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Kommentar: Klare Sache - darum darf die WM nicht erweitert werden!

Aktualisiert:

von Julian Bachmann

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64 Teams: Plant die FIFA die nächste XXL-WM?

Videoclip • 01:10 Min • Ab 12


Die größte Weltmeisterschaft der Geschichte ist bald vorbei. Für 2030 überlegt die FIFA, das Turnier von 48 auf 64 Teams zu erweitern. Doch darunter leiden der Fußball und vor allem die Glaubwürdigkeit des Turniers. Ein Kommentar.

"Nach der WM müssen wir überlegen, auf jeden Fall."

Diese Worte äußerte FIFA-Präsident Gianni Infantino in einem Interview mit dem Schweizer Portal "blue Sport", als er auf eine erneute WM-Erweiterung angesprochen wurde.

Als Begründung für diese Überlegungen fügte Infantino hinzu: "Die ganze Welt" müsse von der Teilnahme an einer WM träumen dürfen.

Natürlich legt der 56-Jährige dieses Argument auf den Tisch. Dass eine erneute WM-Erweiterung für die FIFA jedoch noch mehr Einnahmen und Macht bedeutet, fällt erst einmal hinten runter. Wie so oft wird das Gefühl erweckt, die FIFA handle nicht im Sinne des Sports, sondern einzig und allein aus eigenem Interesse. Auch deshalb wäre eine WM-Erweiterung auf 64 Teams fatal.

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Mehr ist zu viel: So würde der neue Modus aussehen

Bei der Weltmeisterschaft 2026 nehmen erstmals in der WM-Geschichte 48 Teams teil. So viele wie noch nie zuvor. Der FIFA scheint diese Entwicklung zu gefallen. Denn bereits vor Ende des Turniers ist von einer Erweiterung auf 64 Teams für 2030 die Rede.

Aus den Gruppen A bis P würden die zwei besten Teams des Turniers ins Sechzehntelfinale einziehen. Damit gäbe es in diesem Modus 16 Gruppen und 128 Spiele. Das würde 24 Partien mehr als 2026 bedeuten.

Eine Mehrbelastung für die Spieler geht damit jedoch nicht einher. Trotz der Erweiterung bliebe es bei maximal acht Spielen pro Mannschaft. Außerdem würde die komplizierte Rechnerei mit den besten Gruppendritten ein Ende nehmen, dadurch würde die Gruppenphase sogar aufgewertet. Vorteile, ja. Die stehen aber schwerwiegenden Nachteilen gegenüber.

Verliert die WM an Glaubwürdigkeit?

Keine Frage: Die Weltmeisterschaft würde an Glaubwürdigkeit und Wertigkeit verlieren. Bei einer WM spielen zu dürfen, ist für jeden Fußballer ein Traum. Warum? Weil es ein Ziel ist, das nur wenige erreichen. Und zwar nur die Besten. Die WM ist nicht ohne Grund die größte Bühne des Fußballs. Nur dieser Ruf könnte weitere Kratzer bekommen.

Denn bei einer Erweiterung auf 64 Mannschaften sinkt die Qualität auf dem Platz weiter.

Bei der WM 2026 sorgten Teams wie Kap Verde oder DR Kongo zwar für Überraschungen, dafür blieben Mannschaften wie Haiti, Jordanien, Panama, Irak oder Usbekistan überwiegend chancenlos. Sie flogen mit null Punkten wieder nach Hause.

So schön die Teilnahme allein für diese Nationen auch gewesen sein mag, einen sportlichen Mehrwert für das Turnier boten sie kaum. Nun möge man sich vorstellen, wie das bei einer WM mit 64 Mannschaften wäre. Ein erneuter Qualitätsverlust, der den sportlichen Wert der Weltmeisterschaft sehr wahrscheinlich weiter sinken lässt.

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Zusätzliche Komplikationen und Übersättigung

Die WM 2026 zeigte: 104 Partien sind einfach zu viel. Von den 104 Spielen fanden 72 in der Gruppenphase statt. Damit gab es mehr Gruppenspiele als Partien bei der WM 2022 (64) insgesamt. Die große Frage: Ist von der Gruppenphase etwas nachhaltig hängen geblieben? Vom Sechzehntelfinale?

Spiele wie der Iran gegen Neuseeland um 3:00 Uhr in der Nacht erzeugen hierzulande nicht einmal bei Fußballfans WM-Fieber. Gleiches gilt beispielsweise für Uruguay vs. Kap Verde (00:00 Uhr), Ägypten vs. Iran (5:00 Uhr) oder DR Kongo vs. Usbekistan (1:30Uhr). Und das wohl auch zur mitteleuropäischen Primetime nicht.

Die Masse an Spielen und die dazu fehlende Qualität sorgen schnell für eine Übersättigung, sodass auch hier der Status einer Weltmeisterschaft in Mitleidenschaft gezogen wird.

Außerdem darf besorgt auf die WM-Qualifikation geblickt werden. Den Fans eine spannende Qualifikationsrunde zu bieten, dürfte sich beispielsweise in Südamerika schwierig gestalten lassen. Aktuell spielen schon sechs von zehn Teams bei der WM mit.

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Die FIFA und Infantino küren sich selbst zum WM-Sieger

Bei einer Erweiterung auf 64 Teams gibt es nur zwei ganz große Gewinner: die FIFA und ihr Präsident Gianni Infantino. Die Verlierer sind der Fußball und seine Fans. Infantino wird das erfahrungsgemäß egal sein.

In der Vergangenheit verlor die FIFA immer mehr an Seriosität. Allein der Balogun-Skandal der WM 2026 wirft einen Schatten auf das gesamte Turnier und lässt den, der auf dem Weltverband liegt, nur größer werden.

WM 2026: Trump, Infantino und die FIFA haben Team USA das Turnier gekostet! Ein Kommentar

Die Überlegung einer Erweiterung verstärkt das Ganze noch. Denn von einer Aufstockung auf 64 Teams profitieren die FIFA und Infantino am meisten, weil es höhere Einnahmen gibt, aus der eine zunehmende Macht für Infantino resultiert.

Der FIFA-Präsident verriet bei einer Pressekonferenz vor dem Turnier, dass die WM 2026 bis zu 14 Milliarden US-Dollar einspielt. Das gilt als absoluter Höchstwert. Mit Blick auf die WM 2030 versprach Infantino beim FIFA-Kongress in Vancouver, dass die Bilanz dort "noch viel besser" sein werde. Was das mit dem Fußball machen wird, sagte er nicht.

Das Bedenkliche: Infantino nutzt das Geld für die Festigung seiner eigenen Machtposition. Der FIFA-Präsident zahlt allen 211 Nationalverbänden mithilfe von Preisgeldern und Zahlungen aus Entwicklungsprogrammen der FIFA eine hohe Summe an Geld.

All diese Nationalverbände sind bei der kommenden Wahl des FIFA-Präsidenten 2027 gleich stimmberechtigt. Die kleinsten von ihnen sind auf das Geld angewiesen, weshalb sich Infantino dadurch mit Blick auf eine Wiederwahl einen erheblichen Vorteil verschafft. Weshalb es deutlich wahrscheinlicher ist, dass es eine erneute Aufstockung gibt als eine Reduzierung auf ein gesünderes Maß.

Auch wenn die negativen Folgen überwiegen.

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