", sagte der 70 Jahre alte Rummenigge.

AC Milan und ganz Italien trauert: "Herz und Seele des Klubs"

"Es ist unglaublich schwer, den Verlust eines Menschen zu verkünden, der das Herz und die Seele des Klubs verkörperte", heißt es in der Mitteilung von Baresis früherem Klub weiter. "Doch jeder im Verein und alle Milanisti müssen dem Andenken an Franco Baresi gerecht werden."

Laut "Gazzetta dello Sport" befand sich Baresi zuletzt in einem Krankenhaus am Stadtrand von Mailand. 2025 war er wegen eines Lungenknotens operiert worden. Bereits im Verlauf dieser Woche waren zunächst Falschmeldungen über den Tod Baresis kursiert.

Sogar Italiens Vize-Regierungschef Matteo Salvini fiel darauf herein und sprach auf der Plattform "X" sein Beileid aus. Die Rossoneri reagierten jedoch umgehend und wiesen die Meldungen zurück. Dennoch hieß es, dass Baresi "eine schwierige und heikle Phase" durchlebe.

In Zeiten, in denen Italiens Nationalteam beispiellos seinen Niedergang inszeniert, schmerzt der Verlust einer Instanz der Beständigkeit umso mehr. So war es in den Achtzigern, den Neunzigern: Alles konnte schlechter werden - solange es Menschen wie Baresi und deren jahrzehntelange Verlässlichkeit gab, war nicht alles verloren.

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Franco Baresi: Vom Waisenkind zur Fußball-Ikone

Franco und sein älterer Bruder Giuseppe waren im lombardischen Städtchen Travagliato schon als Teenager Vollwaisen geworden, schworen sich einander, es als Fußballprofis aus dem tristen Alltag zu schaffen. Beppe Baresi kam beim gemeinsamen Herzensklub Inter unter, wurde Stammkraft und Nationalspieler.

Franco fiel durchs schwarz-blaue Raster. Der Scout, der ihn beobachtet hatte, so erzählte es Baresi, sei gestorben, bevor er habe berichterstatten können. Bei Milan hatten sie Verwendung für den schmächtigen Jüngling, den sie "Piscinin", Kleinen, nannten. Nils Liedholm, als Spieler wie Trainer ein Rossoneri-Denkmal, schmiss Baresi mit 18 Jahren ins Haifischbecken Serie A.

Mit 22 Jahren war er Kapitän und blieb es bis zum Karriereende 1997. Baresi erlebte harte Zeiten wie den Zwangsabstieg wegen der "Totonero 1980"-Affäre. Er war der Fixpunkt der Berlusconi-Ära, als er mit Gullit, van Basten, Rijkaard und all den anderen Sahnekickern Europas Fußball revolutionierte, dabei den jungen Paolo Maldini, die andere Milan-Lichtgestalt, an die Hand nahm.

Volles Titelregal: Seine Erfolge mit der AC Milan

Kein Wunder, dass er in Mailand längst ein Held ist. Der Innenverteidiger gewann im Trikot der AC Milan zahlreiche Titel mit den Rossoneri.

Sechs Mal durfte Baresi die italienische Meisterschaft feiern. Zudem gewann er dreimal die europäische Königsklasse - zweimal den Europapokal der Landesmeister und einmal die Champions League, die aus dem Landesmeister-Pokal hervorging. Außerdem holte er dreimal den UEFA-Supercup und viermal den italienischen Superpokal.

Mit der italienischen Nationalmannschaft wurde er 1982 Weltmeister, auch wenn er während des gesamten Turniers ohne Einsatz blieb. Im Finale besiegten die Azzurri damals in Madrid das DFB-Team um Karl-Heinz Rummenigge mit 3:1. 1994 unterlag er dann als Stammspieler im WM-Finale gegen Brasilien.

Auch persönliche Erfolge konnte Baresi in seiner Karriere verbuchen. Im Jahr 1989 wurde er beim Ballon d'Or Zweiter. Zehn Jahre später wurde er bei Milan zum Spieler des Jahrhunderts gewählt, bevor er 2013 in die italienische Fußball-Hall of Fame aufgenommen wurde.

Franco Baresi: Seine Zeit nach der Karriere

Nach der aktiven Karriere blieb Baresi im Hintergrund präsent. Im Februar trug der "Kleine" von einst, der längst als einer der Allergrößten galt, bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele die Fackel durch sein San Siro. Schon von Krankheit gezeichnet, aber aufrecht. Es war ein Abschied.

Nun ist der Capitano gegangen - zu früh, aber dankbar. "Ich bewahre wunderschöne Erinnerungen in meinem Herzen", hatte Baresi gesagt: "Nils Liedholm hat mich gefördert, Gianni Rivera war mein Kapitän, ich habe Maldinis Debüt miterlebt. Es war mir eine Ehre."

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