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DFB-Team: "Ursache liegt tiefer" - Kahn kritisiert Trainerdebatte

Veröffentlicht:

von SID

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Videoclip • 02:57 Min


Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn hat nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft die Debatte um einen neuen Bundestrainer kritisiert.

Für Oliver Kahn  führe die Diskussion "am Kern vorbei", das Problem liege aus seiner Sicht bei den Spielern. Diese, so schrieb Kahn am Mittwoch bei LinkedIn, müssten mehr Verantwortung übernehmen.

"Drei Bundestrainer sind am selben Punkt gescheitert", schrieb Kahn und nahm Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann in Schutz: "Wenn drei Trainer mit unterschiedlichen Ansätzen immer am selben Punkt scheitern, liegt die Ursache tiefer."

Für Kahn liege die Ursache in der fehlenden Verantwortungsübernahme der Spieler, die früh geprägt werden müsse: "Wer als junger Spieler immer wieder lernt, schwierige Entscheidungen zu treffen, Fehler auszuhalten und trotzdem den nächsten Ball zu fordern, entwickelt genau das, was große Turniere entscheidet", schrieb Kahn: "Wer das nie gelernt hat, wird es im Nationaltrikot nicht plötzlich beherrschen."

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Oliver Kahn kritisiert: DFB macht immer die selben Fehler

"Talent bringt dich zur Weltmeisterschaft. Verantwortung entscheidet, wie lange du dort bleibst", brachte Kahn seine Kritik auf den Punkt. Das Elfmeterschießen im Sechzehntelfinale gegen Paraguay sei das perfekte Beispiel gewesen: "Eine Spitzenmannschaft sucht in diesem Augenblick keine Freiwilligen. Sie hat Spieler, die den Ball verlangen."

"Wir wollen Weltklasse möglichst ohne maximalen Druck. Außergewöhnliche Ergebnisse möglichst ohne Verzicht", schrieb Kahn weiter und kritisierte auch die Organisationsebene: "Dort wird Verantwortung nicht dem Zufall überlassen. Dort wird sie eingeübt, vorgelebt und zur Gewohnheit gemacht. Dort ist Leistung wichtiger als Status, der Anspruch größer als die Bequemlichkeit und die Mannschaft wichtiger als das Ego des Einzelnen."

Der DFB mache seit Jahren den Fehler, dieselben Muster zu wiederholen. "Wir tauschen Gesichter aus und nennen das Veränderung. Die eigentliche Frage vermeiden wir: Sind wir überhaupt noch bereit, den Preis zu bezahlen, den Spitzenleistung immer verlangt?", schloss Kahn: "Der entscheidende Moment beginnt nicht im Nationaltrikot. Er beginnt viele Jahre früher, in dem Augenblick, in dem ein junger Spieler lernt, dass Verantwortung nichts ist, was man weitergibt, sondern etwas, das man übernimmt."

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