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Regionalliga

Regionalliga-Reform: Warum Bayern das Kompass-Modell blockiert

Aktualisiert:

von Kai Esser

ran Fußball Bundesliga

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Videoclip • 01:20 Min


Die Vertreter aus Bayern haben sich gegen das Kompass-Modell der Regionalliga-Reform gestellt. Steht das Ziel "Meister müssen aufsteigen" nun vor dem Aus?

Es war ein kleiner Knall, der am Dienstag durch Fußball-Deutschland ging.

Wie Vertreter des bayerischen Fußballverbands bekanntgaben, werden die bayerischen Klubs den beiden Reform-Vorschlägen für eine Überholung der viertklassigen Regionalliga nicht zustimmen.

Stattdessen brachten sie einen völlig neuen Vorschlag auf den Tisch. Ist die Reform nun gescheitert?

ran hat die Fragen und Antworten zum Drama um die "Königsklasse des Amateurfußballs".

Regionalliga: Was ist das "Kompass-Modell" überhaupt?

Das "Kompass-Modell" ist einer der beiden zentralen Vorschläge der DFB-Arbeitsgruppe "Regionalliga-Reform". Es sieht eine Reduzierung von derzeit fünf auf vier Regionalligen mit je 20 Mannschaften vor.

Die entscheidende Neuerung: Die vier Staffeln werden jedes Jahr neu mithilfe einer Künstlichen Intelligenz zusammengestellt - rein nach geographischen Kriterien, also den kürzestmöglichen Fahrtstrecken zwischen den Vereinen. Das bedeutet, dass Klubs wie beispielsweise Viktoria Aschaffenburg oder Sportfreunde Lotte, die sich in Grenzgebieten befinden, jährlich in anderen Staffeln antreten könnten.

Ziel ist es, Reisekosten und Belastungen für Klubs und Fans zu senken, mehr regionale Derbys zu ermöglichen und vor allem sicherzustellen, dass alle vier Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen.

Die Arbeitsgruppe hatte das Modell Ende März 2026 als favorisierte Variante präsentiert. Als Alternative lag das sogenannte "Regionen-Modell" vor: Dabei hätten die Regionalligen West und Südwest unverändert bleiben sollen, während aus Nord, Nordost und Bayern zwei neue Staffeln gebildet worden wären.

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Regionalliga-Reform: Wieso stellen sich Vertreter aus Bayern jetzt erst dagegen?

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und Vertreter von 25 bayerischen Klubs aus 3. Liga, Regionalliga Bayern sowie den Bayernligen Nord und Süd lehnen beide DFB-Vorschläge zum jetzigen Zeitpunkt als "nicht abschließend konsensfähig" ab.

BFV-Präsident Dr. Christoph Kern erklärte nach dem Treffen in Fürth: "Der Austausch hat verdeutlicht, dass die bisherigen Ergebnisse und die Beschränkung auf zwei Lösungsvorschläge zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschließend konsensfähig sind. Wir sind uns einig, dass es einen breiteren Blick braucht."

Die DFB-Arbeitsgruppe hatte ihre Sitzungen bereits im März 2026 abgeschlossen und die beiden Modelle vorgestellt. Bayern war dort vertreten, hatte sich aber bewusst zurückgehalten.

Der BFV betont, man habe sich strikt an die interne Vereinbarung gehalten: Erst nach einer eigenen, umfassenden Diskussion mit den betroffenen bayerischen Vereinen sollte eine Position bezogen werden. Ein Online-Meeting im März reichte dafür offenbar nicht aus.

Erst das Präsenz-Treffen in Fürth am 13. und 14. April 2026 lieferte das klare Meinungsbild der Klubs. Der Verband wehrt sich zudem gegen Vorwürfe, er habe sich der Reform grundsätzlich verschlossen - das sei "wahrheitswidrig".

Regionalliga-Reform blockiert: Was sind die Gründe des BFV?

Die zentralen Gründe sind, dass beide Modelle die bestehenden regionalen Strukturen zu stark aufbrechen und vor allem kleinere Vereine, die sogenannten "Dorfklubs", benachteiligen würden.

Klubs wie der VfB Eichstätt, TSV Buchbach oder TSV Aubstadt könnten sich die viertklassige Regionalliga dann nicht mehr leisten, so die Befürchtungen des BFV.

Im Kompass-Modell drohen jährlich wechselnde, teils sehr weite Auswärtsfahrten, während im Regionen-Modell die Regionalliga Bayern faktisch aufgelöst würde.

Der BFV möchte die Macht der Regionalverbände und die gewachsenen Ligen erhalten und fordert eine Lösung, die sowohl ambitionierte Profi-Anwärter als auch den Breitensport schützt.

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Regionalliga-Reform: Wie lautet der Vorschlag aus Bayern?

Bayern zieht mit einem eigenen Vorschlag in die Diskussion: dem sogenannten Zwei-Phasen-Modell (auch "Kompass-Modell light" genannt). Danach würden alle fünf Regionalligen zunächst eine normale Hinrunde spielen.

Anschließend teilen sich die Tabellen: Die obere Hälfte jeder Liga spielt in vier neuen, KI-optimierten Staffeln um die vier direkten Aufsteiger. Die untere Hälfte bleibt in den regionalen Strukturen und trägt Abstiegsrunden aus.

Der BFV hat dafür eine eigene Arbeitsgruppe eingesetzt und will den Prozess "schnell und konstruktiv" vorantreiben. Der DFB-Präsident wurde über den Vorstoß informiert. Eine Umsetzung könnte bereits zur Saison 2027/28 möglich sein, falls eine Einigung erfolgt.

Regionalliga-Reform gescheiter: Wie fallen die Reaktionen aus?

Tommy Haeder, Sprecher der Initiative "Aufstiegsreform 2025", zeigt sich verwundert: "Es ist unverständlich, dass dieser Vorschlag nicht in der DFB-Arbeitsgruppe eingebracht und offen diskutiert wurde", sagte er dem "MDR".

Haeder vermutet eine "gezielte Nebelkerze" aus Bayern. "Aber genau das dürfen wir jetzt nicht zulassen. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was aktuell auf dem Tisch liegt - alles andere führt nur dazu, dass der Prozess einer Regionalliga-Reform zerfasert wird. Das ist nicht akzeptabel."

Ist eine Regionalliga-Reform jetzt vom Tisch?

Nein. Das Ziel "Der Meister muss aufsteigen" wird auch vom BFV ausdrücklich unterstützt.

Die bayerische Initiative ist jedoch eine deutliche Straßensperre und hat die bisherige Dynamik der DFB-Arbeitsgruppe gestoppt. Es wird nun wieder breiter verhandelt - mit einem dritten Modell auf dem Tisch.

Ob und wann eine Einigung kommt, hängt von den weiteren Gesprächen zwischen den Regional- und Landesverbänden ab. Aktuell gibt es keinen Termin für eine kommende Tagung. Das Ziel, ab 2027/28 mit vier Regionalligen an den Start zu gehen, ist zwar nicht ganz vom Tisch, jedoch in weite Ferne gerückt.

Die Reform ist verzögert, aber keineswegs beendet.

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