Fußball-WM 2026
WM 2026 hautnah: "Ihr braucht hier überall ein Auto" - ein Erlebnisbericht
Veröffentlicht:
von Tobias Hlusiakran Fußball
DFB-Team: Neuer mit Brasilien-Vergleich nach 7:1-Sieg
Videoclip • 02:39 Min
Für Fans und Journalisten wird die WM in den USA zu einem ungewohnten, aber auch überraschenden Erlebnis. Ein Vor-Ort-Einblick vom ersten DFB-Spiel gegen Curacao.
Aus Houston berichtet Tobias Hlusiak
Die USA sind ein großes Land. Dieser Fakt überrascht niemanden.
Und trotzdem sind die Entfernungen, die man rund um ein Spiel bei der XXL-Weltmeisterschaft in den Staaten zurücklegen muss, eben auch XXL.
Rund vier Stunden vor dem Auftaktspiel der "Nagelsmänner" gegen Curacao hatten einige deutsche Journalisten – darunter auch der Verfasser dieses Textes - einen eigentlich überschaubar wirkenden Fußmarsch zum Akkreditierungscenter angetreten.
8 Uhr Ortszeit, dem Stau entgehen. Das war die Devise.
Dass das Stadiongelände allerdings so weiträumig abgeschirmt sein würde, hatte niemand so richtig auf der Rechnung gehabt. Und so dauerte es rund 25 Minuten bis man nassgeschwitzt am Ziel eintraf.
"Ihr braucht hier immer und überall ein Auto", wies uns ein Passant mit einem leichten Grinsen auf die örtlichen Gepflogenheiten hin.
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WM 2026: Andere Länder, andere (Sport-)Sitten
Es sollte allerdings die einzige Fehlplanung dieser Art bleiben. Denn: Bislang präsentiert sich die USA bei dieser WM als gut geölte Maschine.
Unzählige Volunteers rund um die Stadien und Trainingsgelände sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Immer respektvoll und mit einem Lächeln auf den Lippen geben sie bereitwillig Auskunft.
Auch wenn es für europäische Fußballfans etwas kurios wirkt, wenn man auf dem Weg zu seinen Plätzen alle 20 Meter "Let’s go Germany" oder "Woooohooooo, Germany you’re gonna do this" ins Gesicht gerufen bekommt.
Andere Länder, andere (Sport-)Sitten.
Worauf man sich aber weltweit immer einigen kann, ist Gastfreundschaft. Und die wird hier tatsächlich gelebt.
Viele Fans berichten von tollen Begegnungen mit äußerst hilfsbereiten Einheimischen, sei es in öffentlichem oder privatem Umfeld. Uns ergeht es nicht anders.
Die Einreiseproblematiken, mit denen sich einige Länder auseinandersetzen müssen, sollen hier nicht unter den Tisch fallen. Es gibt fragwürdige Vorfälle. Allerdings bei Weitem nicht in der Häufigkeit, die in den vergangenen Monaten befürchtet wurde.
WM 2026: Weitete Stufe auf der Eventisierungsskala
Und so kann man sich – im Stadion angekommen – tatsächlich ganz auf Fußball einlassen, der bei diesem Turnier – und auch das gehört zur Wahrheit - eine weitere Stufe auf der nach oben offenen Eventisierungsskala erklommen hat.
Mariachi-Band in den Trinkpausen, gepfefferte Preise für Essen und Trinken, immer opulentere Eröffnungszeremonien vor den Spielen inklusive.
Auch die Glasscheibe, die uns Journalisten in der Press-Box vom Innenraum des Stadions trennt ist gewöhnungsbedürftig.
Insgesamt aber machen die ersten Tage der WM 2026 tatsächlich Lust auf mehr. Und das hätten vor wenigen Tagen noch nicht viele gedacht.
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