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DFB-Team: Braucht Jürgen Klopp Joshua Kimmich noch? - Erkenntnisse zum 2:0 gegen Serbien
Aktualisiert:
von Justin Kraftran Fußball
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Jürgen Klopp und das DFB-Team haben ihren ersten Sieg errungen. Gegen Serbien gewinnt Deutschland mit 2:0. Die Erkenntnisse zum Erfolg.
So sehr Jürgen Klopp auch darum bemüht ist, die Ergebnisse der Nations League in den Hintergrund und die ersten Schritte eines Entwicklungsprozesses in den Vordergrund zu stellen: Die Freude über den 2:0-Sieg gegen Serbien war vielsagend.
Natürlich ist es einfacher für einen neuen Trainer, wenn er von Beginn an erfolgreich ist. Natürlich schaut die Öffentlichkeit vor allem darauf, ob die Ergebnisse passen. Klopp steht bisher über diesen Mechanismen.
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Dennoch wirkte der ehemalige Trainer des FC Liverpool nochmal eine Stufe gelassener, als er seinen ersten Sieg als Bundestrainer in der Tasche hatte. Inklusive einiger positiver Erkenntnisse für die kommenden Herausforderungen.
DFB-Team: Das Gegenpressing funktioniert
Die für ihn wichtigste war direkt nach Abpfiff, dass die Arbeit gegen den Ball funktioniert hat. "Wir können uns Risiko erlauben", sagte er im "ZDF": "Wenn das Gegenpressing funktioniert."
Klopp will mutigen Offensivfußball. Er will risikoreiches Spiel und mutige Angreifer. Aber im Gegenzug verlangt er die volle Bereitschaft, gegen den Ball zu arbeiten und Bälle schnell zurückzuerobern. Gegen die Niederlande und Griechenland funktionierte das allenfalls in Phasen.
Gegen Serbien sah das schon besser aus. Deutschland ließ den Gegner kaum atmen und verschaffte sich dadurch relativ schnell Kontrolle im Spiel.
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DFB-Team im Mittelfeld gut aufgestellt
Ein Grund dafür war das veränderte Mittelfeld. Aleksandar Pavlovic, Tom Bischof und Florian Wirtz harmonierten im Zentrum deutlich besser als zuvor Joshua Kimmich, Felix Nmecha und die jeweiligen Ergänzungen. Aber auch Serge Gnabry und Derry Scherhant waren bessere Pressingspieler als Karim Adeyemi und Kevin Schade.
Viel Kritik fokussierte sich auf Kimmich. Der hatte es aber eben auch mit Spielern um sich herum zu tun, die ihn nicht optimal unterstützt haben. Spannender wäre die Konstellation gewesen, die er aus dem Verein kennt - und dazu womöglich noch Wirtz.
Trotzdem dürfte es für Klopp eine entscheidende Erkenntnis sein, dass ein hochklassiges Zentrum wichtig ist. Und dass jemand wie Nmecha gegen den Ball ordentlich zulegen muss, wenn er weiterhin eine Rolle spielen will.
FC Bayern: Tom Bischof überragt
Einer stach im Mittelfeld aber besonders hervor: Bischof zeigte eine hervorragende Leistung. Gegen den Ball hellwach, mit dem Ball an vielen Angriffen entscheidend beteiligt. Der Bayern-Profi spielte frei auf und wusste seine Chance zu nutzen.
Sein schönes Tor war dabei nur die Krönung einer insgesamt starken Leistung. Bischof dürfte sich allein mit dieser Leistung bereits einen Vorteil gegen viele Konkurrenten erspielt haben.
Derry Scherhant gewinnt das Duell gegen Schade
Schon nach wenigen Minuten gegen Serbien war zudem klar: Scherhant hat mehr im DFB-Dress anzubieten als Schade. Letzterer war in seinen Minuten in den Spielen zuvor kein wirklicher Faktor. Scherhant hingegen dribbelte, spielte mutig, flankte und schloss auch selbst häufig ab.
Nur das Glück für ein Tor fehlte ihm, teilweise scheiterte er sehr knapp. Der Freiburger wusste zu gefallen und dürfte wohl auch im letzten Spiel der Länderspielpause wieder eine Chance bekommen.
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Hoffnungsschimmer bei Florian Wirtz
Gefallen hat auch der Auftritt von Wirtz. Sein Treffer ist die eine Geschichte. Die andere ist, dass er sehr aktiv und sicher mitkombinierte und auch am Führungstreffer von Bischof bereits mit einem starken Dribbling und einem Pfostenschuss Aktien hatte.
Wirtz könnte im System von Klopp tatsächlich ein neues Zuhause finden. Als Achter erinnert er mehr an die Version, die er in Leverkusen war: Viel unterwegs, stark am Aufbauspiel beteiligt, gleichzeitig aber auch offensiv eingebunden.
Die Frage wird sein, ob er diesen Rückenwind jetzt auch mit nach Liverpool nehmen kann - und vorher ins nächste Spiel in der Nations League. Für den Moment aber hat dieser Auftritt gegen Serbien Mut gemacht, dass Wirtz sein bestes Niveau wieder erreichen kann.
Unter Jürgen Klopp offensiv weiterhin zu harmlos
Ein Teil der Spielgeschichte ist aber auch, dass Deutschland viele Chancen vergeben hat. Der Killerinstinkt ging dem DFB-Team unter anderen Trainern ebenfalls ab. Nick Woltemade vergab zahlreiche gute Gelegenheiten, auch Gnabry und Scherhant scheiterten mehrfach.
Dem DFB-Team fehlt mindestens ein herausragender Abschlussspieler. Woltemade hat auf der Neunerposition einen guten Eindruck hinterlassen, wenn es darum ging, sich Chancen zu erarbeiten und im Kombinationsspiel präsent zu sein.
Seine Abschlüsse waren aber oft kläglich. Die Alternativen konnten sich bisher ebenfalls nicht beweisen. Drei Tore in den drei ersten Spielen der Nations League sind zu wenig. Es scheint, als würde die Neunerposition ein Problem bleiben. Zumindest, bis Nicolo Tresoldi sich entschieden hat - aus DFB-Sicht hoffentlich für Deutschland.
Nations League: Serbien ist nicht Griechenland
Aber auch all die anderen Themen, die gegen Serbien positiv liefen, gilt es erstmal zu bestätigen. Den zweiten Kader schon jetzt in den Himmel zu loben, würde dem ersten Unrecht tun.
Denn Serbien war von allen drei Gegnern klar der schwächste. Deutschland hat hier eine Pflichtaufgabe erfüllt, nicht mehr und nicht weniger. Die wirklich wichtigen Erkenntnisse werden Klopp und sein Team am Sonntag sammeln können.
Dann geht es nach Griechenland, dessen Team mit dem 2:2 gegen die Niederlande bewiesen hat, wie gut es ist. Mit sieben Punkten stehen die Hellenen auf dem ersten Platz. Für Deutschland besteht am Sonntag (ab 20:45 Uhr im Liveticker) die Chance, in der Gruppe wieder den Anschluss nach oben herzustellen.
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